Schwellenländer: "Brasilien zu meiden wäre ein großer Fehler“

InterviewSchwellenländer: "Brasilien zu meiden wäre ein großer Fehler“

Bild vergrößern

Mark Mobius leitet das Emerging Markets-Team bei Franklin Templeton

von Sebastian Kirsch

Anleger in Schwellenländern sollten keine Angst vor der US-Notenbank haben. Weiter an Brasilien glauben. Und billiges Öl als Segen sehen. Warum, erklärt Schwellenländer-Guru Mark Mobius im Interview.

Herr Mobius, 2015 war ein erschütterndes Jahr für jeden Schwellenländer-Anleger. Besonders enttäuschend entwickelte sich Brasilien: Der Leitindex Bovespa verlor seit Jahresanfang 36 Prozent an Wert. Haben Sie die Hoffnung dort aufgegeben?

Mobius: Nein, das wäre fatal. Meine Anlageerfahrung in den Schwellenländern hat mich gelehrt, immer hoffnungsvoll zu bleiben. Und die beste Zeit zu investieren ist, wenn die Märkte am Boden liegen.

Anzeige

Zur Person

  • Mark Mobius

    Mobius, 79, leitet von Singapur aus das Schwellenländer-Research-Team bei Franklin Templeton. Seit fast dreißig Jahren arbeitet er bei Templeton und gilt als einer der erfahrensten Schwellenländer-Experten.

Die ökonomische Realität verspricht aber keine schnelle Erholung, Brasiliens Bruttoinlandsprodukt schrumpft in diesem Jahr voraussichtlich um drei Prozent.

Natürlich dürfen Sie nicht naiv optimistisch investieren. In der letzten Zeit ging es in Brasilien nur abwärts. Aber ich gehe davon aus, dass die gravierenden Korruptionsfälle in diesem Jahr...

... wie beim größten Staatskonzern Petrobras, in den auch hochrangige Politiker verstrickt sein sollen...

... im nächsten Jahr für höhere Transparenz in den Unternehmen sorgen wird. Die Politik dürfte bemerkt haben, dass sie nicht mehr unbeobachtet zu ihrem eigenen Vorteil agieren kann. Und was die Aktienkurse angeht: Ich glaube nicht, dass sie noch viel tiefer fallen werden.

PremiumBrasilien Südamerikas Musterschüler in der Krise

Die schlechten Nachrichten häufen sich: Neben der dramatischen Wirtschaftslage erschüttert eine Umweltkatastrophe das Ex-Vorzeigeland.

In den Mangrovenwäldern am Canal do Fundão im Norden von Rio de Janeiro türmt sich der Müll. Die Abfälle werden von Favela-Bewohnern in den Fluss geworfen. Wenig später wird der Müll dann an einem Ufer wieder angeschwemmt. Quelle: dpa

Also wetten Sie auf einen Anstieg in Brasilien im nächsten Jahr?
Oh ja. Davon können sie ausgehen. Die Erholungsrally könnte aber auch erst 2017 starten - wir sind geduldig.

Was stimmt Sie so optimistisch? Andere Fondsmanager meiden Brasilien bereits.

Jetzt Brasilien ganz zu meiden wäre ein fataler Fehler. Wir dürfen die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Rio nicht vergessen. Ich denke, dass sie einen größeren Schub geben werden, als viele vermuten.

Die Erwartung ist aber gleich Null. Denn auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 hat Brasilien kaum Wachstum beschert, das Bruttoinlandsprodukt stieg im Jahr der WM nur um 0,2 Prozent.

Ich glaube daran, dass der Konsumsektor in Brasilien deutlich von den Olympischen Spielen profitieren wird. Dieses Szenario decken wir in unseren Schwellenländer-Fonds derzeit etwa mit der Kaufhauskette Lojas Americanas ab.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%