ThemaAnlagestrategie

alles zum Thema
_

Schwellenländer: Diese Anlagestrategie ist MIST

Quelle: Handelsblatt Online

Die Zeit der großen Schwellenländern, der Brics, scheint vorbei. Gefragt sind stattdessen die „MIST“-Staaten, sagt ein Top-Banker von Goldman Sachs. Doch was verbirgt sich dahinter? Und kann man damit Geld verdienen?

Ein Wanderarbeiter läuft auf dem Dach eines Gebäudes: Der Begriff "BRIC" sollte in den Ohren für Investoren und für Kleinanleger nach ein Dorado klingen. Quelle: REUTERS
Ein Wanderarbeiter läuft auf dem Dach eines Gebäudes: Der Begriff "BRIC" sollte in den Ohren für Investoren und für Kleinanleger nach ein Dorado klingen. Quelle: REUTERS

Jim O'Neill ist weltbekannt für seine Ideen. 2001 ersann der Chef von Goldman Sachs Asset Management den Namen "BRIC". Einen Kunstbegriff, der in den folgenden Jahren Tausende Kleinanleger in Deutschland beschäftigen sollte. Die vier Buchstaben stehen für Brasilien, Russland, Indien und China, also jene aufstrebenden Länder, denen so viele Volkswirte eine glorreiche Zukunft vorhersagten. Die Anleger, und das war das große Versprechen, sollten teilhaben an diesem unvorstellbaren Boom, wenn sie Fonds kauften oder Zertifikate, die in Aktien der vier Länder investierten.

Anzeige

Für die Marketingabteilungen der Banken und Fondsgesellschaften war O'Neills Idee ein wahrer Segen. "BRIC", das klang griffig, das ließ sich sehr gut vermarkten. Jede noch so kleine Fondsboutique oder Bank brachte ein entsprechendes Anlageprodukt auf den Markt. "Verdienen Sie an den großen Schwellenländern", stand in den bunten Verkaufsprospekten. Ein Dorado für Investoren, auch für Kleinanleger.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

  • Platz 1

    Hongkong

  • Platz 2

    USA

  • Platz 3

    Schweiz

  • Platz 4

    Singapur

  • Platz 5

    Schweden

  • Platz 6

    Kanada

  • Platz 7

    Taiwan

  • Platz 8

    Norwegen

  • Platz 9

    Deutschland

  • Platz 10

    Katar

  • Quelle

    IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

    Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Ein Jahrzehnt später fällt die Bilanz vieler BRIC-Fonds mäßig bis schlecht aus. Selbst Jim O'Neill, der Namensgeber, hatte zwischenzeitlich den Glauben an die BRIC-Goldgrube verloren. Er erfand einfach einen neuen Begriff: "Next Eleven". Elf Schwellenländer, sehr viel kleiner und für Investoren attraktiver als die BRICs, darunter Pakistan, Ägypten oder Vietnam. Die Lieblinge O'Neills sind mittlerweile aber ganz andere, nämlich Mexiko, Indonesien, Südkorea und die Türkei. Packt man deren Anfangsbuchstaben wiederum zusammen, ergibt das den Begriff "MIST". Leicht zu merken, in manchen Kulturkreisen aber nicht eben positiv besetzt.

O'Neill legt deshalb großen Wert darauf, dass dieser Begriff nicht von ihm stamme, ausnahmsweise. Wer ihn letztlich in die Welt gesetzt hat, ist nicht geklärt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat ihn zumindest zuletzt aufgegriffen. Das Bruttoinlandsprodukt der vier Staaten jedenfalls hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Im vergangenen Jahr trugen sie rund 73 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der Next-Eleven-Länder bei. Keine schlechte Bilanz.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

  • Deutscher Aktienindex (Dax)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +31,1 Prozent (inkl. Dividenden), -5,2 Prozent (ohne Dividenden)

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.311 Euro

  • Aktien der Deutschen Bank

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: -46,6 (inkl. Dividenden); - 58,5 Prozent (ohne Dividenden)

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 534 Euro

  • Dow Jones

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +22,7 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.227 Euro

  • EuroStoxx 50

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +1,5 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.015 Euro

  • Nikkei

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): -9,8 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 902 Euro

  • Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +9,2 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.092 Euro

  • MSCI Emerging Markets

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +172,4 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.724 Euro

  • Gold

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +284,3 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.843 Euro

  • Silber

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +396,3 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.963 Euro

  • Öl

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +259,2 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.592 Euro

  • Weizen

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +54,9 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.549 Euro

  • Kaffee

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +150,8 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.508 Euro

  • Staatsanleihen (Rexp)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +69,7 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.697 Euro

  • Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +38,9 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.389 Euro

  • Sparbuch

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.101 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,97 Prozent (Spareckzins)

  • Tagesgeld

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.215 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,97 Prozent

  • Festgeld

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.276 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,47 Prozent

Aber nicht alle können sich für Abkürzungen begeistern, sind sie auch noch so griffig. "Ich war noch nie ein großer Verfechter von Akronymen beziehungsweise pauschalen Anlageempfehlungen wie BRIC, Next Eleven oder auch MIST", sagt Nick Price, Fondsmanager bei Fidelity. "Als Investor suche ich nach profitablen Unternehmen mit einer starken Marktposition, die fair bewertet sind. Die Projektionen zu Bruttoinlandsproduktentwicklung und Demografie, die den Trendformulierungen von BRIC bis MIST zugrunde liegen, sind natürlich wichtig. Sie sind aber bei weitem nicht das A und O des erfolgreichen Investors." Mag sein. Viele Investoren werden trotzdem auf die MIST-Staaten schauen. Handelsblatt Online stellt die vier Staaten im Folgenden vor. Ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen - und wie Anleger dort investieren können.

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Es kann bis 9000 gehen
Es kann bis 9000 gehen

Die Rally läuft, und sich dagegen zu stemmen, ist gefährlich. Mindestens ein kräftiger Schub sollte noch kommen – nach...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.