Schwellenländer: Mexiko ist wichtig, aber Brasilien ist stärker

InterviewSchwellenländer: Mexiko ist wichtig, aber Brasilien ist stärker

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Mark Mobius, 76, fliegt 330 Tage im Jahr für seinen Arbeitgeber, den US-Fondsriesen Franklin Templeton, durch die Welt - um Fonds zu vermarkten und in Schwellenländern Investmentchancen aufzuspüren.

Im Februar haben sich die meisten Schwellenländer-Aktien positiv entwickelt. Der Anlage-Experte Mark Mobius erklärt, warum sich Investoren jetzt speziell auf Mexiko und Brasilien konzentrieren sollten.

Inwieweit hat sich die politische Einmischung in staatskontrollierte Unternehmen auf die Glaubwürdigkeit Brasiliens ausgewirkt?
Mark Mobius: Die politische Einmischung hat das Ansehen der öffentlichen Unternehmen beeinträchtigt. Zwar gibt es nichts dagegen einzuwenden, dass der Staat sein Interesse an den Unternehmen ausübt, an denen er durch Aktien beteiligt ist. Doch er muss ebenfalls berücksichtigen, dass es andere Investoren gibt und es muss einen gewissen Regress geben, um die Schritte der Regierung zu rechtfertigen.

Ist es das Wachstum oder die Inflation in Brasilien, die Ihnen aktuell mehr Sorgen bereiten?
Eine Problemlösung für das niedrige Wachstum könnte letztendlich auch die Frage der Inflation beantworten. Wachstumserhöhung und Inflationssenkung bedeuten Produktivitätssteigerung sowie eine Entlastung der Konjunktur. In diesem Zusammenhang sollte man einen Plan berücksichtigen, um private Infrastrukturinvestitionen anzulocken.

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Was sind von Ihrem Standpunkt aus heute die dringendsten Probleme Brasiliens?

Der komplizierte Steuercode muss überarbeitet werden. Steuersenkungen sowie der Abbau anderer bürokratischer Hindernisse wären von Vorteil. Ein schnelleres Bewilligungsverfahren für durch die Regierung erteilte Konzessionen zur Infrastrukturverbesserung ist ausschlaggebend, um ein kräftigeres Wachstum des Landes zu unterstützen. Die Qualität der Investitionen in die Ausbildung ist ein weiterer Bereich, der von der Verbesserung profitieren könnte.

Wie schätzen Sie die Aussichten für Brasilien ein?
Brasilien ist wirtschaftlich ein äußerst unabhängiges Land. Erstens hatte es große Rohstoffvorkommen, und zwar nicht nur Mineralien und Öl, sondern auch landwirtschaftliche Ressourcen. Damit ist es in der Lage, problemlos die Bevölkerung zu ernähren. Außerdem kann es Eisen, Stahl und andere Metalle sowie viele andere Rohstoffarten mit den eigenen Mitteln herstellen.

Aufgrund des steigenden Pro-Kopf-Einkommens verändert sich das Konsumverhalten in Brasilien recht schnell. Daher erwarten wir, dass Brasilien zum führenden Konsumgüterhersteller avanciert, und zwar sowohl für Verbrauchs- als auch langlebige Gebrauchsgüter. Brasilien besitzt ein gewaltiges Potenzial für Wirtschaftswachstum. Wir hoffen, dass die Privatinvestitionen steigen. Dies könnte 2013 und darüber hinaus wiederum zu langfristigen Produktionssteigerungen des Landes führen.
Außerdem veranstaltet Brasilien 2014 die Fußball-Weltmeisterschaft und 2016 die Sommerolympiade. Es wurden bereits beträchtliche Investitionen in die Infrastruktur getätigt. Das Wirtschaftswachstum sollte in den kommenden Jahren an Dynamik gewinnen und die Grundlage für langfristiges nachhaltiges Wachstum verbessern.

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