Sichere Anlage: Schiffsfonds-Anleger verklagen Banken und Sparkassen

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exklusivSichere Anlage: Schiffsfonds-Anleger verklagen Banken und Sparkassen

von Mark Fehr

Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken stehen Millionenklagen wegen Beratungsfehlern beim Verkauf von Schiffsfonds ins Haus.

Nach Recherchen der WirtschaftsWoche bereiten mehrere Anlegeranwälte derzeit Klagen vor, weil die Finanzinstitute die risikoreichen Fonds teilweise sogar als sichere Anlage für die Altersvorsorge verkauft haben. Vielen Anlegern drohen inzwischen sogar Totalverluste, weil nicht nur das Frachtaufkommen weltweit zurück geht, sondern die Schiffe teilweise marode sind. „In diesem und im kommenden Jahr sind Insolvenzen von etwa 400 deutschen Schiffsgesellschaften zu erwarten“, sagt Claus Brandt, Leiter des Maritimen Kompetenzzentrums bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC, der WirtschaftsWoche.

„Meine Mandanten wurden von ihren Beratern über die Risiken der zur Altersvorsorge völlig untauglichen Schiffsfonds im Unklaren gelassen“, sagte der Anlegeranwalt Ralf Stoll aus Lahr bei Freiburg der WirtschaftsWoche. Stoll hat Unterlagen, wonach Berater der Deutschen Bank, der Postbank sowie des Strukturvertriebs AWD Schiffsbeteiligungen als sichere Anlagen angepriesen haben. Dabei seien hohe Provisionen von bis zu 30 Prozent des Eigenkapitals der Fonds in die eigenen Taschen geflossen.

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„Es reicht nicht, über die Höhe der Provisionen zu informieren, auch die Empfänger müssen klar genannt sein“, wirft Andreas Lang von der Kanzlei Nieding + Barth den Banken und Fonds Verschleierungstaktik vor. Lang vertritt unter anderem einen Schiffsfondsanleger, der von einer bayerischen Volksbank beraten und über die Provision von elf Prozent im Unklaren gelassen wurde. Eine hessische Sparkasse habe einem Mandanten sogar Kredit gegeben, damit der die Mindestzeichnungssumme einer Schiffsbeteiligung von 20.000 Euro stemmen konnte.

Klagen drohen auch, weil Fonds deutlich weniger in ihre Schiffe investiert haben, als im Anlageprospekt ausgewiesen. Das betrifft laut WirtschaftsWoche das Hamburger Fondshaus MPC mit der Reederei Claus-Peter Offen. „Laut Rechnung unserer Kanzlei flossen nur 70 Prozent des Anlegergeldes in die Offen-Schiffe, der Rest ging zur Deckung sonstiger Kosten drauf“, kritisiert Kapitalmarktanwalt Mathias Nittel. Der Prospekt habe dagegen den Eindruck erweckt, dass 90 Prozent des Eigenkapitals in die Schiffe investiert wurden. Diese wichtige Information sei den Anlegern unterschlagen worden, was diese zu Schadenersatz für ihre Verluste berechtige.

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