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exklusivSichere Anlage: Schiffsfonds-Anleger verklagen Banken und Sparkassen

von Mark Fehr

Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken stehen Millionenklagen wegen Beratungsfehlern beim Verkauf von Schiffsfonds ins Haus.

Bargeld

In Krisenzeiten ist es sinnvoll, das Portemonnaie voll zu haben. Möglicherweise werden ec-Karten zur Bezahlung nicht akzeptiert, und Geldautomaten spucken kein Geld mehr aus. Sehr Vorsichtige horten das für vier Wochen nötige Bargeld im heimischen Safe. Nach einer Bankpleite müssen die EU-weit vorgeschriebenen gesetzlichen Einlagensicherungstöpfe einspringen. Sie sollen Guthaben von Girokonten, Tagesgeldern und Sparbüchern bis zur Höhe von 100.000 Euro nach maximal 20 Arbeitstagen wieder bereitstellen. Diese Zeit ist zu überbrücken.

Graue Flamme = Sicher bei Bankpleite, fünf rote Flammen = hohes Risiko

Bild: Sebastian_Wolf

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Nach Recherchen der WirtschaftsWoche bereiten mehrere Anlegeranwälte derzeit Klagen vor, weil die Finanzinstitute die risikoreichen Fonds teilweise sogar als sichere Anlage für die Altersvorsorge verkauft haben. Vielen Anlegern drohen inzwischen sogar Totalverluste, weil nicht nur das Frachtaufkommen weltweit zurück geht, sondern die Schiffe teilweise marode sind. „In diesem und im kommenden Jahr sind Insolvenzen von etwa 400 deutschen Schiffsgesellschaften zu erwarten“, sagt Claus Brandt, Leiter des Maritimen Kompetenzzentrums bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC, der WirtschaftsWoche.

„Meine Mandanten wurden von ihren Beratern über die Risiken der zur Altersvorsorge völlig untauglichen Schiffsfonds im Unklaren gelassen“, sagte der Anlegeranwalt Ralf Stoll aus Lahr bei Freiburg der WirtschaftsWoche. Stoll hat Unterlagen, wonach Berater der Deutschen Bank, der Postbank sowie des Strukturvertriebs AWD Schiffsbeteiligungen als sichere Anlagen angepriesen haben. Dabei seien hohe Provisionen von bis zu 30 Prozent des Eigenkapitals der Fonds in die eigenen Taschen geflossen.

Citigroup

An der amerikanischen Bankengruppe Citigroup sind Investoren aus zwei Ländern beteiligt. Das Emirat Abu Dhabi hält mit der Aabar Investment und der Abu Dhabi Investment Authority insgesamt 4,0%. Die Investoren aus Singapur, namentlich die Government of Singapore Investment Corporation und Temasek, halten zusammen 5,0% der Citigroup. Früher galt das Citigroup-Papier als dividendenstark, heute ist es ein Schatten seiner selbst. Empfehlung: Meiden.

Bild: AP

„Es reicht nicht, über die Höhe der Provisionen zu informieren, auch die Empfänger müssen klar genannt sein“, wirft Andreas Lang von der Kanzlei Nieding + Barth den Banken und Fonds Verschleierungstaktik vor. Lang vertritt unter anderem einen Schiffsfondsanleger, der von einer bayerischen Volksbank beraten und über die Provision von elf Prozent im Unklaren gelassen wurde. Eine hessische Sparkasse habe einem Mandanten sogar Kredit gegeben, damit der die Mindestzeichnungssumme einer Schiffsbeteiligung von 20.000 Euro stemmen konnte.

Klagen drohen auch, weil Fonds deutlich weniger in ihre Schiffe investiert haben, als im Anlageprospekt ausgewiesen. Das betrifft laut WirtschaftsWoche das Hamburger Fondshaus MPC mit der Reederei Claus-Peter Offen. „Laut Rechnung unserer Kanzlei flossen nur 70 Prozent des Anlegergeldes in die Offen-Schiffe, der Rest ging zur Deckung sonstiger Kosten drauf“, kritisiert Kapitalmarktanwalt Mathias Nittel. Der Prospekt habe dagegen den Eindruck erweckt, dass 90 Prozent des Eigenkapitals in die Schiffe investiert wurden. Diese wichtige Information sei den Anlegern unterschlagen worden, was diese zu Schadenersatz für ihre Verluste berechtige.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 06.09.2012, 10:23 UhrT.Carstensen

    Mit entsetzen nehme ich diesen Artikel zur Kenntnis, der leider frei von jedem Fachwissen ist. Hier geht es nicht um Aufklärung von Hintergründen oder Marktzusammenhängen. Hier geht es nicht um die Renditeerwartungen und die - heute vergessene - Risikobereitschaft von Anlegern, die für ihr "gutes" Geld jährliche Auszahlungen von 8 % und das bitte steuerfrei wollten und dafür unternehmerische Risiken eingegangen sind. Wie kann ein solcher Artikel entstehen, ohne das dem Redakteur offensichtlich bekannt ist, dass jede in Deutschland initierte Schiffsbeteiligung einen von der BaFin geprüften Prospekt hat, der anders als bei jedem Investmentfonds, dem Anleger vor Investition auszuhändigen ist. Darin wird jede Kostenposition explizit dargelegt und erläutert. Jedes Risiko der Kapitalanlage wird dargestellt. Der Prospekt wird nach dem IDW S4 Standard durch einen Wirtschaftsprüfer geprüft und mit einem Prospektgutachten versehen, das jeder Investor zusätzlich anfordern kann. Vielleicht lesen Sie einen solchen Propekt mal, bevor Sie solche Artikel veröffentlich - es wäre Ihnen diese Peinlichkeit erspart geblieben. Es ging um 8 % steuerfreie Rendite. Die Risiken wurden oder wollten nicht gesehen werden. Jetzt haben sich die Risiken in der Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise zum Teil verwirklicht - das ist bedauerlich, aber Bestandteil dieser Entscheidung. Es ist mir unerträglich, dass ein Haus wie Ihres solche Artikel veröffentlicht. Das hat nicht mal Bildzeitungsniveau!

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