Siegfried Hofreiter: "US-Mais vertrocknet"

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Siegfried Hofreiter: "US-Mais vertrocknet"

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Der Cash-Flow von KTG im Jahre 2011konnte Investoren nicht begeistern. 2012 und 2013 soll das laut Finanzvorstand Siegfried Hofreiter anders aussehen.

von Martin Gerth

Der Mitgründer des Agrarunternehmens KTG Agrar rechnet mit steigenden Getreidepreisen.

WirtschaftsWoche: Herr Hofreiter, das US-Landwirtschaftsministerium meldet starke Ernterückgänge bei Mais und Soja wegen starker Trockenheit. Wie sieht es auf deutschen Äckern aus?

Hofreiter: Wir rechnen mit zehn Prozent mehr Ertrag als im Vorjahr. In den neuen Bundesländern, wo wir eigene Flächen bewirtschaften, war das Frühjahr zwar zu trocken, aber der Juni brachte ausreichend Niederschläge. Auch der durchwachsene Sommer hat die Getreideernte kaum beeinträchtigt. Wetter-Probleme gab es eher in Süddeutschland.

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Die Missernten in den USA ließen die Preise stark steigen. Hat KTG profitiert?

Wir hatten bis Juni rund die Hälfte unserer Ernte auf Termin verkauft. Dort profitieren wir noch teilweise von den gestiegenen Preisen, bei der anderen Hälfte dagegen ganz wesentlich.

Können Sie das präzisieren?

Wir haben drei Preismodelle. Zum einen garantiert uns die Lebensmittelindustrie Mindestpreise. Im Gegenzug profitieren wir nur zu einem Drittel von steigenden Marktpreisen. Für ökologisch erzeugte Agrarprodukte vereinbaren wir Festpreise, die zwei bis drei Jahre gelten. Den Rest verkaufen wir zum jeweils gültigen Tagespreis, beispielsweise Weizen und Gerste an staatliche Händler in Saudi-Arabien.

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Müssen wir in diesem Jahr mit weiter steigenden Getreidepreisen rechnen?

Bei Weizen und Roggen liegen wir derzeit bei 240 bis 260 Euro je Tonne. In den kommenden zwölf Monaten werden wir sicher bei 300 Euro ankommen. Noch extremer ist die Situation bei Futtermais. Viele Maispflanzen auf US-Äckern sind bereits vertrocknet und tragen keine Kolben, da würde jetzt auch Regen nicht mehr helfen. Ich rechne mit einem weiteren Preisanstieg von 220 bis 240 Euro je Tonne auf etwa 300 Euro.

2011 erzielte KTG einen Jahresüberschuss von nur 1,2 Millionen Euro – zu wenig, um Investoren zu begeistern.

2011 haben wir die Kapazität unserer Biogassparte von 11 auf 22 Megawatt ausgebaut. Zudem haben wir unsere Ackerfläche um 2500 Hektar erweitert. Inzwischen gehören uns 8000 der 35.000 Hektar, die KTG bewirtschaftet. Diese Investitionen haben unser Ergebnis geschmälert. 2012 und 2013 werden wir die Investitionen deutlich zurückfahren und mehr Cash-Flow generieren. Analysten erwarten bis 2013 einen Anstieg des operativen Gewinns von heute 15 Millionen Euro auf rund 30 Millionen Euro. Damit fühlen wir uns wohl.

Die Politik hat die Solarförderung gekappt. Ähnliches könnte Biogas drohen.

Kürzungen würden nur neue Anlagen treffen, die Einspeisevergütung für bestehende Anlagen bleibt erhalten. Zudem speist unsere Tochter KTG Energie die Hälfte des erzeugten Biogases direkt ins Gasnetz – ohne Subventionen.

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