Silberjunge: Silber als Wertspeicher

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Silberjunge: „Silber ist der beste Inflationsschutz“

Silber als Wertspeicher

Auch die Goldanleger haben lange auf eine steigende Inflation gesetzt und inzwischen herbe Rückschläge hinnehmen müssen, weil sich Profi-Spekulanten wieder aus ihren Goldinvestments verabschiedet haben. Auch von Preismanipulation ist die Rede. Droht Silberanlegern ähnliches?

Silber führt im Vergleich zu Gold zu Unrecht ein Schattendasein als Investment. Nur sechs Milliarden Dollar wurden 2012 in Silber nach heutigen Marktpreisen investiert, bei Gold waren es 67 Milliarden Dollar. Die Gesamtnachfrage eines Jahres nach Silber hat aktuell einen Marktwert von 23 Milliarden Dollar. Selbst die Goldnachfrage kommt nicht einmal auf 200 Milliarden US-Dollar. Weil diese Märkte vergleichsweise klein sind, können über die Terminmärkte die Gold- und Silberpreise leicht manipuliert werden. Genau dies konnten wir in den vergangenen Wochen feststellen. Am 20. Mai, an einem Montag kurz nach Mitternacht, wenn es normalerweise nur ein kleines Rinnsal an Umsätzen gibt, haben wir einen reißenden Sturzbach erlebt mit einem Verkauf von mehr als 13 Millionen Unzen Silber. Dabei fiel der Silber-Future nah an die 20-Dollar-Schwelle. Der Kurseinbruch führte dazu, dass viele Knock-Out-Zertifikate wertlos und viele Stop-Loss-Aufträge ausgeführt wurden, so dass sicherlich auch unzählige Kleinanleger Schaden genommen haben. Interessanterweise hat sich im Gegenzug zu den Aktienmärkten hier keine Marktaufsicht bemüßigt gesehen, da einzuschreiten und das Ganze einer Prüfung zu unterziehen. Zumindest die Terminmarktaufsicht in Chicago oder Tokio hätten sich da mal räuspern müssen. Aber das ist nicht geschehen.

Rohstoffexperte Weinberg im Interview "Der Goldpreiscrash war keine Manipulation"

Der Goldcrash kam mit Ansage, sagt der Rohstoffexperte Eugen Weinberg und wundert sich über die Abflüsse aus dem weltgrößten Goldfonds.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Sollte der Preis wirklich manipuliert werden, macht das ein Silberinvestment doch zu einem unkalkulierbaren Risiko.

Obwohl der Silberpreis am 20. Mai bis Tagesschluss wieder auf mehr als 23 Dollar kletterte, kommt Silber in den Mainstream-Medien sehr schlecht weg, die Financial Times sprach sogar vom Metall des Teufels. Meine Nerven liegen nach dem Rückgang des Silberpreises aber nicht blank. Starke Korrekturen gehören beim Silber dazu. Die haben wir in der Vergangenheit immer gesehen – und ertragen müssen. Silber hat zusammen mit Gold seit Jahrtausenden als Wertspeicher gedient. Das kann man von keinem Papiergeldsystem behaupten.

Fliehen die Profis wie beim Gold auch aus börsennotierten Silberfonds und sorgen so für einen sinkenden Silberpreis?

Beim Silber haben wir das so nicht gesehen, die ETF-Bestände sind auf hohem Niveau geblieben. Bemerkenswert ist vielmehr die regulatorische Seite. Bis zum Absturz vom Hoch im Mai 2011 bei 50 Dollar pro Feinunze Silber gab es seinerzeit nur eine winzige Erhöhung der Sicherheitsleistung, die Silber-Future-Investoren hinterlegen müssen. Als der Silberpreis nach Erreichen des Rekordhochs wieder fiel, haben die Aufsichtsbehörden diese sogenannte Margin gleich viermal deutlich erhöht. Erst wurden die Anleger mit einer niedrigen Margin in Silberinvestments gelockt, dann im Kursrückgang haben sie die Schmerzen der Spekulanten zur Unzeit erhöht – und sie ins offene Messer laufen lassen. Das merkwürdige Verhalten der Rohstoffbörse in Chicago gibt also Anlass zu Spekulationen. In jedem Fall hat es ein Geschmäckle.

Wer könnte denn hinter einer möglichen Marktmanipulation stecken und warum?

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Die vier größten Spieler auf dem Silberterminmarkt haben laut Terminmarktaufsicht im November 2012 Nettoleerverkäufe von in der Spitze 278 Millionen Feinunzen getätigt. Das entspricht 37 Prozent der Minenproduktion eines Jahres. Bei keinem anderen Rohstoff sehen wir so eine dominierende Stellung der vier größten Akteure. Wer diese Spieler sind, verrät die Aufsichtsbehörde allerdings nicht. Selbst aktuell sind es noch immer fast 195 Millionen Unzen, also mehr als ein Viertel der Jahresproduktion, die dort bewegt werden. Wenn sie auf dem Terminmarkt einen Kurs auf Dauer unter seinen Gleichgewichtspreis drücken, wird physisches Silber knapp, weil die Anleger günstig Barren, Münzen, Tafelsilber oder Schmuck kaufen. Solche manipulativen Eingriffe können daher nur das Ziel haben, die sprunghaften Investoren aus dem Markt zu drücken. Aber sie haben kurze Beine. Für mich der beste Beweis: Trotz des Silberpreiseinbruchs steht Silber deutlich über seinem Tief vom Jahr 2004 bei 4,04 Dollar. Auch der Goldpreis liegt heute mit fast 1400 US-Dollar deutlich über seinem Tief von 1999 von 252 Dollar.

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