Sinkende Preise: Gold bleibt auch nach dem Crash alternativlos

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Sinkende Preise: Gold bleibt auch nach dem Crash alternativlos

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Den starken Verfall des Goldpreises nehmen viele Anleger als Möglichkeit für den Einstieg in die Krisenwährung

von Frank Doll

Kaufchance oder das Ende der Hausse? Der Einbruch des Goldpreises verunsichert die Anleger. Viele wollen das Edelmetall schnell abstoßen, aber die Geschichte zeigt, dass Anleger nicht zu früh das Handtuch werfen sollten.

"Wann lügt ein Politiker? Wenn er seine Lippen bewegt." Anleger Armin Kusch glaubt nicht an die Einlagengarantie von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Ernstfall würden alle Sparer rasiert, auch die mit weniger als 100.000 Euro auf der hohen Kante, sagt der 46-jährige Familienvater. Kusch steht am Schalter des Edelmetallhändlers Pro Aurum in München und kauft Goldmünzen, Philharmoniker und Maple Leaf. Geld, das er für die Ausbildung seiner Kinder zurückgelegt habe, tausche er jetzt in Gold. Dass der Goldpreis gerade den schärfsten Preisverfall seit Jahrzehnten erlebt habe, sei ein Geschenk der Götter. Schließlich bekomme er mehr Gold für sein Papiergeld, sagt er.

Nachdem bei der Rettung Zyperns erstmals Spareinlagen in die Haftung für Pleitebanken genommen wurden, machen sich Anleger Gedanken, ob ihre Einlagen auf der Bank noch sicher sind vor dem Zugriff der Euro-Retter. Tatsächlich haben zuletzt immer mehr Bürger einen Teil ihrer mager verzinsten Spareinlagen von der Bank genommen und dafür zinsloses, aber pleiteungefährdetes Gold gekauft – als eiserne Liquiditätsreserve außerhalb des Finanzsystems. Beim Edelmetallhändler Westgold aus Lindhorst in Niedersachsen hätten sich die Verkäufe von Gold seit der Zypern-Entscheidung nahezu verdreifacht, berichtet Geschäftsführer Martin Siegel. Andere Händler melden ebenfalls einen spürbaren Anstieg der Goldkäufe.

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Gold ist ausverkauft

Zum Teil werden Münzen und Barren knapp. So nimmt die Rand Refinery im südafrikanischen Germiston seit drei Wochen keine neuen Kaufaufträge mehr an. Die Produktion sei bis Ende April ausverkauft, heißt es beim Produzenten der weltweit meistgehandelten Goldmünze Krügerrand. Im Online-Shop von Pro Aurum etwa gab es am vergangenen Donnerstag keine Krügerrand mehr.

Schwarze Tage für Gold

Schwarze Tage für Gold. Goldpreisentwicklung und Handelsvolumen am 12. und 15. April

Mit ihrer Ahnung, dass die Enteignung der Sparer in Zypern die Blaupause für zukünftige Bankpleiten in der EU sein wird, lagen die Goldkäufer der vergangenen Wochen goldrichtig. Auf ihrem Treffen in Dublin am 12. April vereinbarten die EU-Finanzminister, dass Spareinlagen über 100.000 Euro bei zukünftigen Bankpleiten haften, wenn das Geld von Aktionären und Besitzern von Bankschuldverschreibungen nicht reicht. Letztere halten vor allem Lebensversicherer, die auch die Ersparnisse weniger betuchter Leute anlegen.

Einen positiven Effekt auf den Goldpreis hatten die zunehmenden Goldkäufe der besorgten Sparer allerdings nicht. Im Gegenteil. Am Freitag und am Montag nach den Dubliner Beschlüssen brach er um 15 Prozent ein.

Sicherer Hafen?

Man muss kein Anhänger von Verschwörungstheorien sein, um zu erkennen, dass ein steigender Goldpreis nachlassendes Vertrauen in Dollar und Euro und in die Sicherheit von Bankeinlagen dokumentiert – und dass weder Regierungen noch Zentral- und Geschäftsbanken daran ein Interesse haben. Ein schockartiger Goldpreiseinbruch dagegen verbreitet Verunsicherung. Taugt Gold nach zwölf Jahren Hausse tatsächlich noch als sicherer Hafen?

Es waren gewaltige Verkaufsorders an der New Yorker Terminbörse Comex, die den Goldpreis am Freitag des Finanzminister-Treffens in die Knie zwangen. An der Comex werden Lieferansprüche auf Gold gehandelt, von denen nur ein geringer Teil mit physischem Gold ausgeglichen wird. Die dazu an der Comex hinterlegten Goldbestände schrumpfen seit Wochen. Ebenso auffällig: Die Spotpreise für sofort zu lieferndes Gold liegen über den Kursen für Lieferung in der Zukunft. Dieser ungewöhnliche Zustand deutet ebenfalls darauf hin, dass das zur sofortigen Lieferung zur Verfügung stehende Material knapp ist, sagt Pro-Aurum-Chef Robert Hartmann.

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7 Kommentare zu Sinkende Preise: Gold bleibt auch nach dem Crash alternativlos

  • 1)Ja was Draghi angeht, frage ich mich wann man in Europa diesen Spinner aus dem Sessel nimmt und in einen Kartoffelsack packt. So wie er das macht, da kann man auch dreijähriges Kind hinsetzen.

    2) Die Rasur kommt. So sicher wie das Amen in der Kirche. Und sie wird selbstverständlich auch alle Einkommen umfassen. Erst die ab 100.000 dann die ab 50.000 und in Wahrheit gleich alle, weil Vermögen erst eingefroren werden, auf eine unbestimmte Zeit. Abhebelimit von 100 Euro pro Tag, fertig. Wer dann auf diese Weise seine 100.000 bekommen will braucht 1000 Arbeitstage.

    3) Genauso die Hetze mit Steuer CDs - wo sich unserer Staat wie ein gewöhnlicher Krimineller hinstellt und gleich gegen mehrere Gesetze verstößt, die vor Gericht nie und nimmer verwendet werden dürften! Illegale Beweisbeschaffung, Verstoß gegen Datenschutzgesetze und Kauf von Hehlerware auf Kosten der ehrlichen Steuerzahlers. Und da stellt sich unserer Herr Schäuble hin, der 100.000 Euro "Zuwendung" von einem Herr Schreiber erhalten hat.... und will uns kriminalisieren.

    Jemand sollte ihn wirklich die Treppe runter fahren lassen

  • Wie wichtig Gold ist, weiß eigentlich jeder Immobilienbesitzer von seiner Gebäudeversicherungsrechnung. Dort ist die Versicherungssumme ohne Grundstück stets in Goldmark aufgeführt, sagen wir z.B. 20.000 Goldmark. Mit dem auf der Rechnung angegebenen ‚gleitenden Neuwertfaktor’ und mit der Umrechnung DM / Euro = 1,95583 kann so die Versicherungssumme von Goldmark in Euro umgerechnet werden. Für das Jahr 2009 ist z.B. ein Neuwertfaktor = 15 angegeben. Dann rechnet man so:

    Versicherungswert in Euro = 15 * 20.000 /1,95583 = 153.388 Euro.

    Wie könnte man sich diese Rechnung ganz grob erklären?

    Eine Goldmark enthält laut Lexikon 0,3584225 g reines Gold. Damit kann für Juli 2009 das in 20.000 Goldmark enthaltene reine Gold berechnet werden: 20.000 Goldmark * 0,3584225 g /Goldmark = 7,16845 kg reines Gold. Aus diesem Gewicht folgt der Wert in Euro mit dem für Juli 2009 geltenden Goldpreis von ca. 21,5 Euro / Gramm. Das Goldgewicht in Euro ausgedrückt wäre 7.168,45 g * 21,5 Euro / g = 154.122 Euro, nahezu dasselbe wie obige 153.388 Euro.

    Alle herumgeisternden Papiergeld-Derivate betragen weltweit rund 600 Billionen Euro (das 10-fache des Welt-BSP) oder mit 40 Euro / g in Gold ausgedrückt ca. 15 Millionen Tonnen Gold. Gefördert hat die Menschheit bislang aber nur ca. 0,16 Millionen Tonnen Gold. Diese Knappheit ist der Grund, warum die Leute nicht an Gold, sondern an bedrucktes Papier glauben sollen. Diejenigen, die das so wollen, haben aber selbst Gold, denn wer für andere Wasser predigt, trinkt bekanntlich selbst heimlich Wein.

  • @ Goldmark : Gut erklärt, danke dafür..

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