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Sommerakademie Geldanlage: So finden Sie die richtigen Fonds

von Anke Rezmer Quelle: Handelsblatt Online

Mit den richtigen Fonds kann man auch in schwierigen Börsenzeiten Erträge erzielen, zumindest aber das Verlustrisiko im Rahmen halten. Hier die wichtigsten Tipps zu Misch-, Aktien- und Anleihefonds.

Händler an der Frankfurter Börse. Quelle: dapd
Händler an der Frankfurter Börse. Quelle: dapd

Platzen der US-Immobilienblase, Pleite der Bank Lehman, Finanzkrise, Schuldenkrise in Europa - für die Finanzmärkte waren die vergangenen zehn Jahre extrem bewegt. Unterm Strich bleibt Anlegern nach gravierenden Ausschlägen, vor allem an den Aktienbörsen, allerhöchstens ein kleines Plus pro Jahr.

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Wem das Auf und Ab zu nervenaufreibend ist, wer aber dennoch auf die Kern-Anlageklassen Aktien und Anleihen setzen möchte, kann sich mit Investment-Fonds eine Chance auf mehr Ruhe im Depot erkaufen. Denn ein breit anlegender Fonds puffert Ausschläge einzelner Wertpapiere ab.

Allerdings muss der Anleger einen Fonds finden, der dies bietet. Entscheidend für den Erfolg einer Geldanlage ist die Struktur der Investments. Sie verantwortet bei Fonds 90 Prozent der Rendite, wie Experten von Ibbotson, Tochter des US-Fondsanalysehauses Morningstar, herausgefunden haben.

Dazu gehört, dass Fondsmanager regelmäßig wenig aussichtsreiche Wertpapiere gegen attraktivere austauschen. Dies kann den Ertrag eines Fonds erhöhen und das Verlustrisiko verringern. Schaut man auf die vergangenen zehn Jahre, haben die besten Manager weltweit anlegender Aktienfonds bis zu zehn Prozent Plus im Jahr erzielt - das ist rund dreimal so viel wie der wichtigste Börsenindex MSCI World vorweist.

Bei weltweit anlegenden Anleihefonds und aus verschiedenen Papieren gemischten Fonds erreichten Spitzenmanager mit rund acht Prozent im Jahr doppelt so viel wie die Vergleichsindizes. Ein Wermutstropfen für Anleger ist aber, dass nur wenige Fondsmanager längerfristig mit guten Erträgen überzeugen.

Aktiv oder passiv ist „Geschmackssache“

„Viele Fondsmanager schaffen es nicht, nach Abzug der Kosten ihre Vergleichsindizes zu schlagen", sagt André Härtel, Analyst bei Feri Eurorating. In den vergangenen zehn Jahren hat nur ein knappes Fünftel der Manager internationaler Aktienfonds die Messlatten übertrumpft, wie Zahlen von Feri zeigen. Bei Managern von Mischfonds und Anleihefonds war das Ergebnis kaum besser.

Um im Dschungel von mehr als 7000 Fonds für private Anleger nun gute Produkte mit passender Strategie zu finden, muss man sich etwas Mühe geben. Helfen können hier die Ratings der Fondsanalysehäuser. Diese bewerten zwar die vergangene Entwicklung von Fonds. Aber „Fonds, die fünf Jahre oder länger überdurchschnittlich waren, bleiben dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in den nächsten Jahren", sagt Härtel.

Einmal im Jahr raten Experten den Anlegern, zu prüfen, ob sich die Strategie geändert hat oder etwa der Fondsmanager gewechselt hat. Vor allem Letzteres kann den Charakter eines Fonds verändern, wenn die Strategie vor allem an einem Fondsmanager hängt. Auch das Volumen eines Fonds kann relevant sein.

Wenn erfolgreiche Fonds viel Kapital anziehen, kann ein Fondsmanager nicht mehr gewichtig in kleine Werte gehen, weil er mit großen Summen den Kurs der Aktien beeinflusste. Wem das alles zu kompliziert ist, der kann die zweite Variante von Fonds wählen, die indexnachbildenden sogenannten passiv gemanagten Fonds. Weil sie meist über die Börse gehandelt werden, heißen sie auch Exchange Traded Funds (ETF).

Viele dieser Fonds bilden schlicht Börsenindizes nach. Dafür sind die Fonds relativ preisgünstig und kosten oft nur ein Zehntel im Vergleich zu aktiven Fonds. Diese höheren Kosten von etwa bis zu zwei Prozent des Vermögens im Jahr bei Aktienfonds sind oft der Grund für das unterdurchschnittliche Abschneiden der Fondsmanager.

Gute Fonds könnten ihre Kosten jedoch wert sein. Ob jemand aber aktive oder passive Fonds kauft, hält Härtel von Feri daher für „Geschmackssache". Beides habe seine Berechtigung, meint Simon Nöth, Analyst bei Morningstar - je nach Marktphase und Strategie.

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