Sparbuch-Vergleich: Es gibt noch Trost fürs Sparschwein

Sparbuch-Vergleich: Es gibt noch Trost fürs Sparschwein

von Dörte JochimsQuelle:Handelsblatt Online

Mit 1,0 Prozent gilt die Inflationsrate in Deutschland als extrem niedrig. Doch um diesen Betrag zu verdienen, brauchen Anleger beim schlechtesten Sparbuch 19 Jahre. Wo es noch auskömmliche Sparbuchzinsen gibt.

„Glücklich ist, wer rechtzeitig darauf schaut, dass er es hat, wenn er es braucht“ - mit diesem Spruch warb der Moderator und Lebensberater Josef Kirschner jahrelang für Sparprodukte in Österreich. Das Ziel, etwas für die Zukunft zurückzulegen, verfolgten Generationen privater Anleger mit einem  Sparbuch. Es ist der Klassiker der Geldanlage und wurde in Deutschland erstmals 1818 bei der Berliner Sparkasse erwähnt. Seither wurden hier fast eineinhalb Jahrhunderte lang Ein- und Auszahlungen ebenso sorgfältig vermerkt wie die Zinsgutschriften. Noch immer zählt es zu den wichtigsten Anlageprodukten der Deutschen. Mehr als 500 Milliarden Euro haben Sparer hier investiert.

Welche Produkte sich aus Sicht der Deutschen am besten dazu eignen, um Vermögen aufzubauen

  • Rürup-Rente

    2013: 1%

    2012: 2%

    Mehrfachnennungen waren möglich; Quelle: Deutscher Sparkassen und Giroverband (Oktober 2013)

  • Immobilienfonds

    2013: 3%

    2012: 3%

  • Festverzinsliche Wertpapiere

    2013: 8%

    2012: 7%

  • Investmentfonds

    2013: 9%

    2012: 8%

  • Festgeld

    2013: 9 %

    2012: 17%

  • Aktien

    2013: 11%

    2012: 10%

  • Riester-Rente

    2013: 13%

    2012: 13%

  • Tagesgeld

    2013: 13%

    2012: noch nicht abgefragt

  • Edelmetalle

    2013: 17%

    2012: noch nicht abgefragt

  • Betriebliche Altersversorgung

    2013: 18%

    2012: 19%

  • Rücklagen auf Sparbuch

    2013: 19%

    2012: 27%

  • Fremd genutzte Immobilien

    2013: 24%

    2012: 21%

  • Bausparvertrag

    2013: 26%

    2012: 28%

  • Rentenversicherung

    2013: 27%

    2012: 28%

  • Lebensversicherung

    2013: 30%

    2012: 35%

  • Selbst genutzte Immobilie

    2013: 50%

    2012: 45%

    Mehrfachnennungen waren möglich; Quelle: Deutscher Sparkassen- und Giroverband (Oktober 2013)

Doch sind manche Produkte nicht viel besser als der berühmte Sparstrumpf, der einst ganz groß in Mode war: So bietet die Degussa-Bank  bei ihrem Sparbuch gerade mal 0,05 Prozent Zins. Bei der Deutschen Bank sind es magere 0,1 Prozent. So lässt sich eine Inflationsrate von derzeit 1,0 Prozent in Deutschland jedoch nicht ausgleichen. Bei 0,05 Prozent Zins würden Anleger absurde 19 Jahre brauchen um ihre Einlage auf 1,0 Prozent zu vermehren.

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Die besten Zinsen für Sparbücher

  • Platz 1 (überregionale Anbieter): Merkur Bank

    1959 in München gegründet, bietet die Privatbank mit dem „Zins Plus“- Konto und 1,3 Prozent die höchsten Sparbuchzinsen unter den überregionalen Anbietern. Das Institut behandelt zudem Neu- und Bestandskunden gleich und informiert Anleger stets drei Monate vor einer Zinsänderung.

    Quelle: FMH-Finanzberatung

  • Platz 2: GEFA-Bank

    Die Mittelstandsbank bietet derzeit 1,25 Prozent. Im Jahresschnitt waren es 1,26 Prozent. Das Verrechnungskonto ist ein Tagesgeldkonto.

  • Platz 3: Santander

    0,6 Prozent erhalten Kunden beim „Top-Sparbuch“. Die Rendite seit Januar liegt bei 0,68 Prozent. Die Zinsangaben gelten allerdings nur für Neuanlagen.

  • Platz 4: BMW Bank

    Das „BMW Online Sparkonto“ der Autobank ist mit 0,6 Prozent verzinst. und ist ein reines Internetprodukt. Den Kontoauszug gibt es halbjährig online. Das Guthaben wird nach Antrag im Internet oder per Telefon-Auftrag auf ein Referenzkonto ausgezahlt. Die Offerte gilt sowohl für Neu- wie auch für Altkunden.

  • Platz 5: Gallinat-Bank

    Mit diesem Sparkonto der Mittelstandsbank aus Essen erzielen Kunden aktuell 0,5 Prozent.

  • Platz 6: SKG Bank

    Das „Tele-Konto Plus“ bietet 0,5 Prozent.

  • Platz 7: Umweltbank

    Das „Umweltsparbuch“ wird grundsätzlich mit 0,4 Prozent verzinst. Das ist immerhin fast doppelt soviel, wie der Durchschnittskunde erhält. Sparer erhalten zudem einen Bonus in Höhe von 0,25 Prozent, wenn sie bis Ende des Jahres keine Ein- oder Auszahlungen getätigt haben. Die Auszahlung erfolgt auf ein Referenzkonto. Sparer müssen mindestens 500 Euro einzahlen.

  • Platz 8: Postbank

    Die „Sparcard direct“ ist zwar nur mit 0,4 Prozent verzinst. Doch für Reisefreudige kann sie sich dennoch lohnen: Zehn Abhebungen pro Jahr sind im Ausland mit der Sparcard und PIN an Automaten mit Visa Kennzeichnung kostenfrei.

  • Platz 9: Targobank

    Die ehemaligen City-Banker locken beim „Doppelsparen“ zwar nur mit Zinsen von 0,3 Prozent. Doch steigt die Einlage pro Jahr um mindestens 600 Euro, verdoppelt sich der Satz auf 0,6 Prozent.

  • Platz 1 (regionale Anbieter): PSD Bank Koblenz

    Das „PSD Spar Online-Konto“ landet im Zinsvergleich bei den regionalen Anbietern mit einem Zins von 1,1 Prozent auf den ersten Platz. Die Summe für Neuanlagen ist auf 50.000 Euro begrenzt.

  • Platz 2: Berliner Sparkasse

    0,75 Prozent gibt es für das „Sparkassenbuch Gold“. Die Kündigungsfrist beträgt allerdings hier sechs Monate, sonst fällt der Zins auf 0,1 Prozent.

  • Platz 3: PSD Bank Hessen-Thüringen

    Beim „PSDSpardirekt“- Sparbuch erhalten Kunden immerhin 0,4 Prozent.

„Dennoch sollten Minizinsen keine Ausrede sein, um mit dem Sparen einfach aufzuhören“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. Wer nicht regelmäßig Geld zurücklege, dem fehle schlicht die Basis, die sich verzinsen kann. Eine Umfrage des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes ist daher alarmierend. Sie zeigt, dass zwölf Prozent der Deutschen wegen der niedrigen Zinsen weniger sparen. Immerhin sieben Prozent sparen deshalb mehr und zwölf Prozent sehen sich nach attraktiveren Sparformen um. Denn nur wer genügend Geld zurücklegt und verfügbar hält, erspart sich in kleineren und größeren Notfällen teure Dispozinsen oder Nachteile, wenn Festgeldanlagen vorzeitig aufgelöst oder Wertpapiere voreilig verkauft werden müssen.

Schließlich zahlt der beste Sparbuchanbieter, die Münchner Merkur Bank,  immerhin 1,3 Prozent Zins. Das zeigt ein Vergleich der FMH-Finanzberatung für Handelsblatt Online. Damit ist die Inflationsrate abgegolten und wer seinen Sparerpauschbetrag noch nicht ausgereizt hat und keine Kapitalertragssteuer zahlt, steigt auch real gesehen mit einem Plus aus – und das bei Konditionen, die auch sonst vorbildlich sind. Das gilt jedoch nur für Top-Anbieter. Der Durchschnittszins für Sparbücher, der sogenannte Sparereckzins, liegt  derzeit nur bei 0,21 Prozent. Ende 2012 lag dieser Satz noch bei 0,6 Prozent. Bei Tagesgeld werden derzeit immerhin im Mittel noch 0,68 Prozent geboten. Mit dem Sparbuch-Vergleich von Handelsblatt Online lassen sich die individuell besten Konditionen vergleichen.

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„Eigentlich müssten Banken für Sparbücher höhere Zinsen bieten als für Tagesgeld,“ sagt Herbst. Denn schließlich könnten Sparbuchbesitzer nur 2.000 Euro monatlich abheben und müssten höhere Beträge drei Monate vorher kündigen.  Tagesgeld sei hingegen täglich kündbar. Sparbuch und Tagesgeld unterliegen dabei grundsätzlich der gesetzlichen Einlagensicherung. Sie liegt EU-weit bei 100.000 Euro pro Sparer. Vorsichtige investieren keine höheren Beträge, auch wenn die Einlagensicherung der jeweiligen Bankenverbände oft Millionenbeträge absichern soll. Denn 2008 kam bei einer Indiskretion heraus, dass für alle Institute zusammen bundesweit gerade fünf Milliarden Euro bereit stehen. Letztlich ist also nur ein gut ausgewähltes Sparbuch eine interessante Option, um Geld zu parken.

Quelle:  Handelsblatt Online
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