Staatswirtschaft: Nicht Kapitalisten, sondern Politiker laufen Amok

Staatswirtschaft: Nicht Kapitalisten, sondern Politiker laufen Amok

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Energie- und Rohstoffpreise machen dem Mittelstand am meisten zu schaffen, dessen Kaufkraft wird somit eingeschränkt.

Die wachsende Kluft zwischen Einkommensanstieg und Vermögensverteilung bedroht die Weltwirtschaft. Die Ursache dieser Ungleichheit mag indes überraschen: Er liegt darin, dass Regierungen einen immer größeren Anteil am Kuchen verschlingen und für private Kapitalgeber und -suchende nur noch ein paar Krümel zurück lassen.

Im vergangenen Jahr habe ich 16 Länder bereist, alle sehr verschieden, mit unterschiedlichen Systemen, Ausgangspunkten und Kulturen. Allen gemein ist jedoch die Bürde der Ungleichheit. Dabei wurde mir klar, dass der eigentliche Verlierer der im Jahr 2008 beginnenden Finanzkrise der Mittelstand ist. Die Kaufkraft der Mittelschicht wird durch steigende Energie- und Rohstoffpreise und mangelnde Preismacht auf dem Arbeitsmarkt aufgezehrt und durch die expansive Geldpolitik gemindert. Seit 1980 – und insbesondere in den letzten drei Jahren – ist der Schuldenstand ständig gestiegen. Um die Verschuldung zu finanzieren, haben die geldpolitischen Entscheidungsträger die Kapitalkosten sukzessive gesenkt. Mittlerweile haben wir ein Zinsniveau von null Prozent erreicht und sind völlig überschuldet. Das Problem ist überaus real.

Zentralbanken übernehmen die Schmutzarbeit

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Politiker sind nur zu gerne bereit, die Geldpresse anzuwerfen, da diese Form der Verschuldung zunächst weder den Staatshaushalt belastet noch in den Staatsbilanzen auszuweisen ist. Und vor allem müssen sie die Folgen nicht verantworten. Tatsächlich übernehmen die Zentralbanken hinter den Kulissen die mit dem Krisenmanagement verbundene „Schmutzarbeit“, während die Politiker sich weiter in Schuldzuweisungen ergehen. Das ist bestenfalls amüsant, vermittelt jedoch schlimmstenfalls den Eindruck, Politikern fehle jeglicher Realitätssinn.

Steen Jakobsen ist Chefökonom der Saxo Bank Quelle: Pressebild

Steen Jakobsen ist Chefökonom der Saxo Bank

Bild: Pressebild

Dabei überrascht der Mangel an Einsicht, dass wir heute weltweit nur auf Grund staatlicher Intervention funktionierende Märkte, Kreditsysteme und Wachstum haben. Jegliche Vitalität wurde abgewürgt und durch den Irrglauben ersetzt, ohne Intervention wäre die Welt in noch schlechterer Verfassung. Ob das Otto-Normalverbraucher und die Arbeitslosen in Europa überzeugt? Aus meiner Sicht ist die Welt jetzt noch schlimmer dran als 2008. Diese Einschätzung wird durch das in dieser Woche erreichte Rekordhoch der Arbeitslosenquote in der Eurozone von 10,7 Prozent bestätigt.

Staatliche Eingriffe überall

Die Experten wollen den Schuldigen bereits ausgemacht haben: Kapitalismus und freier Markt laufen aus dem Ruder. Aber wo? Es gibt keinen einzigen Markt, der nach kapitalistischen Regeln arbeitet. Die europäischen Märkte funktionieren nur dank staatlicher Eingriffe. Staat und öffentliche Hand tragen inzwischen in allen großen Volkswirtschaften, darunter auch Deutschland, USA, Russland und China, zu über 50 Prozent zum BIP bei.

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