Stelter strategisch: Gold bleibt der Rettungsanker des Vermögens

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Gold bietet im Umfeld von Negativzins und Bargeldeinschränkung Sicherheit und reale Erträge.

Kolumne von Daniel Stelter

Obwohl der Goldpreis zuletzt einen Teil seiner Gewinne wieder abgegeben hat, lohnt sich der Kauf des Edelmetalls weiterhin. Legt der Aufwärtstrend eine Pause ein, ist das vor allem eine gute Gelegenheit zum Nachkauf.

Im vergangenen Dezember waren sich die Experten einig. Gold würde auch 2016 seinen Abwärtstrend fortsetzen. Die Deutsche Bank prognostiziert schon seit Juli 2015 Kurse von unter 750 US-Dollar die Unze. Alleine schon diese einhellige Meinung war Grund genug für meine Empfehlung, Gold aufzustocken. Seit Jahresanfang hat Gold rund 18 Prozent zugelegt, die Aktien von Goldminen noch deutlich mehr.

Kein Wunder, dass die Stimmung heute eine andere ist. Gold wird als Anlage gepriesen, die im Umfeld von Negativzins und Bargeldeinschränkung Sicherheit bietet und sogar einen realen Ertrag. Mit George Soros und Stanley Druckenmiller haben sich Legenden der Geldanlage positiv zu Gold geäußert und entsprechend gehandelt. Soros ist massiv bei Barrick Gold eingestiegen. Klares Zeichen für einen langanhaltenden Bullenmarkt? Ich denke schon.

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Wie immer wieder betont, haben wir es mit einer in ihrer Dimension einmaligen Überschuldung weiter Teile der Weltwirtschaft zu tun. Gepaart mit der demografischen Entwicklung und rückläufigen Produktivitätszuwächsen bleiben wir damit in einer wirtschaftlichen Eiszeit gefangen, die immer radikalere Maßnahmen der zunehmend überforderten Politiker und Notenbanker heraufbeschwört.

Die Geld-Helikopter sind am Horizont schon zu sehen. Politische Radikalisierung, zunehmende Auflösungserscheinungen der EU und des Euro, Terror und militärische Spannungen senden ein deutliches Signal: schon lange nicht mehr waren Ersparnisse und Vermögen so gefährdet wie heute.

Gold bleibt eine der wenigen Möglichkeiten, in diesem Umfeld Vermögen zu retten. Dabei darf man sich nichts vormachen: In der idealen Welt wäre es immer besser, in Produktivvermögen wie Unternehmen zu investieren. Gold erhält den Wert auf lange Sicht; das berühmte Beispiel, dass man für eine Unze im alten Rom eine gute Toga bekam und heute nun einen guten Anzug, illustriert das anschaulich. In wirtschaftlich vernünftigen Zeiten ist es sogar richtig schlecht, Gold zu halten.

Zur Person

  • Daniel Stelter

    Daniel Stelter war von 1990 bis 2013 Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group (BCG), zuletzt als Senior Partner, Managing Director und Mitglied des BCG Executive Committee. Seit 2007 berät Stelter internationale Unternehmen zu den Herausforderungen der fortschreitenden Finanzkrise. Zusammen mit David Rhodes verfasste er das 2010 preisgekrönte Buch „Nach der Krise ist vor dem Aufschwung“. Weitere Bücher folgten, so eine Replik auf das Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ des französischen Ökonomen Thomas Piketty unter dem Titel „Die Schulden im 21. Jahrhundert“. Im Februar 2016 erschien sein neues Buch, „ Eiszeit in der Weltwirtschaft“. Stelter ist Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Forums „Beyond the Obvious“, das Antworten auf die wirtschaftlichen und finanzpolitischen Fragen unserer Zeit sucht.

Wer im 15. Jahrhundert Gold gekauft hat und dieses in der Familie über Generationen immer weiter vererbt hat, erzielte über 500 Jahre einen realen Verlust von rund 90 Prozent. In diesen 500 Jahren gab es aber mehr als eine Gelegenheit, in der Gold eine wichtige Rolle zum Vermögenserhalt gespielt hat. So ist es auch heute.

Die faulen Schulden müssen aus der Welt geschaffen werden, wollen wir die Eiszeit überwinden. Wie das geschehen kann, ist bekannt: Pleiten, Besteuerung oder Inflationierung. Gold bietet eine Absicherung zumindest vor Pleiten und Inflation.

Gold ist als sicherer Hafen weiter gefragt. Wenn Sie auf das Edelmetall als Geldanlage setzen wollen, müssen Sie dennoch einiges beachten. Die wichtigsten Informationen im Überblick.

In einem Inflationierungsszenario könnte Gold sogar eine besondere Rolle zukommen. Je mehr die Notenbanken erkennen müssen, dass es in der Überschuldung eben nicht leicht ist, Inflation zu erzeugen, desto größer dürfte die Bereitschaft für ungewöhnliche Maßnahmen sein. Noch wird Helikopter-Geld, also die direkte Finanzierung der Staaten durch die Notenbanken, als der nächste Schritt gesehen. Doch auch hier könnte es sein, dass die Politik nicht den gewünschten Effekt erzielt.

Auftrieb in den Bilanzen

Radikaler wäre eine Höherbewertung der Goldreserven in den Bilanzen der Notenbanken. Nehmen wir vereinfacht an, die Notenbanken der Welt würden ihren Goldbestand um 10.000 US-Dollar pro Unze aufwerten. Basierend auf den Goldbeständen von März 2016 ergäben sich dann folgende einmalige Aufwertungsgewinne der Notenbanken (überschlägig und gerundet):

  • USA: 2615 Milliarden Dollar
  • Deutschland: 1087 Milliarden Dollar
  • Italien: 788 Milliarden Dollar
  • Frankreich: 783 Milliarden Dollar

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