Stelter strategisch: Mit Trump kommt die Reflation

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"Game Changer" Trump

Kolumne von Daniel Stelter

Bis vor kurzem völlig undenkbar, könnte Trump es doch schaffen. Unabhängig wie man dazu steht, muss man sich als Anleger darauf einstellen – zum Beispiel auf eine neue Euro-Krise.

Unzähliges ist über die US-Wahl geschrieben worden. Hillary Clinton sah wie die sichere Siegerin aus, und für die Kapitalmärkte war die Schlussfolgerung klar: more of the same. Keine große Veränderung. Lediglich einige Branchen, wie zum Beispiel die Pharmaindustrie, könnten getroffen werden, was auch die Underperformance der letzten Monate erklärt.

Nun wird es doch noch spannend. In den letzten Umfragen holt Donald Trump auf, und obwohl es immer noch nicht wahrscheinlich ist, so ist seine Wahl doch nicht mehr ganz auszuschließen. Ohnehin sollten wir spätestens seit dem Brexit-Votum wissen, dass Meinungsumfragen nicht so zuverlässig sind, wie gedacht.

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Wie in Großbritannien gibt es auch in den USA eine große Gruppe von Verlierern der Globalisierung, die von den politischen Eliten vergessen wurden. Der deutschstämmige Internet-Milliardär Peter Thiel hat diese Missstände in einer Rede prägnant auf den Punkt gebracht: stagnierende Einkommen, explodierende Kosten für Gesundheit und Bildung, geringe Altersvorsorge, hohe Verschuldung und eine Politik, die auf das Aufpumpen von Blasen setzt – erst Aktien, dann Immobilien – um die Schaffung von Wohlstand zu suggerieren. Gründe genug allemal, für einen grundlegenden Politikwechsel zu werben.

Stelter strategisch Anlegen, wenn der Staat mitmischt

Politiker und Notenbanker wollen die finanzielle Eiszeit nicht akzeptieren. Die letztlich vergeblichen Versuche diese zu überwinden, bieten nicht nur Risiken, sondern zugleich Chancen für Investoren.

Container Quelle: dpa

Ob Trump dafür der Richtige ist, sei dahin gestellt. Amerikanische Ökonomen sind äußerst skeptisch. Jedenfalls reiht sich seine fundamentale Ablehnung bisheriger Politikmuster ein in den größeren Trend, den wir derzeit mit dem Misstrauen gegen den Freihandel, die EU, die etablierten Medien – kurz: den Mainstream“ – beobachten.

Als Geldanleger müssen wir uns (unabhängig von der hier immer wieder gepredigten langfristigen Strategie) wohl oder übel auf das Szenario „Trump gewinnt die US-Wahlen“ einstellen.

Deutliche Korrektur an den Börsen

Zunächst gehe auch ich, wie viele Beobachter, davon aus, dass die weltweiten Aktienmärkte auf die Nachricht negativ reagieren würden. Trump hat genügend Aussagen im Wahlkampf getroffen, die ihn als unsicheren Kantonisten erscheinen lassen; das breite Medienecho auf seine Wahl dürfte entsprechend negativ sein und diesen Effekt verstärken.

WirtschaftsWoche Club-Event am 17.11. in Frankfurt

  • Gespräch mit Daniel Stelter "Geldanlage in Zeiten der ungelösten Schuldenkrise"

    Seien Sie dabei, wenn Dr. Daniel Stelter von Stefan Hajek zum Thema "Geldanlage in Zeiten der ungelösten Schuldenkrise" interviewt wird. Im Anschluss wird das Thema unter Einbeziehung des Publikums diskutiert.
    Wir stecken in der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg, meint Makroökonom, Strategieberater und Autor Dr. Daniel Stelter. Er war von 1990 bis 2013 führender Unternehmensberater bei der internationalen Strategieberatung The Boston Consulting Group (BCG), zuletzt als Senior Partner, Managing Director und Mitglied des BCG Global Executive Committee.
    Er gründete einen Thinktank, der Politik, Konzerne und Investmentfirmen berät. Zuletzt schrieb er einige viel beachtete Bücher zu den drängendsten ökonomischen Themen unserer Zeit; als Redner und Kolumnist beschäftigt sich Stelter regelmäßig mit dem Thema Schulden. Seine Analyse der Weltlage bietet mehr als nur die Vogelperspektive, Anleger können auch konkrete Rückschlüsse für ihre eigene Geldanlage ziehen.

    Top-Speaker: Dr. Daniel Stelter, Gründer und Leiter des Thinktanks „beyond the obvious“, Stefan Hajek, Redakteur Geld, WirtschaftsWoche
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Dieser Einbruch träfe Aktienmärkte, die ohnehin schon am Limit notieren. Wie hier in den letzten Wochen vorgerechnet,, sind die Bewertungen soweit gestiegen, das selbst ohne Crash auf Sicht von zehn Jahren nur noch maue Renditen von rund zwei Prozent zu erwarten sind. Kommt es zu einem Einbruch, kann dieser durchaus zu einer heftigen Korrektur von zwanzig bis dreißig Prozent in den kommenden Monaten führen.

Trumps Wahl wäre dabei Auslöser, jedoch nicht Ursache. Die Grundlage für diesen Einbruch haben die Notenbanken der Welt mit ihren Gelddruckaktivitäten gelegt, die Vermögenswerte treiben, die Realwirtschaft jedoch nicht beleben können. Die Gründe dafür sind den Stammlesern dieser Kolumne wohlbekannt. Die viel spannendere Frage ist jedoch: was dann? Ist die Wahl Trumps der Auftakt für einen weltweiten Abschwung oder nur eine Kaufgelegenheit?

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