Stelter strategisch: Warum Gold im Depot bleiben muss

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Gold gehört in jedes Portfolio.

Kolumne von Daniel Stelter

Turbulenzen beim Goldpreis hin oder her, das Edelmetall gehört in jedes Portfolio. Denn die Stimmung in der Weltwirtschaft und an den Kapitalmärkten könnte wieder kippen, die Argumente der Gold-Gegner überzeugen nicht.

Es ist leicht, kritische Stimmen gegen Gold zu finden. Es bringt keinen Ertrag, hat wenig industriellen Nutzen und lebt nur von der Bereitschaft vieler Menschen, ihm einen irrationalen Wert beizumessen. Willem Buiter, der angesehene Chefvolkswirt der Citibank, schrieb in einem Report gar, Gold befände sich seit nunmehr 6000 Jahren in einer Blase. Obwohl der intrinsische Wert bei Null liege, hätten die Menschen Gold immer einen Wert gegeben. Dies sei blödsinnig und müsse keinesfalls so bleiben.

Warren Buffet hält ebenfalls wenig von Gold: „Zuerst gräbt man es aus, schmelzt es zu einem Klumpen, versteckt es dann irgendwo und bezahlt Leute, die es bewachen. Dabei ist Gold einfach unnütz. Wenn die Marsmenschen das sähen, sie würden sich am Kopf kratzen.“ Was Buffet vor allem stört ist, dass Gold nicht produktiv ist. Es dient nur zur Wertaufbewahrung, schafft aber keine Werte. Eine Beobachtung, die sich auch empirisch überprüfen lässt. Kostete eine gute Toga im römischen Reich ungefähr eine Unze Gold, so bekommt man heute einen guten Anzug dafür. Investitionen in Unternehmen entwickeln sich da in der Regel besser.

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Zum Autor

  • Daniel Stelter

    Daniel Stelter war von 1990 bis 2013 Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group (BCG), zuletzt als Senior Partner, Managing Director und Mitglied des BCG Executive Committee. Seit 2007 berät Stelter internationale Unternehmen zu den Herausforderungen der fortschreitenden Finanzkrise. Zusammen mit David Rhodes verfasste er das 2010 preisgekrönte Buch „Nach der Krise ist vor dem Aufschwung“. Weitere Bücher folgten, aktuell hat Stelter eine Replik auf das Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ des französischen Ökonomen Thomas Piketty unter dem Titel „Die Schulden im 21. Jahrhundert“ veröffentlicht. Stelter ist Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Forums „Beyond the Obvious“, das Antworten auf die wirtschaftlichen und finanzpolitischen Fragen unserer Zeit sucht.

Mit aller Macht gegen Gold

Nachdem Gold mehr als zehn Jahre lang bis zum Höchststand 2011 eine sehr gute Performance hingelegt hat, ist es in dieser Woche auf ein Fünfjahrestief gefallen. Wer im Frühjahr 2009 Gold kaufte sitzt heute – je nach Währung in der er rechnet - auf einem kleinen Gewinn oder gar Verlust. Mit Aktien hätte man in dieser Zeit sein Geld locker verdoppelt.

Kein Wunder, dass schon seit Monaten immer kritischere Stimmen in den Medien auftauchen. Wie zum Beispiel im Economist, der schon Anfang Mai zu der Aussage kam, Gold gehörte „beerdigt“. Nach dem starken Kurseinbruch zu Beginn der Woche waren sogleich die Auguren zur Stelle, die erläuterten, weshalb Gold ohnehin nur fallen könne. Die gängigen Versuche, den Goldpreisrückgang zu erklären, sind allerdings nicht immer überzeugend:

  • Die US-Fed würde die Zinsen demnächst anheben, weshalb der Dollar noch stärker werden würde. Beides spricht gegen Gold. Zum einen, weil das Edelmetall in anderen Währungen – wie dem Euro – teurer würde und zum anderen, weil mit höheren Zinsen die Opportunitätskosten steigen. Der Wechselkurseffekt ist sicherlich zutreffend, unterstreicht aber auch, dass aus Sicht eines Euroinvestors die Performance von Gold gar nicht so schlecht gewesen ist. Der Zinspunkt ist eigentlich lächerlich. Geht doch niemand ernsthaft davon aus, dass die Zinsen sich normalisieren. Wenn überhaupt kommt es zu einer Erhöhung in homöopathischen Dosen. Damit bleiben die Opportunitätskosten gering.

Krisenmetall Gold bleibt die Währung der letzten Instanz

Gold hat am Montag zwar einen Kurssturz erlitten. Dennoch gilt es als sicherer Hafen, der Preis hat etwa kaum auf die Griechenland-Krise reagiert. Warum der Besitz von Münzen und Barren für Anleger unverzichtbar bleibt.

Gold in kleinen Barren und Münzen ist bei Anlegern beliebt. Quelle: imago
  • Weit und breit gibt es keine Anzeichen von Inflation. Deshalb gibt es auch keinen Grund, Gold zu kaufen. Die „Papiermärkte“ wären deshalb auch viel attraktiver. Also Anleihen und Aktien. Diese Argumentation ist im zweiten Teil tautologisch und im ersten Teil richtig. Problem ist nur, dass man Gold nicht kauft, wenn Inflation da ist, sondern um sich gegen unerwartete Inflation zu schützen. Obwohl die Menge an Notenbankgeld in den USA um 265 Prozent seit dem Jahr 2000 gestiegen ist, kam es zu keiner Inflation im eigentlichen Sinne. Angesichts der internationalen Überkapazitäten und dem immer noch großen Arbeitskräfteangebot ist auch keine (Hyper-)Inflation absehbar. Die Gefahr ist aber nicht gebannt. Die Versuchung, das Schuldenproblem mit „Monetarisierung“ durch die Notenbanken zu lösen dürfte immer stärker werden.
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