Steuersparmodelle: Anlegerfallen dank Staatsanreiz

Steuersparmodelle: Anlegerfallen dank Staatsanreiz

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Anleger konnten durch Fondsinvestments zu Filmproduzenten werden und damit angeblich sogar Steuern sparen. Am Ende kassierte der Staat das Steuersparmodell, Investoren mussten Steuern nachzahlen

von Annina Reimann

Es gibt kaum ein Hobby, dem sich die Deutschen so leidenschaftlich widmen wie dem Steuernsparen. Doch viele der vermeintlich sicheren Steuersparmodell hielten einer Prüfung durch den Fiskus nicht stand.

Der Staat schafft Anreize: Nach dem Fall der Mauer förderte er den Aufbau der neuen Länder, Anleger investierten zuhauf in Immobilien, die niemand brauchte. Bis zu 50 Prozent der Kosten konnten Steuerzahler in fünf Jahren vom Einkommen absetzen. Heute müssen sie Geld nachschießen, weil die Immobilien nicht genug für Zins und Tilgung der Kredite erwirtschaften.

Oft basteln gewiefte Finanzakteure aus Staates Vorgaben komplizierte Produkte, die sich dank hoher Vertriebsprovisionen und wortgewandter Verkäufer schnell in den Markt drücken lassen. Dankbare Opfer sind schnell gefunden. „Hört der Anleger was von Steuernsparen, kneift er Augen und Ohren zu“, beobachtet der Münchner Anlegeranwalt Peter Mattil.

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Den anfänglichen Verlust während der Dreharbeiten der Filme konnten Anleger steuerlich absetzen. Weil in vielen Fonds eine Bank für Ausfälle bürgte, hätten Fonds nie Verlust machen - und Anleger diesen folglich nicht absetzen können. Die Finanzämter baten rückwirkend zur Kasse

Filmfonds

Mit allen Wassern gewaschene Abkassierer legten Ende der Neunzigerjahre Filmfonds auf. Anleger konnten zu Filmproduzenten werden, Produktionen wie „Herr der Ringe“ finanzieren und den anfänglichen Verlust aus ihrem Gewerbebetrieb steuerlich absetzen – da die Filme, wenn überhaupt, erst nach Abschluss der Dreharbeiten Gewinne einfahren konnten.

Das funktionierte zunächst prima – bis die Finanzverwaltung die Konstrukte unter die Lupe nahm. 2009 folgte das böse Erwachen: Weil in vielen Fonds eine Bank für Ausfälle bürgte, hätten Fonds nie Verlust machen – und Anleger diesen folglich nicht absetzen können. Die Finanzämter baten rückwirkend zur Kasse.

Es blieben zwei Wege: Einspruch gegen Steuerbescheide einzulegen – oder Initiatoren wegen Beratungs- oder Prospektfehler zu verklagen. Wenige Banken einigten sich mit Anlegern und stellten sie im besten Fall so, als hätten sie nie investiert.

Hoffnung gab es vor knapp einem Jahr vor dem Finanzgericht München: Ein Filmfonds hatte geklagt und durchgesetzt, dass seinen Anlegern ursprüngliche Verluste wieder anerkannt werden mussten (1 K 3669/09). Doch: „Nur für einen Fonds wurde die Anerkennung bisher gerichtlich festgestellt. Für die übrigen Fonds wird noch darum gestritten“, sagt Friederike Vieten, Rechtsanwältin bei GRP Rainer. Ihre Mandanten sollen teils fünfstellige Summen ans Finanzamt überweisen.

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