Stillhalteabkommen: Notenbanken halten ihre Goldreserven zusammen

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Stillhalteabkommen: Notenbanken halten ihre Goldreserven zusammen

Zum vierten Mal unterzeichnen 22 europäische Zentralbanken ein Goldabkommen mit fünf Jahren Laufzeit, das große Verkäufe aus den Goldreserven verhindern soll. Warum ist das eigentlich nötig?

Eine Reserve dient dem Notfall: Sie wird nur aufgezehrt, wenn es keinen anderen Ausweg gibt ist. So sollte das auch mit den Goldreserven der Staaten sein. Sie dienen schon lange nicht mehr Unterlegung der nationalen Währungen. Vielmehr verteilen die Zentralbanken ihre Reserven auf mehrere Währungen und eben auch Gold mit Blick auf Werterhalt und Risikoverteilung. Denn Gold wird als knappes Gut immer einen Wert haben, selbst wenn eine oder mehrere Währungen an Wert verlieren oder gar zusammenbrechen sollten. In Schwellenländern wie etwa China oder Brasilien versuchen die Notenbanken deshalb, ihre Goldreserven aufzustocken.

Dennoch hatten Marktbeobachter zuletzt mit Blick auf die Krisenländer Europas befürchtet, diese könnten ihre staatlichen Goldreserven zumindest teilweise auflösen, um die knappen Staatsfinanzen aufzubessern oder um ihre Staatsschulden zu reduzieren. Aber anders als befürchtet, wird wohl nichts dergleichen in den kommenden fünf Jahren passieren. Europas Notenbanken haben das mit der Verlängerung ihres Goldabkommens vereinbart.

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Im Jahr 2013 überstieg die Goldnachfrage aus China die aller anderen Staaten. Eine Studie kommt nun zu dem Schluss, dass der Nachfrageschub eine Ausnahme bleibt. Was das für den Goldpreis bedeutet.

huGO-BildID: 16036625 A customer looks at a display cabinet containing gold-plated items at Beijing's biggest gold store November 23, 2009. Gold defied a rebound in the dollar on Monday and powered to a record on safe-haven buying, driven by growing worries about inflation and a drop in U.S. stocks that stirred doubt about the economic outlook. Bullion, which has gained around 32 percent so far in 2009, struck a succession of lifetime highs in November as sentiment turned extremely bullish after India acquired 200 metric tons of the precious metal from the International Monetary Fund. Sign reads "China's First House of Gold". REUTERS/David Gray (CHINA BUSINESS) Quelle: REUTERS

Es ist bereits das vierte Abkommen dieser Art mit fünf Jahren Laufzeit. Diese Mal unterzeichneten die Europäische Zentralbank, alle nationalen Notenbanken der Euro-Zone sowie die Währungshüter in der Schweiz und Schweden die Vereinbarung. Dabei gaben sie bekannt, dass sie derzeit nicht planen, in namhaftem Umfang Goldbestände zu veräußern. Das Abkommen soll verhindern, dass einzelne Staaten massiv Goldreserven abstoßen und es dadurch am Gold- oder den übrigen Kapitalmärkten zu Turbulenzen kommt. Schließlich wäre das Signal, dass ein Staat seine letzten Reserven angreifen muss, für Handelspartner und die Staatengemeinschaft fatal und das Misstrauen gegenüber der Wirtschaft des betroffenen Landes immens. Insofern ist die Verlängerung des Goldabkommens ein Zeichen für die gelungene Krisenbewältigung und allgemeine Besserung der Lage sowie ein Bekenntnis zur Stabilität trotz knapper Staatsfinanzen.

Keine Obergrenze für Goldverkäufe festgelegt

Allerdings ist diesmal die Vereinbarung geringfügig anders: Im vorangegangenen Abkommen von 2009 hatten die Notenbanken noch vereinbart, bis September 2014 jährlich zusammen nicht mehr als 400 Tonnen Gold zu verkaufen. Auch in der Vereinbarung davor, die im September 2009 auslief, hatte es eine Grenze gegeben, die damals bei 500 Tonnen lag. Nun jedoch sind die Goldverkäufe in ihrem Volumen nicht begrenzt. Theoretisch könnten also einzelne oder mehrere Notenbanken auch deutlich mehr auf dem Goldmarkt verkaufen. Das Abkommen sieht lediglich vor, dass sich die Staaten beziehungsweise Notenbanken im Vorfeld zu möglichen Verkäufen abstimmen, um Marktturbulenzen zu vermeiden.

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Derzeit spricht allerdings nichts dafür, dass es größere Goldverkäufe durch Notenbanken geben könnte. Im vergangenen Jahr lagen die Verkäufe bis zum 3. Februar mit 3,5 Tonnen deutlich unter der Jahresgesamtsumme von 400 Tonnen, wie der World Gold Council mitteilte. Seit 2011 wurden jährlich weniger als hundert Tonnen verkauft, und weniger als 200 Tonnen seit 2009. “Das Fehlen einer expliziten Quote bringt eine gewisse Unsicherheit, aber wenn man sich die Aktivitäten der Zentralbanken in den letzten Jahren anschaut, ist eher die Frage, ob sich dieser Trend verändert. Und aus heutiger Sicht sehe ich nicht, dass das sehr bald geschehen wird", beruhigt etwa sagte Joni Teves, Analystin bei der Schweizer Großbank UBS in London.

Seit dem ersten Goldabkommen von 1999 haben die Zentralbanken insgesamt 4089 Tonnen des Edelmetalls veräußert. Ein Teil der Goldreserven der Notenbanken dient der Prägung von Goldmünzen. Während des alten fünfjährigen Goldabkommens löste das Goldverkäufe von rund 205 Tonnen aus. Deutschland lag dabei nach Angaben des World Gold Council an der Spitze. Angesichts der deutschen Goldreserven von fast 3400 Tonnen fällt diese Menge aber nicht sonderlich ins Gewicht, netto haben sich die Reserven lediglich um acht Tonnen verringert.

Zentralbanken weltweit waren 2013 mit Goldkäufen von knapp 370 Tonnen und mehr als 540 Tonnen in 2012 eher eine Stütze für die Goldnachfrage. Natalie Dempster vom Management des World Gold Council ist überzeugt, dass die europäischen Goldverkäufe vorerst vorbei sind: "Es ist wahrscheinlich, dass die Zentralbanken auch in den kommenden Jahren Netto-Goldkäufer bleiben."

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