Strategien gegen den Nullzins: Das bringen Anleihen

Strategien gegen den Nullzins: Das bringen Anleihen

von Stefan Hajek

Um zwei bis drei Prozent hat sich der Wert eines international ausgerichteten Anleihedepots mittlerer Risikogüte, bestückt etwa mit den in der WirtschaftsWoche vorgestellten Zinspapieren, seit dem Zinsschock Anfang Mai verringert. Das ist zwar noch keine Katastrophe, entspricht aber bei durchschnittlichen Zinsen (Umlaufrendite) von etwa 0,5 Prozent den laufenden Einnahmen mehrerer Jahre. Fünf Schritte helfen, mit Anleihen durch turbulente Zinsmärkte zu steuern.

Sicherheit geht vor. Lieber zwei Prozent von einer soliden Adresse anpeilen als vier Prozent von einem Wackelkandidaten. Der Ausfall eines Schuldners ist der GAU in einem Anleihedepot. Gerade weil die Renditen so mager sind, ist ein Ausgleich kaum noch möglich.

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Was Investoren für die lukrativste Geldanlage halten

  • Die Umfrage

    Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragt einmal jährlich im Auftrag von pro aurum die Deutschen nach ihren Anlagestrategien. Hier die Ergebnisse vom Juni 2015 - im Vergleich zu den Vorjahren. Zuerst wurden den Bürgern fünf Geldanlagen genannt, mit der Bitte, anzugeben, welche davon aus ihrer Sicht derzeit am besten als langfristige Geldanlage mit mindestens drei Jahren Laufzeit geeignet ist.

  • Gold

    Gold platziert sich zum fünften Mal in Folge an erster Stelle, diesmal allerdings deutlicher vor Aktien, die seit 2011 Zuwächse erzielten, aber aktuell in der Anlegergunst gesunken sind: 30 Prozent der Bürger würden sich heute für Gold entscheiden, weil sie vermuten, dass diese Anlage nach mindestens drei Jahren Laufzeit im Vergleich zu den vier anderen Geldanlagen den meisten Gewinn bringt. Gold konnte somit um zwei Prozentpunkte zulegen.

  • Aktien

    Nur noch 23 Prozent halten Aktien für besonders lukrativ, wenn es um langfristige Geldanlagen geht. Im Vorjahr hatte dieser Wert mit 27 Prozent offenbar einen Gipfel erreicht.

  • Fondsanteile

    Es folgen Fondsanteile mit zwölf Prozent. Fonds sind in der Gunst der Anleger wieder leicht gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 2013 hatte dieser Wert mit 13 Prozent noch ein Hoch erreicht, war aber 2014 auf elf Prozent zurückgefallen.

  • Festgeld

    Fest- beziehungsweise Termingeld hielten sieben Prozent der Befragten für die lukrativste langfristige Geldanlage. Seit 2011 ist diese Anlageklasse deutlich ins Hintertreffen geraten, damals glaubten noch 22 Prozent der Befragten, Termin- und Festgelder würden auf drei Jahre betrachtet den meisten Gewinn abwerfen.

  • Anleihen

    Drei Prozent nannten Anleihen als aussichtsreichste Anlageklasse, im Vorjahr waren es nur zwei Prozent. Anleihen spielen somit für Privatanleger praktisch keine Rolle. Ernüchternd: Knapp jeder vierte Bürger (24 Prozent) kann nicht sagen, welche dieser Anlagen am besten geeignet wäre, um langfristig möglichst viel Gewinn zu erzielen. Die Angaben "weiß nicht" oder "keine davon" kamen bereits in den Vorjahren ähnlich häufig vor.

Laufzeit überschaubar wählen. Je kürzer die Restlaufzeit, desto unempfindlicher sind Anleihen gegen Zinsveränderungen. Zudem sinkt damit das Risiko, ein Papier vorzeitig verkaufen zu müssen. In der Regel sollten Anleger derzeit die Restlaufzeit auf etwa fünf Jahre begrenzen.

Gute Papiere durchhalten: Wer auf solvente Schuldner gesetzt hat, die seit Jahren ein stabiles Geschäftsmodell vorweisen, braucht sich selbst durch scharfe Zinsveränderungen nicht verunsichern lassen. Damit lassen sich Anleiheinvestments bis zur Fälligkeit planen, das bringt Ruhe ins Depot.

Bei Kurseinbrüchen kaufen: Besonders bei Unternehmensanleihen mit kleinerem Nennwert können Zinsturbulenzen zu hohen, vorübergehenden Kursverlusten führen. Bei soliden Unternehmen (regelmäßiger Gewinn, sichere Kapitalausstattung) eröffnet dies Kaufgelegenheiten.

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Mut zu Fremdwährungen: Weil der Euro so wacklig ist, lässt sich über andere Währungen das Gesamtrisiko des Depots senken – und es entstehen sogar Extra-Chancen. Zudem ist in den meisten Fremdwährungen das Zinsniveau höher. Derzeit vielversprechend ist ein Mix aus klassischen Alternativwährungen (US-Dollar, Franken) und dynamischen Aufsteigern (Indische Rupie, Neuseeländischer Dollar).

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