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Strompreise: Die Jagd nach dem günstigsten Stromtarif

von Andreas Toller

Die Wahl nach dem besten Stromtarif hat ihre Tücken. Worauf Verbraucher achten sollten und was sie mit einem günstigen Anbieter sparen können.

Stromzähler Quelle: dpa
Gute Nachricht für preisbewusste Stromkunden mit Klimagewissen. Ökostromangebote sind mittlerweile günstiger zu haben als herkömmliche Stromtarife Quelle: dpa

Der hastige Ausstieg aus der Atomenergie ist nicht gratis. Die Energiewende ist kostspielig. Das bekommen die Bürger gleich doppelt zu spüren: Zum einen über die mit Steuergeldern finanzierte Förderung der erneuerbaren Energien, zum anderen über höhere Strompreise.

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Verbraucher haben nur die Chance, ihre Stromkosten möglichst niedrig zu halten, indem sie Energie sparen und zu günstigen Stromanbietern wechseln. Aber der inzwischen lebhafte Wettbewerb von hunderten Stromversorgern und einem Vielfachen an unterschiedlichen Tarifen erschweren die Auswahl.

Es gibt allerdings auch eine gute Nachricht für preisbewusste Stromkunden mit Klimagewissen. Gute Ökostromangebote sind mittlerweile günstiger zu haben als herkömmliche Stromtarife, die überwiegend auf konventionelle Energieträger oder Kernkraft setzen. Das hat eine Untersuchung des Energie-Verbraucherportals Verivox ergeben. Das Unternehmen hat einen Ökostrompreisindex entwickelt, der auf den Tarifen der größten und günstigsten Ökostromanbieter basiert, und ein Ökostromsiegel oder ein TÜV-Zertifikat voraussetzt.

Dieser Index ergibt für Juli 2012 einen durchschnittlichen Preis pro Kilowattstunde von 24,3 Cent auf Basis eines Jahresverbrauchs von 4000 Kilowattstunden. Danach zahlen Kunden für ihren jährlichen Strombedarf 970 Euro. Zum Vergleich: Beim Grundversorger kostet der Strom im Durchschnitt 26,7 Cent je Kilowattstunde. Gemessen an den so zu zahlenden 1069 Euro im Jahr können Verbraucher so knapp 100 Euro sparen.

Tarifoption für Stromkunden und was sie bringen

  • Berechnungsbeispiel

    Da sich die Ergebnisse je nach Postleitzahlengebiet stark unterscheiden, haben wir einen Musterfall vergleichen. Die Zahlen beziehen sich auf einen Berliner Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden (kWh). Das entspricht etwa dem Durchschnittsverbrauch eines Drei-Personen-Haushalts.
    Quelle: toptarif.de; Stand: 19. Juli 2012

  • Grundversorgung

    Wer gar nichts unternimmt oder dessen Anbieterwechsel scheitert, landet als Stromkunden beim regionalen Grundversorger in dessen Standardtarif. Dieser ist also die Vergleichsgröße für alle Angebote der Wettbewerber. (Ersparnis in Klammern)

    Grundversorgungstarif, 3500 kWh, Berlin: 918,84 Euro

    Die Grundversorger bieten aber auf Wunsch auch günstigere Tarife:

    • günstigster Tarif des Grundversorgers: 884,80 Euro (34,04 Euro)
    • günstigster Tarif mit Bonus: 814,80 Euro (104,04 Euro)
  • Günstigstes Wettbewerbsangebot

    Jenseits des Grundversorgers finden Stromkunden in der Regel deutlich günstigere Tarife.

    günstigstes Angebot ohne Bonus, ohne Vorkasse: 783,01 Euro (135,83 Euro)

  • Mit Bonus

    günstigster Tarif mit Bonus: 666,86 Euro

  • Mit Vorkasse

    günstigster Tarif mit Vorkasse: 471,08 Euro

  • Mit Bonus und mit Vorkasse

    günstigster Tarif mit Bonus und Vorkasse: 371,38 Euro

  • Preisgarantie

    Für die Preisgarantie ist ein Aufpreis fällig. Verglichen mit dem günstigsten Angebot aus dem Wettbewerb und ohne Zusatzmerkmale wie Bonus oder Vorkasse zahlt der Kunde dafür 40,41 Euro mehr (823,42 Euro).

    günstigster Tarif mit Preisgarantie und Bonus: 666,86 Euro

Wachsender Konkurrenzkampf

Aber wer bei seinem Grundversorger bleibt, zahlt in der Regel ohnehin mehr als nötig. Regelmäßig gehören die Tarife der regionalen Anbieter zu den teuersten. Dabei ist das Angebot der Wettbewerber von Region zu Region unterschiedlich. Um den günstigsten Tarif zu finden, ist also der Vergleich möglichst aller regionalen tätigen Stromanbieter notwendig. Ökostromtarife sind dabei zwar wie beschrieben meist günstiger der Standardtarif des regionalen Grundversorgers

Mit dem wachsenden Konkurrenzkampf um die Verbraucher gibt es allerdings auch immer mehr Tarifmerkmale. Je nachdem wofür oder wogegen sich der Kunde entscheidet, schwanken die Preise auch deutlich. Und nicht nur die Privatkunden sorgen sich um die steigenden Strompreise, sondern vor allem auch Gewerbe und Industrie. Die haben aufgrund der großen Abnahmemengen in der Vergangenheit von niedrigen Verbrauchspreisen profitiert.

Das Verbraucherportal Toptarif hat für die WirtschaftsWoche exemplarisch Tarife nach verschiedenen Merkmalen verglichen.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 19.07.2012, 10:08 UhrManfred

    Fakt ist: es geht gegenüber dem regionalen Anbieter immer günstiger. Einfach etwas rechnen.

    Auch im Beitrag kommt die übliche falsche Rechnung, um Verbraucher zu verunsichern und den Wechsel zu zerreden. Einfach mal selbst mehrere "Vergleichsporteale", keinesfalls nur Verivox, nutzen:

    Beispielsweise bei einem Jahresverbrauch von 4000 KWh in Potsdam liegt der günstigeste Tarif "Löwenzahn Energie" bei 394,98 Euro, gegenüber dem Standardtarif des kommunalen (="bürgereigenen") Stromversorgers EWP eine Ersparnis im ersten Jahr von 649,74 Euro.

    Selbst wenn Löwenzahn nach wenigen Monaten Pleite geht, erhält der Wechsler lt. Gesetz weiter seinen Strom und hätte weniger gespart, allerdings auch nichts verloren. Er wäre jetzt allerdings gezwungen, auf den nächsten Preiswerttarif zu wechseln.

    Auch als zeitweiliger Kunde von Verifox (3 Jahre) wurde korrekt abgerechnet - ich sparte 3x ca. 50% gegenüber dem regionalen Versorger, d.h. 3 komplette Urlaubsreisen.

    Kklar, das Kleingedruckte sollte wenigsten einmal vor Vertragsbeginn gelesen und ausgedruckt werden.

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