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Strompreiserhöhung: Verbraucher tragen Stromkosten der Industrie

Energieintensive Industrien müssen keine Öko-Strom-Umlage oder Netzentgelte mehr zahlen. Die dadurch entstehende Lücke stopfen die Verbraucher: Sie zahlen deshalb 440 Millionen Euro mehr für ihren Strom.

Stromverbraucher finden bei der Zusammensetzung des Strompreises einen Posten namens EEG-Umlage. Sie ist seit dem Jahr 2000 im Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) verankert, um Ökoenergien zu fördern.

Bild: dpa

Betriebe, die besonders viel Energie verbrauchen, müssen keine Netzentgelte mehr zahlen. Unternehmen wie Daimler in Stuttgart hatten sich dagegen ausgesprochen, Öko-Strom-Umlagen und sonstige Stromzusatzkosten zu tragen, da sich sonst die Produktion der Autos deutlich verteuern würde. Das sahen Bundesnetzagentur und Regierung ein und befreiten die sogenannten energieintensiven Industriebetriebe von den zusätzlichen Zahlungen. Als energieintensiv gilt jedes Unternehmen, das mehr als zehn Gigawattstunden Strom pro Jahr verbraucht. Laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau sind voraussichtlich rund 200 Betriebe in Deutschland betroffen.

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Durch die Befreiung dieser großen Stromverbraucher von der Stromnutzungsgebühr ist allerdings eine Zahlungslücke entstanden. Diese werden nun Privathaushalte füllen müssen. Die Bundesnetzagentur hat deshalb eine zusätzliche Umlage von 0,151 Cent festgesetzt, die auf Kleinverbraucher zukommt. 440 Millionen Euro sollen so eingenommen werden, 300 Millionen Euro davon stopfen die Löcher, die durch die Sonderregel für Unternehmen entstehen beziehungsweise entstanden sind. Allerdings schätzt die Bundesnetzagentur, dass auch die 300 Millionen Euro noch nicht ausreichend sein werden und im Jahre 2013 die Verbraucher erneut mehr für ihren Strom zahlen müssen, um die Geschenke an die Industrie zu finanzieren. Die Grünen schätzen, dass sich die Umlage mindestens verdoppeln werde.

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Seit dem Jahr 2000 stieg die Umlage zwar von 0,2 auf 3,59 Cent je Kilowattstunde - dabei gab es einen Sprung um zwei Cent allein in den letzten drei Jahren. Der Strompreis legte aber in den letzten zwölf Jahren weit stärker von 14 auf mittlerweile 26 Cent zu. Insgesamt machen staatliche Steuern und Abgaben (Stromsteuer, Ökostrom-Umlage, Mehrwertsteuer, Konzessionsabgabe) inzwischen bereits 45 Prozent des Strompreises aus.

Das Problem: Der Netzausbau kostet. Für 2013 droht auch ein besonders satter Anstieg der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien - das dürfte die Debatte um die Energiewende verschärfen. Intransparent ist für viele Kunden, warum die Versorger Steigerungen etwa bei der Ökoenergieförderung für deutlich darüber hinausgehende Erhöhungen nutzen. Letztlich wird Vergleichen immer wichtiger.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 09.10.2012, 10:26 Uhrcabuya1945

    Mercedes hustet und die deutsche Politik erliegt einer Starkgrippe. Es ist schon pathologisch, die Großen vergolden, der Kleine rostet. Es ist dringend vonnöten daß Deutschland Politiker mit strammen Popos kriegt, die Arme und Schwache schützten, die Grundgesetzmäßig handeln im Sinne von "Jeder Mensch ist gleich" und Gerechtigkeit pflanzt. Und die dringliche Prämisse sollte sein: Trennung von Wirtschaft und Politik.! Ein Traum. Erst wenn der deutsche Teller leergegessen ist, ist man satt. Zu welchem Preis?? Fred Schillner - Düsseldorf

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