Suche nach Rendite: Zinssenkung frustriert Anleger

Suche nach Rendite: Zinssenkung frustriert Anleger

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Europäische Investoren sind auf der Suche nach der richtigen Geldanlage.

Je weiter die EZB die Zinsen senkt, desto mutiger werden die Anleger - notgedrungen. Die Suche nach Anlageprodukten mit einer vernünftigen Rendite gleicht der nach der Nadel im Heuhaufen.

Es herrscht Anlagenotstand: Seit dem die EZB den Leitzins auf 0,25 Prozent gesenkt hat, wissen Sparer nicht mehr, wohin mit ihrem Geld. 56 Prozent der Befragten machen sich Sorgen um ihre Altersvorsorge - denn die Inflation frisst die Zinsen auf. Sie macht es auch Lebensversicherern immer schwieriger, die Garantieverzinsung zu erwirtschaften. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hatte kürzlich vor einer Erosion der deutschen Spar- und Vorsorgekultur gewarnt, wenn die niedrigen Zinsen zum Dauerzustand werden.

Wegen dieses Zinsumfelds wird der deutsche Anleger notgedrungen mutig und greift zu risikoreicheren Anlageklassen als üblich. Trotz vieler Insolvenzen suchen Investoren ihr Heil derzeit sogar in Mittelstandsanleihen. Ist der Deutsche sonst eher ein vorsichtiger Investor und hat das Geld am liebsten im Strumpf unter dem Kopfkissen, setzt er plötzlich auf Anleihen und Devisen.

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So verzeichneten beispielsweise KfW-Anleihen in Fremdwährungen einen hohen Zuwachs. Zu Recht - betrachtet man die Rendite. Besonders viel Mittelzuflüsse gibt es bei Währungsanleihen auf norwegische Kronen, australische Dollar oder brasilianische Real. Auch türkische Lira lohnen sich. Anleihen der Kreditanstalt für Wiederaufbau, die in türkischer Lira notieren und im Februar 2016 fällig werden (WKN: A1E8U5), bringen eine Rendite von 7,82 Prozent. Auch spanische Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit versprechen noch gut vier Prozent Rendite. Abzüglich der aktuellen Inflation von 1,6 Prozent bleibt immer noch ein Plus von 2,4 Prozent. Auf der Bank gibt es weniger.

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Von der Trüffelsuche nach der besten Anlage einmal ganz abgesehen, stellen die Menschen in Deutschland der europäischen Krisenpolitik ein verheerendes Zeugnis aus. Auch wenn sich die Finanzmärkte zuletzt beruhigt haben und Irland und Spanien den Euro-Rettungsschirm bald verlassen wollen: Nach einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov misstrauen 72 Prozent der Bundesbürger der Krisenstrategie von Regierungen, EU und Europäischer Zentralbank. Nur 15 Prozent vertrauen Politik und Notenbank. Allerdings gibt es auch einen Vorteil der jüngsten Zinssenkung: Viele deutsche Banken wollen sie an ihre Kunden bei den Dispozinsen weiterreichen und künftig weniger Gebühren für die Überziehung des Kontos verlangen. Das ergab eine Umfrage des „Tagesspiegels“.

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