Tages- und Festgeld: Wie sicher ist mein Konto?

Tages- und Festgeld: Wie sicher ist mein Konto?

von Mark Fehr

Das Vertrauen in die Sicherheit der Bankkonten in Europa sinkt, deshalb müssen auch deutsche Sparer ihre Institute jetzt nach der Bonität auswählen. Doch oft stecken wacklige Banken hinter den verlockendsten Angeboten für Tages- und Festgeld.

Glaubt man den europäischen Gesetzen, sind die Guthaben auf Bankkonten in der gesamten Währungsunion gleich sicher. Sparsummen bis 100.000 Euro schützt eine EU-Richtlinie vor Verlusten, egal, wo das Konto eingerichtet ist – bei einer Bank in Deutschland, Spanien, Griechenland – oder auch in Zypern.

Doch angesichts der drohenden Pleite des Inselstaats und seiner Banken hat sich der Glaube an die europäische Einlagensicherung als Illusion entpuppt. Zwar will Zyperns Regierung jetzt eilig Kontoguthaben von Kleinsparern von der Zwangsabgabe zur Rettung des heimischen Finanzsektors und der Staatsfinanzen befreien. Aber die Diskussion über die Haftung normaler Bankkunden für Schulden und Verluste ihrer Institute hat auch Sparern in anderen EU-Ländern vor Augen geführt, wie schnell ihre sicher geglaubten Einlagen im Feuer stehen, sobald Krisen im Bankensektor aufflammen.

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Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

  • Deutscher Aktienindex (Dax)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

  • Dow Jones

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

  • EuroStoxx 50

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

  • Nikkei

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

  • Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

  • MSCI Emerging Markets

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

  • Gold

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

  • Silber

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

  • Öl

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

  • Weizen

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

  • Kaffee

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

  • Staatsanleihen (Rexp)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

  • Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

    Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

  • Sparbuch

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.092 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

  • Tagesgeld

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.192 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

  • Festgeld

    Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.239 Euro*

    *bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Für deutsche Sparer, die jetzt nicht ihr gesamtes Geld unters Kopfkissen legen oder in Immobilien und Aktien stecken wollen, hat diese Erkenntnis folgende Konsequenz: Sie sollten ihr kostbares Spargeld nur zu Banken bringen, die solide sind und ihr Geschäft möglichst weit weg von den Krisenherden an der Peripherie der Währungsunion betreiben. Die Auswahl ist jedoch nicht so einfach, denn gerade auf dem deutschen Markt tummeln sich zahllose exotische Anbieter, die mit günstigen Konditionen für Tages- und Festgeld oder Sparbücher locken.

Wenn die Bank Pleite geht

  • Europäische Regelung

    Tages- oder Festgeld gilt als sichere Anlage. Doch was passiert, wenn eine Bank pleitegeht? In der gesamten Europäischen Union gilt ein gesetzlicher Entschädigungsanspruch von 100 000 Euro pro Anleger.

  • Deutschland

    Deutschland gibt es darüber hinaus freiwillige Einlagenschutzsysteme, die noch größere Entschädigungssummen versprechen. Darauf gibt es aber keinen Rechtsanspruch.

  • Alternative Regelungen

    Bankkunden sollten vorab prüfen, bei welchem Einlagensicherungssystem ein Institut überhaupt registriert ist. Denn es gibt einige Banken, die sich dem Einlagensicherungsfonds anderer Länder angeschlossen haben. Die Bigbank gehört zum Beispiel dem estnischen Einlagenschutzfonds an, die IW Bank, eine Tochter der Ubi Banca, ist dem italienischen Fonds angeschlossen. Die VTB Direktbank – nicht zu verwechseln mit der VTB Bank Deutschland – ist Österreichs Einlagensicherungssystem angegliedert.

  • Risiken

    Solche Aspekte sind wichtiger geworden, seit wegen der Staatsschuldenkrise die Zahlungsfähigkeit ganzer EU-Staaten angezweifelt wird. Denn es gibt kaum einen Einlagensicherungsfonds, der die Pleite einer großen Bank ohne Staatshilfe überstehen könnte. Selbst der Einlagensicherungsfonds der deutschen privaten Banken benötigte öffentliche Gelder, als die Deutschland-Tochter der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 Insolvenz anmeldete. „Deshalb ist die Frage wichtig, ob der jeweilige Staat finanzkräftig genug ist, um notfalls für das Einlagensicherungssystem einzustehen“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

  • Auf Nummer Sicher

    Der Verbraucherschützer rät Anlegern deshalb, darauf zu achten, dass eine Bank den Schutz der deutschen Einlagensicherung anbietet: „Die implizite Staatsgarantie Deutschlands ist höher zu bewerten als die von vielen anderen europäischen Staaten.“ Ein weiterer Vorteil: Der Schriftverkehr mit den Behörden erfolgt im Entschädigungsfall auf Deutsch.

So bietet die IW Bank über ihre deutsche Internetseite sagenhafte drei Prozent Zinsen pro Jahr aufs Tagesgeld. Sparer können bequem online ein Konto eröffnen, Service und Flexibilität sind unschlagbar: Es gibt keine Mindestanlagesumme, zudem werden die Zinsen monatlich gutgeschrieben. Nach eigenen Angaben ist die IW Bank sogar Marktführer beim Tagesgeld.

Der Pferdefuß des Angebots ist jedoch der Einlagenschutz. Den soll laut Webseite der IW Bank der italienische Einlagensicherungsfonds gewährleisten, denn das Institut gehört zur Ubi-Banca-Gruppe, einem Bankenkonzern aus Italien. Sparer sollten bei dem Angebot berücksichtigen, dass italienische Banken viel Geld in Anleihen des hochverschuldeten Heimatstaats investiert haben – und sich nicht zuletzt darüber im Klaren sein, dass Rom nach dem unklaren Ergebnis der letzten Wahl derzeit keine handlungsfähige Regierung hat.

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