Trotz Preiseinbruch: Historische Kaufchance für Gold!

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Trotz Preiseinbruch: Historische Kaufchance für Gold!

von Frank Doll

Gold ist der einzig sichere Hafen außerhalb des Finanzsystems. Um diesen für Anleger unattraktiv zu machen, könnte der jüngste Goldpreiseinbruch bewusst herbeigeführt worden sein.

Man muss nicht zu den für Verschwörungstheorien anfälligen Zeitgenossen gehören, um zu erkennen, dass ein steigender Goldpreis im aktuellen Umfeld nachlassendes Vertrauen in die großen Reservewährungen und in die Sicherheit von Bankeinlagen dokumentierte – und dass weder Regierungen noch Zentral- und Geschäftsbanken daran ein Interesse haben. Ein schockartiger Goldpreiseinbruch wie zuletzt  signalisiert vielleicht nicht unbedingt eine heile Finanzwelt, er verbreitete bei Anlegern und Sparern aber Verunsicherung und wirft bei ihnen die Frage auf, ob Gold tatsächlich taugt als sicherer Hafen außerhalb des fragilen Finanzsystems.

 

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Am Wochenende vereinbarten die EU-Finanzminister in Dublin Spareinlagen von über 100.000 Euro im Falle einer Bankpleite mit in die Haftung zu nehmen. Da dieser Beschlusses das Vertrauen der Bürger in die Sicherheit von Bankeinlagen aushöhlt, hat sich so manch besorgter Sparer Gedanken gemacht, ob er nicht vorsichtshalber einen Teil seiner – zumal nahezu unverzinsten – Risiko-Spareinlage von der Bank holen soll und es besser in zinsloses, aber pleiteungefährdetes physisches Gold zu packen – als eiserne Liquiditätsreserve außerhalb des Finanzsystems.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Doch ausgerechnet am Freitag, also unmittelbar vor dem Treffen der Finanzminister der europäischen Enteignungs-Union, haben gewaltige Verkaufsorder den Goldpreis an der New Yorker Terminbörse Comex in die Knie gezwungen. Direkt zum Handelsstart drückten Verkaufskontrakte über insgesamt 100 Tonnen Gold den Goldpreis an die technische Unterstützung bei 1540 Dollar je Feinunze. Die an dieser Marke zahlreich platzierten Stoppkurse wurden dann etwa zwei Stunden später ausgelöst durch eine zweite virtuelle Verkaufswelle über 300 Tonnen Gold im rechnerischen Gegenwert von 15 Milliarden Dollar. Um an der Comex diese Goldmenge virtuell zu bewegen, genügen bereits 750 Millionen Dollar, die als Sicherheit hinterlegt werden müssen. Das schaffte jede Investmentbank problemlos, allen voran Goldman Sachs. Deren Analysten hatten schon vor Monaten begonnen, das Ende der Goldhausse öffentlichkeitswirksam vorauszusagen. Zuletzt riet die Bank ihren Kunden, auf fallende Preise zu spekulieren. Mit Erfolg, wie sich zeigt. Insgesamt wurden am Freitag in New York 368.000 Futures-Kontrakte gehandelt, fast doppelt soviel wie im bisherigen Jahresdurchschnitt. Auf dem Papier wechselten 1140 Tonnen Gold den Besitzer. Für Verunsicherung war gesorgt, der Abverkauf setze sich am Montag weiter fort bis runter auf 1340 Dollar.

Dass am Goldmarkt interveniert wird, wäre nicht neu. Das hat Dimitri Speck nachgewiesen. Der Marktanalytiker der Investmentfirma Staedel Hanseatic aus Riga hat aus Millionen Minuten-Kursen den durchschnittlichen Tagesverlauf des Goldpreises ermittelt. Seit 20 Jahren lassen sich gehäuft scharfe Rückgänge um etwa 10 Uhr New Yorker Zeit feststellen. In London wird zu dieser Zeit gefixt. London ist der wichtigste Markt für physische Goldbarren.

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12 Kommentare zu Trotz Preiseinbruch: Historische Kaufchance für Gold!

  • Biffala Buff, Uff, Uff!!!
    Dem Artikel ist nichts hinzuzufügen. Den letzten Satz darf man sich getrost wie Sahne auf der Zunge zergehen lassen:
    "Dabei sollten Goldanleger dennoch nie vergessen, dass die eigentliche Bedeutung von Gold ohnehin weniger in seinem Preis liegt, als in seinem Besitz. Das zumindest wird die Zukunft gewiss zeigen."

    Es spricht Bände, wenn so ein Artikel in der Wiwo erscheint. Zumindest ich habe heute morgen nachgekauft.

  • Ich denke genauso. Kurs- und Marktenwicklung von Gold und Minenaktien sind in diesem Artikel messerscharf auf den Punkt gebracht. Eine ausgezeichnete Analyse.

  • Kleine Kaufchance für Gold

    Da geht noch was, Herr Doll.

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