Tütensuppenhersteller: Zamek-Gläuber können auf einen Teil ihres Geldes hoffen

Tütensuppenhersteller: Zamek-Gläuber können auf einen Teil ihres Geldes hoffen

Bei Zamek hat es eine Einigung über wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten gegeben. Außerdem soll eine Betriebsimmobilie zurückübertragen werden. Gläubiger können deshalb auf eine kleine Rückzahlung hoffen.

Im Februar diesen Jahres hat der Düsseldorfer Tütensuppenhersteller Zamek beim zuständigen Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Insolvenz in Eigenregie gestellt. Der Antrag gilt für die Günther Zamek Produktions- und Handelsgesellschaft mbH & Co. KG sowie für drei Tochtergesellschaften. Für die Anleihe-Gläubiger des Brühwürfelherstellers begann damit das Zittern. Über eine Mittelstandsanleihe hatte sich Zamek nämlich 45 Millionen Euro bei Anlegern geliehen.

Zwar waren die Anleger wegen einer Reform des Insolvenzrechts vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger geschützt - der drohende "Haircut" war damit jedoch nur auf das eigentliche Insolvenzverfahren verschoben.

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Das hält der Insolvenzverwalter-Verband vom neuen Insolvenzrecht

  • Was bringt die neue Insolvenzordnung?

    Christoph Niering, Vorsitzender des Insolvenzverwalter-Verbands (VID), sagt: "Heute steht der Grundsatz "Sanieren statt Liquidieren" stärker im Vordergrund. Durch das ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) gibt es jetzt einige neue Instrumente, die das Verfahren für die Beteiligten, Schuldner und Gläubiger, planbarer machen. Das soll vor allem Anreize schaffen, schon frühzeitig Insolvenz anzumelden, um die Sanierungsinstrumente der Insolvenzordnung voll auszunutzen."

  • Funktionieren die Anreize bisher?

    Niering: "Der Anteil der Eigenverwaltungs- oder Schutzschirmverfahren, von denen ja gerade dieser Anreiz ausgehen soll, liegt bei etwa einem Prozent. Es gibt immer noch genügend insbesondere auch größere Unternehmen, die zu spät einen Insolvenzantrag stellen."

  • Woran liegt das?

    Niering: "Mehr als 75 Prozent der Insolvenzen sind auf Managementfehler zurückzuführen. Insoweit kann man auch nicht damit rechnen, dass das verantwortliche Management in der Krise die richtigen Weichen stellt. Dies umso mehr, als die Eigenverwaltung und vor allem auch das Schutzschirmverfahren fachkundige Begleitung erfordern. Daran fehlt es jedoch in vielen Insolvenzfällen."

  • Welche Schwierigkeiten sehen Sie bei der Umsetzung?

    Niering: "Zwar gibt es eine Reihe von erfolgreichen Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren. Allerdings werden nicht selten die neu geschaffenen Instrumente zweckentfremdet. Ein Insolvenzverfahren dient eigentlich den Interessen der Gläubiger. Stattdessen versuchen aber viele insolvente Unternehmen, das ESUG zur Durchsetzung ihrer Interessen zu gebrauchen. Hier müssen die Insolvenzgerichte und die Gläubiger lenkend eingreifen."

  • Was muss sich aus ihrer Sicht ändern?

    Niering: „Es gibt verschiedenen Anpassungsbedarf, auch von der Seite des Gesetzgebers. Nicht für jeden Unternehmer darf die Eigenverwaltung offen stehen. Ähnlich wie bei der Verbraucherinsolvenz, wo die Restschuldbefreiung nur dem redlichen Schuldner möglich ist, sollte die Eigenverwaltung nur dem "ordentlichen" Kaufmann offen stehen. Nur, wer in der Vergangenheit seine Sozialabgaben und Steuern gezahlt sowie seine Buchhaltung auf einem aktuellen Stand führt, sollte auch die neuen ESUG-Instrumente nutzen können.“

Jetzt haben sich der Zamek-Insolvenzverwalter und der Eigen-, sowie der Sachverwalter über die wechselseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten der Pleite-Unternehmens geeinigt.

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Auch die Gläubigerausschüsse haben dem Abschluss der Vereinbarung zugestimmt. Deshalb besteht für die Anleger die Hoffnung, zumindest einen Teil ihres Geldes zurückzubekommen. Marktteilnehmer gehen von einer Rückzahlung von bis zu 20 Prozent des eingesetzten Kapitals aus. Jedoch nur, wenn sich schnell Käufer für die operativen Gesellschaften finden.

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