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Turnaround-Aktien: Die Alles-oder-nichts-Strategie

von Jörg Hackhausen Quelle: Handelsblatt Online

Solarworld, Nokia, Commerzbank - diese Aktien gibt es derzeit zum Ramschpreis. Analysten raten ab. Wer dennoch darauf setzt, kann alles verlieren - oder das große Geschäft machen. Wir stellen die heißesten Aktien vor.

Quelle: Getty Images
Quelle: Getty Images

DüsseldorfDer deutsche Aktienmarkt kennt keine Krise. Der Dax hat die Marke von 7.000 Punkten geknackt. Eine gute Nachricht. Das Dumme ist nur: Wer jetzt kaufen will, ist spät dran. Aktien sind nicht mehr ganz billig. Um noch ein Schnäppchen zu erwischen, müssen Anleger mehr riskieren - mit Aktien, die sonst keiner haben will. 

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Einer, der diese Strategie seit Jahren verfolgt, ist der Investor Max Otte. Er setzt gezielt auf Unternehmen, die bei den Börsianern in Ungnade gefallen sind, oder die sogar kurz vor der Pleite stehen. Die Papiere sind oft schon für Centbeträge zu haben.  „Wenn Sie heute eine billige Aktie kaufen, dann ist das Risiko aus meiner Sicht überschaubar", sagt Otte.

Aber, Vorsicht! Wenn die Wette schiefgeht, droht der Totalverlust. Denn an der Börse gilt immer noch das Grundgesetz: Schluss ist erst bei null. Doch selbst das muss noch kein Drama sein – wenn man es geschickt anstellt  und starke Nerven hat. Angenommen ein Spekulant  verteilt Geld zu gleichen Anteilen auf fünf verschiedene Pennystocks. Selbst wenn er mit vier davon daneben liegt, kann er immer noch im Plus liegen – wenn eine seiner Aktien die Wende schafft und um das sechs- oder siebenfache zulegt.

Heiße Aktien Das sind die Turnaround-Kandidaten

Air Berlin

Der ehemalige Bahnchef Hartmut Mehdorn sollte die Fluglinie wieder flott machen. Bislang ohne Erfolg. Mehdorn will 2013 wieder Gewinne einfahren. Eine schwarze Null erwarten Analysten aber erst wieder 2014.

Kursentwicklung 2012: -25,8 Prozent

Kurs-Gewinn-Verhältnis: negativ

Kurs-Buchwert-Verhältnis: 1

Ein Beispiel dafür ist Infineon. Der Chiphersteller war in der Finanzkrise fast pleite. Die Aktie stürzte bis auf 39 Cent ab, flog raus aus dem Dax. Analysten schrieben das Unternehmen ab. Doch das Management bekam gerade noch einmal die Kurve. Harte Sparmaßnahmen, der Verkauf von Firmenteilen und eine Kapitalerhöhung retteten das Überleben in letzter Minute. Für die Aktie ging es wieder steil nach oben, zeitweise über acht Euro - vom Tiefpunkt gerechnet entsprach das einem Plus von mehr als 2.000 Prozent.

Nicht wenige Anleger hoffen, dass Nokia eine ähnliche Geschichte schreiben kann. Der finnische Handyhersteller hatte den Einstieg ins Zeitalter der Smartphones verschlafen. Die Marktanteile des einstigen Weltmarktführers schmolzen dahin, noch dramatischer stürzte die Aktie ab. Vor fünf Jahren kostete sie noch fast 30 Euro, vor drei Jahren waren es knapp zehn Euro, in diesem Jahr fiel sie auf 1,33 Euro. Das Unternehmen war an der Börse nur noch wenige Milliarden wert, obwohl allein die Barreserven gut vier Milliarden Euro betrugen.

Inzwischen haben findige Anleger gemerkt, dass das Unternehmen möglicherweise doch gar nicht so schlecht dasteht. In den vergangenen Wochen ist die Aktie bereits auf 2,70 Euro geklettert. Nun hängt viel davon ab, ob Nokia mit seinen neuen Modellen und durch die Kooperation mit Microsoft wieder Fuß fassen kann.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 29.08.2012, 16:15 Uhrpriexo

    Ist zwar nicht so ganz relevant, aber wie holen sich Leute wie Max Otte die Quellensteuer aus Ländern wie Portugal, Italien, Spanien oder der Schweiz zurück? Für den Einzelanleger ist dies mit nicht unbeträchtlichem bürokratischem Aufwand verbunden!

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