Umfrage: Besonders Südeuropäer haben Angst vor Altersarmut

Umfrage: Besonders Südeuropäer haben Angst vor Altersarmut

von Saskia Littmann

Vor kurzem zeigte eine EZB-Studie den vermeintlichen Reichtum der Südeuropäer auf. Eine aktuelle Umfrage ergab jetzt, dass sich ausgerechnet die angeblich Vermögenden am meisten vor Armut im Alter fürchten.

Die Südeuropäer sind womöglich sparsamer, als viele das erwartet hätten. Hätten sie 100 Euro zusätzlich zur Verfügung, würden fast 80 Prozent der Portugiesen das Geld eher anlegen, als es auszugeben. Bei den krisengebeutelten Griechen sind es immerhin 67 Prozent, die das Geld beiseite legen würden. Nicht ganz so in Deutschland. Hier würden immerhin 42 Prozent das Geld eher ausgeben, anstatt es auf die hohe Kante zu legen. Das ergab eine aktuelle Online-Umfrage, die der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) am Donnerstag in Frankfurt vorstellte.

Die Mehrheit der Sparer würde das Geld für eine größere Anschaffung nutzen. Immerhin 27 Prozent der Befragten sparen es für die private Altersvorsorge. Vor allem die Portugiesen sind darauf bedacht, die Rente aufzubessern. Auf den eigenen Umgang mit Geld angesprochen halten sich demnach fast alle Europäer für sparsam. Knapp 80 Prozent behauptet im Schnitt, sehr sparsam oder immerhin eher sparsam zu sein. Lediglich bei den Spaniern sind es 40 Prozent, die freizügig zugeben, eher nicht oder überhaupt nicht sparsam zu sein.

Anzeige

Private Altersvorsorge Deutsche wollen zum Sparen gezwungen werden

Die Deutschen sind bei der privaten Altersvorsorge immer unsicherer. Einige würden sogar Zwangssparen unter der Aufsicht des Staats befürworten. Riester und Co. motivieren jedenfalls nicht zum Sparen.

huGO-BildID: 28042053 ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Sparschwein mit Euro-Geldstücken liegt am Donnerstag (10.06.2010) zerbrochen in München (Oberbayern). Der private Reichtum in Deutschland wird immer größer, das Vermögen des Staates hingegen kleiner. Gleichzeitig werden die Reichsten trotz Finanzkrise immer reicher. Foto: Peter Kneffel dpa/lby +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Auffällig ist, dass es längst nicht nur die Deutschen sind, die sich vor Armut im Alter sorgen. Das sind vor allem die Südeuropäer. 93 Prozent der befragten Italiener gaben an, Angst vor Altersarmut zu haben, auch 91 Prozent der Portugiesen sorgen sich um ihre Zukunft. In Deutschland sind es dagegen nur 63 Prozent, im reichen Norwegen sorgen sich sogar nur 45 Prozent über ihr Vermögen im Alter. Diese Angaben korrelieren stark mit dem Vertrauen der Befragten in den Staat. Vor allem Italiener, Portugiesen und Griechen glauben nicht, dass der Staat später ihre Rente noch zahlen kann, über 90 Prozent sind skeptisch. In Deutschland zweifeln immerhin 77 Prozent der Befragten. „Die Umfrage zeigt, dass die Angst vor Altersarmut ein europaweites Phänomen
ist“, sagte Thomas Neiße, Präsident des Fondsverbands BVI. Zugleich offenbare sie ein gestörtes Vertrauen der Europäer in die staatlichen Vorsorgeangebote und deutliche Lücken in der privaten Altersvorsorge.

Die Mehrheit der Befragten in allen Ländern weiß, dass sie privat fürs Alter sparen müssen, um ihren Lebensstandard im Alter halten zu können. Allerdings sehen sich viele dazu nicht in der Lage. 58 Prozent der Deutschen meinen, nicht fürs Alter vorsorgen zu können. Bei den Griechen sind es sogar 78 Prozent. Zusätzlich sind viele der Meinung, sich nicht besonders gut mit Themen rund um die Geldanlage auszukennen. Gerade beim Thema Investmentfonds sind viele skeptisch, zwar halten mehr als drei Viertel der Befragten Investmentfonds für eine gute langfristige Geldanlage, fast genauso viele halten sie allerdings auch für spekulativ.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%