Umfrage: Investoren erwarten keinen Grexit

Umfrage: Investoren erwarten keinen Grexit

Institutionelle Investoren sind laut einer Umfrage zunehmend besorgt über die Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten. Mit einem möglichen Grexit hat das aber nichts zu tun.

Institutionelle Investoren räumen ihre Depots auf und bauen vor allem Risikopositionen weiter ab. Interessanterweise ist der Grund dafür aber nicht der mögliche Grexit, also ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. Damit rechnen laut einer Investorenumfrage der Bank of America-Tochter Merrill Lynch nur 15 Prozent der Befragten. Dennoch erwarten rund 42 Prozent der befragten Fondsmanager einen Zahlungsausfall Athens, aber eben ohne den Austritt aus der Gemeinschaftswährung.

Für die Umfrage wurden insgesamt 207 Fondsmanager befragt, die zusammen 562 Milliarden Dollar an Kapital verwalten. Durchgeführt wurde die Umfrage zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen TNS zwischen dem 5. und 11. Juni durchgeführt. Es ist daher möglich, dass sich die Einstellung der Geldmanager zu Griechenland angesichts der jüngsten Debatten leicht verschoben hat.

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Ein Grexit sei für die Märkte verkraftbar, haben Ökonomen lange propagiert. Trotzdem herrscht an den Börsen große Unsicherheit. Ist das Positiv-Szenario noch gültig, oder überwiegen andere belastende Faktoren?

Grexit oder Graccident Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Was belastet?

Es sind folglich andere Faktoren, die Investoren beunruhigen und dafür sorgten, dass sie ihre Liquiditätsreserven in den Depots innerhalb des vergangenen Monats von 4,5 auf 4,9 Prozent erhöht haben. Ein Störfaktor ist der Aktienmarkt in China. Sieben von zehn Investoren glauben, dass an den Börsen im Reich der Mitte längste eine Blase entstanden ist. Die Hälfte glaubt, dass die chinesische Wirtschaft deutlich schwächer wachsen wird. Zuletzt sind die Börsen in China rasant gestiegen, vor allem unerfahrene Privatanleger investieren zunehmend in Aktien.

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Auch abseits von China haben die Schwellenländer einiges an Vertrauen eingebüßt. Mittlerweile sind dort 21 Prozent der Befragten untergewichtet, im Mai waren es nur sechs Prozent gewesen. Beunruhigend ist auch, dass mittlerweile deutlich mehr Fondsmanager davon ausgehen, dass die Margen der Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten sinken werden. Zwar blieben die Anleger optimistisch, was europäische Aktien angehe, sagt James Barty, Europa-Aktienstratege von Merrill Lynch. Allerdings bereiteten die steigenden Renditen an den Anleihemärkten zusätzlich Sorgen.

Einig sind sich die Fondsmanager am Devisenmarkt. Die Mehrheit erwartet, dass der Dollar gegenüber dem Euro in den nächsten Monaten weiter steigt. Das liegt vor allem an der immer wahrscheinlicher werdenden Zinswende in den USA. 80 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die US-Notenbank Fed ihre Zinsen bald erhöhen wird, im Schnitt werde eine Zinswende in 65 Handelstagen erwartet, also Ende September. Womöglich behalten die Geldmanager recht, allerdings will sich Janet Yellen noch nicht auf einen genauen Zeitpunkt für die Zinswende festlegen.

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