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Umstrittenes Sparmodell: Nichts als Ärger mit dem „Goldanlagen-Steuerclou"

von Donata Riedel

Es klingt so einfach: Man gründet eine Handelsgesellschaft, lässt diese Gold kaufen und deklariert den Kaufpreis in der Steuererklärung als Verlust. Ein lukratives Geschäft. Wären da nicht die Finanzminister der Länder.

Das Modell „Goldfinger“ funktioniert auch mit jedem anderen Rohstoff. Quelle: dpa
Das Modell „Goldfinger“ funktioniert auch mit jedem anderen Rohstoff. Quelle: dpa

BerlinEs gibt wenig, über das sich Finanzbeamte so ärgern wie jüngst über den Newsletter „Steuertip“ des Verlags Marktintern. Unter der Überschrift „Der Goldanlagen-Steuerclou“ warb dort der Experte Peter Midasch für ein Steuersparmodell, das unter gut verdienenden Managern offenbar immer beliebter wird.

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Man gründe eine britische Rohstoff-Handelsgesellschaft, lasse diese Gold kaufen und deklariere den Kaufpreis in der deutschen Steuererklärung als Verlust: Dieser mindert dann das zu versteuernde deutsche Gehalt bis auf null. Wird das Gold aus dem Umlaufvermögen der britischen Limited im Jahr drauf verkauft, fallen Steuern nur auf einen etwaigen Gewinn - durch einen gestiegenen Goldpreis - an. Das Modell „Goldfinger“ funktioniert auch mit jedem anderen Rohstoff.

Die Goldreserven der Staaten

  • USA

    Goldschatz: 8.133 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

    Stand: Februar 2013

  • Deutschland

    Goldschatz: 3.391 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

  • Internationaler Währungsfonds (IWF)

    Goldschatz: 2.814 Tonnen

  • Italien

    Goldschatz: 2.451 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

  • Frankreich

    Goldschatz: 2.435 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

  • China

    Goldschatz: 1.054 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

  • Schweiz

    Goldschatz: 1.040 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

  • Russland

    Goldschatz: 958 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

  • Japan

    Goldschatz: 765 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

  • Niederlande

    Goldschatz: 613 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

  • Indien

    Goldschatz: 558 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

  • Europäische Zentralbank (EZB)

    Goldschatz: 502 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

„Der Goldanlagen-Steuerclou beruht auf einer soliden rechtlichen Grundlage“, schreibt Midasch - und seither bemühen sich die Länder-Finanzministerien, den Gegenbeweis anzutreten: Denn auf 700 Millionen Euro beläuft sich der jährliche Steuerausfall aus diesem Steuersparmodell inzwischen.

Es gilt als interessant für jeden, der jährlich Einkünfte über 500.000 Euro versteuern muss. Besonders in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen wird es nach Beobachtung der Finanzministerien immer beliebter. Im Jahressteuergesetz 2013 will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) es nun stoppen, nachdem der Bundesrat dies vehement in einer Initiative gefordert hat. Der beste Weg werde aber noch geprüft, heißt es aus dem Bundesfinanzministerium.

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