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exklusivUnter Verdacht: Börsenguru Markus Frick in Untersuchungshaft

von Annina Reimann

Der Börsenguru, Buchautor und ehemaliger N24-Moderator Markus Frick ist wegen des Verdachts auf Marktmanipulation sowie des gewerbsmäßigen Betrugs in Untersuchungshaft.

Markus Frick Quelle: dapd
Unter Verdacht: Aktientippgeber Markus Frick. Quelle: dapd

Die Finanzaufsicht BaFin bestätigte, dass Frick unter anderem wegen des Verdachts auf Marktmanipulation festgenommen wurde. Dem Ermittlungsverfahren lägen mehrere Anzeigen der BaFin zugrunde, sagte diese auf Anfrage.

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Frick soll für die Versendung von Börsenbriefen mitverantwortlich gewesen sein. Der Vorwurf: Abonnenten sollten ein Musterdepot nachbilden; Macher des Newsletters gaben vor, ebenfalls Aktien kaufen zu wollen. Bei solchen Aktionen werben Aktien-Tippgeber meist für Papiere, um eigene, günstig eingekaufte Aktien teuer zu verkaufen. Die in Börsenbriefen angedeutete Kaufabsicht der Börsenbrief-Macher soll nur vorgetäuscht worden sein. In Wahrheit sollen Personen, die in Zusammenhang mit der Veröffentlichung gestanden hätten, Aktien überteuert an Anleger verkauft haben.

Markus Frick Quelle: dapd
Unter Verdacht: Aktientippgeber Markus Frick. Quelle: dapd

Frick wird vorgeworfen, Aktien über einen Mittelsmann verkauft zu haben. Fricks Strafverteidiger Daniel Krause lehnte auf Anfrage eine Stellungnahme ab. Für Frick gilt die Unschuldsvermutung. Zudem war Frick nicht Herausgeber des Börsenbriefs.

Drei Nebenwerte sollen betroffen sein

Von der mutmaßlichen Manipulation sollen mindestens drei Nebenwerte betroffen gewesen sein. Sie wurden vor den Empfehlungen kaum an der Börse gehandelt. Nach den Börsenbrief-Tipps handelten Anleger teilweise mehr als 15-mal so viele Papiere wie in der Zeit zuvor. Mit den Umsätzen stiegen die Kurse teils stark, nach Ende der Werbeaktion fielen sie teils deutlich. So liegt der Kurs einer betroffenen Aktie heute bei unter 40 Cent – nach der Empfehlung war er auf über fünf Euro hochgeschnellt.

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Den möglichen Schaden für Anleger schätzt die Staatsanwaltschaft Frankfurt auf etwa fünf Millionen Euro. In ihre Ermittlungen war das Landeskriminalamt eingebunden. Sollten sich die Vorwürfe gegen Frick bewahrheiten, droht ihm eine Haftstrafe. Das Landgericht Berlin hatte ihn im April 2011 in einem anderen Fall wegen Marktmanipulation zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt, die Bewährungsfrist läuft also noch.

Frick war unter anderem durch seine TV-Sendung „Make Money – Die Markus Frick Show“ auf N24 bekannt geworden. Die Sendung wurde eingestellt, weil der Sender Konsequenzen aus dem früheren Skandal gezogen hatte. Frick schrieb auch Börsenbücher mit Titeln wie „Ich mache Sie reich: Der Mann, der Millionäre macht“. Heute sind viele Werke beim Versandhändler Amazon so wertlos, wie einige Tipps: Frick-Bücher gibt es ab einem Cent.

Ein Update lesen Sie hier.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.02.2013, 00:15 UhrGr.Schmetterling

    Auch ich habe über angebotene Anwälte versucht etwas Geld zurüchzubekommen.Es ging bis zur Schlichtungsstelle.Ich sage nur "Außer Spesen nichtsgewesen" wer hat da wohl gewonnen?
    Gr.Schmetterling

  • 20.01.2013, 13:41 UhrTilly

    Hoffentlich wird Frick im Knast ordentlich gepudert!

  • 19.01.2013, 14:22 UhrBorgy_and_Bess

    Schickt ihn nach Österreich, dort wird er sicher freigesprochen!

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