Verbraucherschützer kämpfen für Kunden: Das künftige Zinsniveau ist ungewiss

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Verbraucherschützer kämpfen für Kunden: Im Negativzins-Streit steht ein Showdown bevor

Das künftige Zinsniveau ist ungewiss

Beteuerungen der Reutlinger, den Negativzins bisher von Sparern gar nicht zu erheben und die Gebühr nur als Absicherung für die Zukunft im Preisverzeichnis zu führen, machten alles noch schlimmer. Die Volksbank handelte sich damit eine Abmahnung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ein, schließlich müssen Preislisten verlässlich sein und der tatsächlichen Gebührenpraxis entsprechen.

Inzwischen hat die Volksbank Reutlingen mit einer Anpassung ihrer Preisliste reagiert. Der Verbraucherzentrale ist das aber nicht genug, sie will eine Unterlassungserklärung und droht mit einer Klage. Die Volksbank hat allerdings deutlich gemacht, dass sie sich nicht für die Zukunft binden lassen will, schließlich sei das künftige Zinsniveau ungewiss.

Es dreht sich beim dem Thema also nicht nur um die Korrektheit von Preislisten, sondern auch um die grundsätzliche Frage, ob Negativzinsen für Sparer zulässig sind. Die Verbraucherzentralen verneinen das, weil Zinsen vom Darlehensnehmer zu zahlen seien, nicht vom Gläubiger. Und der Kontoinhaber gilt als Gläubiger, weil die Bank mit seinem Guthaben wirtschaften kann.

Für Firmenkunden und institutionelle Kontoinhaber mit ihren meist hohen Einlagen sind Negativzinsen und Verwahrentgelte längst üblich. Für Privatkunden schlägt der Negativzins meist erst bei höheren Guthaben ab 250.000 oder 500.000 Euro zu. Doch die Übergänge sind fließend, wie folgende Beispiele zeigen, die das Verbraucherportal tagesgeldvergleich.net gesammelt hat:

So geht es bei der Sparda-Bank Berlin beim Tagesgeld schon ab 100.000 Euro mit Negativzinsen los. Gelten soll das ab September.

PremiumGeldwoche Negativzins ist verheerend für die Psyche des Sparers

Ausgerechnet die genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken preschen mit Negativzinsen vor. Beiräte und Vertreter müssen das stoppen.

Mark Fehr Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche

Bei der Volksbank Stendal und der Raiffeisenbank Gmund greift eine Verwahrgebühr von 0,4 Prozent pro Jahr schon seit 2016 ab 100.000 Euro Guthaben.

Das ebenfalls genossenschaftliche Institut Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien berechnet bei ihrem Tagesgeld für Neukunden eine Gebühr von fünf bis fünfzig Euro jährlich – bei einer Verzinsung von nur 0,1 Prozent.

Methodisch anders, aber ähnlich in der Wirkung machen es die GLS Bank mit ihrem monatlichen Beitrag für Kunden ab 28 Jahren von fünf Euro sowie die Ethik Bank mit ihrer Pauschale von 3,50 Euro pro Monat für Tagesgelder.

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Auch aus Sicht der von dem Vergleichsportal befragten Rechtsanwälte sind Negativzinsen nicht zulässig. Zeit, dass die Frage gerichtlich geklärt wird.

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