Verbraucherschützer warnen: Niedrigzins lässt Banken Gebühren erhöhen

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Verbraucherschützer warnen: Niedrigzins lässt Banken Gebühren erhöhen

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Verbraucherschützer: Sparern drohen weitere Probleme durch Niedrigzinsen.

Sparer bekommen auf Guthaben schon länger nur noch mickrige Zinsen. Auch Banken spüren die Null-Zins-Politik der EZB. Manche macht das erfinderisch - zulasten der Kunden, wie Verbraucherschützer warnen.

Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen drohen Bankkunden aus Sicht der Verbraucherzentralen weitere versteckte Belastungen. „Wir beobachten jetzt schon eine neue Fantasie bei Kontogebühren und Zuzahlungen“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Teils seien sie legitim, manche kämen aber „heimlich durch die Hintertür, wo man genau nachfragen muss, ist das eigentlich in Ordnung.“ Angesichts der Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) sind auch Zinsen für Kredite stark reduziert worden, an denen Geldinstitute verdienen.

Die Folgen der EZB-Niedrigzinspolitik

  • Verminderter Reformdruck auf Krisenländer

    Werden die Zinsen künstlich abgesenkt, so verringert sich der Reformdruck auf Regierungen und Banken, ihre Haushalte beziehungsweise Bilanzen zu verbessern.

  • Fehlinvestitionen werden künstlich am Leben gehalten

    Ein künstlich tief gehaltener Zins verhindert, dass unprofitable Investitionsprojekte also Fehlinvestitionen aufrecht und befördert werden.

  • Spekulationswellen

    Künstlich tiefe Zinsen lösen (inflationäre) Spekulationswellen aus, führen zu „Boom-and-Bust“-Zyklen: überhitzte Situationen, in denen, wenn niemand mehr bereit ist, Kredite zu finanzieren, alles in sich zusammenbricht.

  • Schulden steigen

    Künstlich niedrig gehaltene Zinsen befördern die Schuldenwirtschaft, insbesondere die der Staaten und der Bankenindustrie.

„Wir erleben, dass viele Verbraucher sich wirklich Sorgen machen um ihre private Altersvorsorge und um ihren Vermögensaufbau“, sagte Müller mit Blick auf ebenfalls niedrige Zinsen für Geldanlagen. Die Versuchung sei daher größer, sich für unregulierte Finanzprodukte mit „schillernden Versprechungen“ bei der Rendite zu interessieren - wie auch der Anreiz für Anbieter, solche Produkte mit allen möglichen Tricks und Kniffen der Werbung an den Mann zu bringen.

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Auf solche Produkte des „grauen Kapitalmarkts“ soll auch der im neuen Jahr startende Finanzmarktwächter ein besonderes Augenmerk legen, wie Müller sagte. Generelles Ziel sei es, die Perspektive der Kunden in die Marktbeobachtung einzubauen. „Wir wissen, dass die Unternehmen sehr gut das Versicherungsgeschäft, das Bankgeschäft kennen. Aber die Perspektive der Verbraucher kommt manchmal zu kurz“, sagte Müller.

Der „Marktwächter Finanzmarkt“ soll 2015 mit einer Finanzierung des Bundesverbraucherministeriums aufgebaut werden. Beteiligen sollen sich die spezialisierten Verbraucherzentralen Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen und Sachsen. Dafür sollen eingehende Beschwerden und Anfragen vertieft ausgewertet werden. Insgesamt soll laut Müller genauer festgestellt werden können, „welches Institut sich besonders verbraucherunfreundlich verhält“.

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Erkenntnisse sollen Öffentlichkeit und Politik und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) weitergeleitet werden. „Und wir haben das scharfe Schwert in petto, mit Abmahnungen oder mit Klagen vor Gericht zu ziehen, wenn einzelne Institute es schlicht übertreiben“, sagte der vzbv-Chef.

Die Bundesregierung plant daneben den Aufbau eines „Marktwächters Digitale Welt“, ebenfalls über spezialisierte Verbraucherzentralen.

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