Vermehrt Fragen nach Verwendungszweck: Wann Ihre Bank die Auszahlung verweigern darf

Vermehrt Fragen nach Verwendungszweck: Wann Ihre Bank die Auszahlung verweigern darf

von Saskia Littmann

In England fragen Banken bei großen Bargeldentnahmen vermehrt nach dem Verwendungszweck – aus Angst vor Betrügern. Wie viel Geld Sie in Deutschland abheben dürfen und wie Betrüger die Sepa-Umstellung nutzen.

Wer in Großbritannien größere Summen Bargeld holen möchte, muss sich auf Nachfragen seitens der Bank einstellen. Großbanken wie HSBC, Santander oder Barclays wollen bei hohen Summen wissen, wofür der Kunde das Geld braucht, berichtete die britische Zeitung „Daily Mail“ in der vergangenen Woche.

In einem Fall, den die Zeitung schildert, wollte ein Bankkunde 5000 Pfund abheben, umgerechnet etwas mehr als 6000 Euro. Vorsorglich hatte er das seiner Bank sogar vorher angekündigt. Doch die Bankmitarbeiterin am Schalter fragte nicht nur sofort, wofür er das Geld denn bräuchte. Am Ende musste der Kunde mit nur 1000 Pfund nach Hause gehen. 

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Grund für die neue Skepsis der Banken ist die Angst vor Betrügern. Um ihre Kunden vor trickreichem Betrug zu schützen oder Geldwäschern auf die Spur zu kommen, fragen britische Banken zunehmend nach einem Verwendungszweck oder verweigern gar die Auszahlung. Vor allem durch das sogenannte Vishing oder Phishing habe sich die Zahl der Betrugsfälle in den letzten Jahren erhöht.

Insbesondere ältere Bankkunden wurden in Großbritannien zuletzt Opfer von Vishing-Betrügereien, die Fallzahlen sind laut der BBC zuletzt deutlich angestiegen. Vishing funktioniert ähnlich wie Phishing. Betrüger versuchen Bankdaten von Verbrauchern abzufischen. Allerdings nicht wie beim Phishing per E-Mail, sondern per Telefon.

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Die Finanzmarktregulierung sorgt dafür, dass Anleger kaum noch individuelle Wertpapierberatung erhalten, sondern nur angeboten bekommen, was regelkonform und unbürokratisch ist Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Die Anrufer erklären, es gebe Probleme beim Konto und versuchen den Bankkunden zur Eingabe seiner Kontodaten zu bewegen, inklusive Pin. In einigen Fällen werden die Opfer dann gezwungen, große Mengen Geld abzuheben – oder es wird ein Kurier geschickt. Dieser gibt vor, ein Mitarbeiter der Bank zu sein und holt die Bankkarte des Opfers persönlich zu Hause ab.

Auch in Deutschland ist zumindest Phishing, also der Betrug mit gefälschten E-Mails, weiterhin ein ernst zu nehmendes Problem. Immer wieder berichten Bankkunden auch von Ausweiskontrollen oder Nachfrage. Haben Banken auch hier Höchstgrenzen eingeführt was die Barabhebungen am Bankschalter angeht? Und wie schützen sich Kunden und Banken bestmöglich gegen Trickbetrüger?

Grundsätzlich gibt es hierzulande kein Gesetz, welches einer Bank vorschreibt, wie viel sie auszahlen muss. Obwohl es sich beim Geld, was Sparer auf ihrem Girokonto lagern um Sichteinlagen handelt, die grundsätzlich jederzeit verfügbar sein sollen, ist die Bank nicht zu unendlichen Auszahlungen verpflichtet. Zudem haben Banken keine unbegrenzten Bargeldvorräte in ihren Filialen, sie werden damit regelmäßig von der Bundesbank beliefert. Grundsätzlich sollten Kunden, die eine größere Summe Bares abheben wollen, das daher vorher ankündigen. 

Generell muss die Bank also selber abwägen, ob sie den Wunsch des Kunden erfüllen oder mögliche Betrügereien verhindern will. Jede Bank hat da ihre eigene Höchstgrenze. Bei der Deutschen Bank beispielsweise sei das Limit am Geldautomaten individuell festgelegt, erklärt eine Sprecherin gegenüber WirtschaftsWoche Online. Auch am Schalter sei die Menge grundsätzlich unbegrenzt, bei Summen jenseits der 10.000 Euro sei aus Sicherheitsgründen aber eine telefonische Anmeldung erwünscht, so die Bank. Auch die Commerzbank fordert bei Großabhebungen, dass der Kunde sich zum eigenen Schutz legitimiert.  

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