ThemaEZB

KommentarVermögensstudie der EZB: Einer für alle, alle von einem 

15. März 2013
von Frank Doll

Der Euro ist der größte nicht aufgezwungene Umverteilungsmechanismus, der je zu Lasten eines Landes installiert worden ist. Eine politisch hochexplosive Langzeituntersuchung über die Vermögensverteilung in der Eurozone scheint das zu bestätigen.

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Eine im Vorkrisenjahr 2006 angelaufene Umfrage der nationalen Notenbanken der Eurozone zur Verteilung der privaten Vermögen in den 17 Mitgliedsstaaten ist abgeschlossen, doch mit der Veröffentlichung der politisch offenbar hochexplosiven Studienergebnisse tun sich die Notenbanken und die EZB ziemlich schwer. Erst wenige Notenbanken, darunter die Banca’ d’Italia und die Österreichische Nationalbank haben ihre Daten veröffentlicht, die Bundesbank will erst am 21. März nachziehen.

Der Gesamtbericht der EZB wird laut Informationen der „FAZ“ gar erst vorliegen, wenn das Rettungsprogramm für Zypern in trockenen Tüchern ist. Das wäre frühestens im April. Die Daten und Ergebnisse müssten erst noch von den eigenen Fachleuten überprüft werden, sagt die EZB. Wer böse ist, dem fällt da der Spruch ein: „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“

Deutschland Regierung soll Armutsbericht geschönt haben

Heftige Kritik am Armutsbericht der Bundesregierung gab es schon kurz nach seinem Erscheinen - nun gibt ein Zeitungsbericht neues Wasser auf die Mühlen der Skeptiker. Denn der Bericht soll frisiert worden sein.

Deutschland: Regierung soll Armutsbericht geschönt haben

Erinnerungen an den zuerst verschwundenen und dann in zensierter Form wieder aufgetauchten Armutsbericht der Bundesregierung werden wach. Doch so oder so werden die Ergebnisse im Kern nur bestätigen, was sich schon aus einer Studie der Schweizer Großbank Credit Suisse aus dem vergangenen Jahr ablesen ließ – und viele Bundesbürger auch ohne Studie ahnen: Alle haben vom Euro profitiert, außer sie selbst. Es sei denn, sie gehören zu den Reichen im Lande. Denn in kaum einem anderen Land klaffen die Vermögensunterschiede inzwischen so weit auseinander wie in Deutschland.

Die bisher bekannt gewordenen Teile der EZB-Studie ermöglichen einen ersten Vergleich zwischen der Entwicklung der Privatvermögen von Italienern, Österreichern - und Deutschen. Deren Vermögensverhältnisse sind in etwa mit denen der Österreicher vergleichbar. Seit Beginn des Euro-induzierten Konvergenzprozesses im Jahr 1991 hat sich demnach das Nettovermögen eines italienischen Haushalts auf Basis des Medianwertes (die Hälfte der Haushalte liegt unter diesem Wert, die andere Hälfte darüber) um 56 Prozent auf 163.875 Euro erhöht.

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Kommentare | 25Alle Kommentare
  • 16.03.2013, 10:42 UhrLilly

    Zitat: "Die Bundesregierung fühlt sich für die Staatsschulden anderer Länder offenbar mehr zuständig als für die zunehmende private Armut im eigenen Land. Dennoch sollen die deutschen Steuerzahler die Staatsschulden von „reicheren“ Italienern und Franzosen bezahlen. Die entsprechenden Instrumente sind dem ESM und den Hilfsprogrammen der EZB (LTRO, OMT) bereits installiert. Den Rest besorgen Fiskal- und Bankenunion." Zitat Ende.

    Vielen Dank für diesen Hinweis.

  • 16.03.2013, 10:43 UhrMarkus123456

    Die Deutschen sollten vielleicht anfangen weniger Geld für teure Autos auszugeben und statt dessen in eigene Immobilien investieren und zwar in Immobilien die man sich auch leisten kann! Aber Bescheidenheit ist bekanntlich keine deutsche Tugend! Konkurrenzkampf ist alles, mein Haus ist größer und mein Auto ist schneller. Selber Schuld! Und selber Schuld, wenn Deutschland die Agenda 2010 feiert! Deutschland ist der Meinung, dass es gut ist den Arbeiter auszubeuten damit wenige große Unternehmen fette Gewinne mit Exporte machen können. Selber Schuld.
    PS: In Deutschland sind Hypothekenzinssätze um einiges günstiger als in Südeuropa! Das waren sie im übrigen schon immer! ...Selber Schuld! Das beste aber ist, die Deutschen fangen erst jetzt an in Immobilien zu investieren, mitten in der Blase ...In 5-10 Jahren werde ich wieder schreiben ...Selber Schuld!

  • 16.03.2013, 11:29 UhrPequod

    Helfersyndrom!
    ---------------
    Um die offensichtlichen psychologischen Ungleichgewichte
    des Gebens und Nehmens in dieser ''EU'' auszugleichen wird
    die AfD - Alternative für Deutschland - dafür sorgen, daß
    dieses Manko baldigst ausgeglichen und wieder in die richtige
    Balance gebracht wird!

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