Vermögensverwalter : Wer am meisten aus Ihrem Geld macht

Vermögensverwalter : Wer am meisten aus Ihrem Geld macht

, aktualisiert 07. November 2011, 08:19 Uhr
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Gold ist bei vielen Vermögensverwalter beliebt - als Sicherheit in Krisenzeiten.

von Jörg HackhausenQuelle:Handelsblatt Online

Geld verdienen in Krisenzeiten - schwierig, aber nicht unmöglich. Wir zeigen, welche Vermögensverwalter am meisten aus dem Geld der Kunden machen, wie sie das schaffen und warum sie sich auf turbulente Zeiten einstellen.

DüsseldorfErst die US-Immobilienkrise, dann die Bankenkrise, jetzt die Schuldenkrise der Staaten - noch nie war es so schwer, sein Geld anzulegen. Das geben selbst die Profis zu. Nichtsdestotrotz haben es einige geschafft, nicht nur unfallfrei durch die Krise zu kommen, sondern auch noch stattliche Renditen zu erzielen.

So wie die Wiener Privatbank Semper Constantia. Sie hat den Anlegern in den vergangenen fünf Jahren ein Plus von gut 130 Prozent beschert – so viel wie kein anderer Vermögensverwalter aus dem deutschsprachigen Raum. Das ergibt eine Auswertung des Datenanbieter Firstfive, der 300 Depots von 80 unabhängigen Vermögensverwaltern unter die Lupe genommen hat.

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„Marktneutral“, so heißt das Portfolio, mit dem die Österreicher den Spitzenplatz in der Risikoklasse „dynamisch“ erobert haben; so unscheinbar das klingt, so aggressiv die Strategie, die dahinter steckt. „Man muss sich etwas trauen, wenn die Gelegenheit günstig ist“, sagt Elisabeth Staudner, Geschäftsführerin von Semper Constantia Invest. Als die Aktienkurse in der Finanzkrise auf dem Tiefpunkt angelangt waren, machte sich Semper Constantia auf die Jagd nach Schnäppchen. Aktien, Wandelanleihen und klassische Unternehmensanleihen – alles, was günstig aussah, kam in den Einkaufskorb. Im Frühjahr 2009 ging es an den Börsen wieder aufwärts, die Strategie zahlte sich aus. Innerhalb von zwei Jahren legte der Dax um mehr als hundert Prozent zu.

Inzwischen hat Semper Constantia angesichts von Schuldenkrise und drohender Rezession umgeschwenkt. „Im Moment sind wir sehr vorsichtig“, sagt Staudner. Die aktuelle Situation erinnere fatal an den Frühling 2008. Auch damals berichteten die Unternehmen noch gute Zahlen, die meisten Analysten gingen von stabilen Gewinnen aus – doch kurz darauf brachen die Märkte ein.

Um für ein solches Szenario gerüstet zu sein, haben die Experten das Portfolio extrem defensiv ausgerichtet. Der Anteil der Aktien im Portfolio beträgt nur noch zwölf Prozent, Staatsanleihen kommen gar nicht ins Depot. Die Cashquote liegt dagegen bei 50 Prozent. Da eine Lösung der europäischen Staatsschuldenkrise nicht in Sicht sei, steige die Gefahr, dass aus der Furcht vor einer Rezession eine sich selbst erfüllende Prophezeiung wird.


Traditionelle Konzepte haben ausgedient

Aktien rein ins Depot, Staatsanleihen raus – das war auch das Erfolgsrezept bei Flossbach & von Storch. Die Vermögensverwaltung aus Köln belegt in den Kategorien „konservativ“, „ausgewogen“ und „moderat dynamisch“ den ersten Platz. Auf Sicht von fünf Jahren sprang für die Anleger ein Plus von rund 25 Prozent beziehungsweise 35 Prozent heraus. Die Kölner folgen nie der Masse, sondern gehen ihren eigenen, manchmal eigenwilligen Weg – und sind damit oft früher dran als der Rest. „Wann der Einbruch kommt, weiß man nie. Nur wenn es soweit ist, dann kommt es heftig“, sagt Bert Flossbach, der die Vermögensverwaltung 1998 gemeinsam mit seinem Partner Kurt von Storch gegründet hat.

Flossbach warnt schon lange vor der Staatsschuldenkrise. Bereits Anfang 2010 prophezeite er, der Staatsbankrott Griechenlands sei unvermeidlich. Das Schlimmste, was passieren könne, wäre eine Rettungsaktion, sagte er damals. Andere sahen das erst viel später ein, manche bis heute nicht. Kein Wunder, dass Staatsanleihen – mit Ausnahme von kurz laufenden Bundesanleihen - bei Flossbach & von Storch als Teufelszeug gelten. Man setzt man vor allem auf Sachwerte wie Aktien oder Gold.

Ebenfalls in mehreren Risikoklassen gut platziert, wenn auch nicht ganz vorne, liegt BHF Trust. „Entscheidend war in den vergangenen Jahren der Mut, die Aktienquoten entschlossen und aktiv zu steuern. Die Zeiten, in denen traditionelle Diversifizierungskonzepte ausreichten, sind vorbei“, sagt Manfred Schlumberger, Geschäftsführer von BHF Trust.

Damit bringt Schlumberger auf den Punkt, was alle erfolgreichen Vermögensverwalter verbindet. Nur wer das Depot sehr schnell und immer wieder angepasst hat, konnte für seine Kunden etwas herausholen. Und noch etwas eint die erfolgreichen Verwalter: Sie sind extrem skeptisch, wie es mit der Schuldenkrise weitergehen soll und richten sich auf Turbulenzen an den Märkten ein. Statt um üppige Kursgewinne dürfte es in den kommenden Monaten vor allem um Werterhalt gehen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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