Vermögensverwalter: Wie BlackRock & Co. Flugtickets verteuern

Vermögensverwalter: Wie BlackRock & Co. Flugtickets verteuern

von Mark Fehr

Großinvestoren verhindern, dass sich ihre Unternehmen Gewinne abgraben. Den Preis zahlen die Kunden, wie Wissenschaftler jetzt am Beispiel von US-Fluggesellschaften nachgewiesen haben.  

Der Name BlackRock ist ein Nimbus. Der 4,7 Billionen Dollar schwere Vermögensverwalter aus den USA ist riesig und steckt Geld in Unternehmen und Anlageobjekte überall auf der Welt. Gleichzeitig gibt sich der Finanzgigant öffentlichkeitsscheu. Auftritte von BlackRocks Chef Larry Fink, wie bei einer Investorenkonferenz in New York vergangene Woche, sind sparsam dosiert.

Kein Wunder, diesmal musste Fink mit anhören, wie Finanzprodukte seines Unternehmens als „extrem gefährlich“ beschimpft wurden. Die Kritik kam immerhin von Investorenlegende und Ebay-Großaktionär Carl Icahn.

Anzeige

Weniger plakativ, dafür wissenschaftlich umso fundierter, ist die Kritik an den Folgen von BlackRocks Investitionsverhalten, die eine viel beachtete neue Studie aus den USA nahelegt. Deren Ergebnisse dürften vor allem Wettbewerbshüter hellhörig machen. Der an der Universität Michigan forschende deutsche Ökonom Martin Schmalz und seine Co-Autoren José Azar und Isabel Tecu haben herausgefunden, dass die Beteiligungen großer Vermögensverwalter oder Fonds wie BlackRock, aber auch Fidelity oder State Street an mehreren Unternehmen einer bestimmten Branche den Wettbewerb zwischen ihren Portfoliogesellschaften einschränken können.

Das Trio hat dies am Beispiel amerikanischer Fluggesellschaften untersucht. Das Fazit: „Die Preise für Tickets liegen je nach Flugroute etwa um drei bis zehn Prozent höher als bei getrennter Eigentümerschaft.“

Die besten Vermögensverwalter über 5 Jahre

  • Rang 10

    Vermögensverwalter: Banque de Luxembourg
    dazugehöriger Fonds (ISIN): LU0048293368
    Rendite 5 Jahre: 47,98%

    Zeitraum: 1.1.2010 bis 31.12.2014;
    Quelle: MMD Multi Manager, BaFin

  • Rang 09

    Vermögensverwalter: Grossbötzl, Schmitz & Partner
    dazugehöriger Fonds (ISIN): LU0327378971
    Rendite 5 Jahre: 48,29%

  • Rang 08

    Vermögensverwalter: BHF Bank
    dazugehöriger Fonds (ISIN): LU0319572730
    Rendite 5 Jahre: 48,46%

  • Rang 07

    Vermögensverwalter: Bank Julius Bär & Co.
    dazugehöriger Fonds (ISIN): LU0108179945
    Rendite 5 Jahre: 48,84%

  • Rang 06

    Vermögensverwalter: Dr. Bauer & Co.
    dazugehöriger Fonds (ISIN): DE000A0RKY78
    Rendite 5 Jahre: 60,06%

  • Rang 05

    Vermögensverwalter: I.C.M. Investment Bank
    dazugehöriger Fonds (ISIN): DE000A0MYG12
    Rendite 5 Jahre: 60,63%

  • Rang 04

    Vermögensverwalter: Dr. Peterreins
    dazugehöriger Fonds (ISIN): DE000A0MUQ30
    Rendite 5 Jahre: 66,40%

  • Rang 03

    Vermögensverwalter: Flossbach von Storch
    dazugehöriger Fonds (ISIN): LU0323578657
    Rendite 5 Jahre: 72,16%

  • Rang 02

    Vermögensverwalter: FPS Vermögensverwaltung
    dazugehöriger Fonds (ISIN): LU0090303289
    Rendite 5 Jahre: 80,19%

  • Rang 01

    Vermögensverwalter: Acatis Investment
    dazugehöriger Fonds (ISIN): DE000A0RKXJ4
    Rendite 5 Jahre: 88,42%

Auch in Deutschland hat die Studie Aufmerksamkeit erregt. Wissenschaftler Schmalz wurde dafür Ende Juni mit dem Young Innovators-Award der Frankfurter Goethe-Universität und des Kasseler Finanzdienstleisters Plansecur ausgezeichnet. Anders als Fusionen und Übernahmen lösen Simultanbeteiligungen in den meisten Ländern keine Prüfungen durch die Wettbewerbsbehörden aus. Der Düsseldorfer Wettbewerbsexperte Justus Haucap weist allerdings darauf hin, dass in Deutschland zumindest Minderheitsbeteiligungen vom Bundeskartellamt geprüft werden.

Beispiel: Im September haben die Bonner Aufseher eine gegenseitige Beteiligung des Verlags M. DuMont Schauberg und der Druckerei H. Neusser von jeweils gut neun Prozent untersagt, weil daraus ein erheblicher Markteinfluss entstanden wäre. Mit dieser Praxis sei Deutschland aber eine Ausnahme. Die Europäische Kommission in Brüssel würde dies gern auch in anderen EU-Staaten vorschreiben. Haucap sieht die Erkenntnisse von Schmalz, Azar und Tecu als weiteres Argument, die Initiative der EU-Kommission zu unterstützen.

Weitere Artikel

Die US-Studie weist nach, dass Großinvestoren an steigenden Gewinnen eines Portfoliounternehmens nicht besonders interessiert sind, wenn diese zulasten von Konkurrenten geht, an denen sie ebenfalls beteiligt sind. Diese Lähmung des Wettbewerbs dürfte nicht nur für die untersuchten Fluggesellschaften gelten, sondern auch für andere Industriezweige, in denen Großinvestoren zu den einflussreichsten Einzelaktionären gehören. BlackRock zum Beispiel ist jeweils der wichtigste Anteilseigner der drei größten Banken Amerikas sowie der Deutschen Bank. Außerdem hält der „Schwarze Fels“ die größten Anteilspakete an Apple und Microsoft.

Es überrascht, dass die Fonds überhaupt in so großem Umfang kontrollrelevante Anteile an Unternehmen halten. Schließlich sind sie so breit über Branchen und Länder diversifiziert, dass mit Blick auf einzelne Unternehmen eher homöopathische Beteiligungen zu erwarten wären. „Es ist die Kombination von Größe und Diversifizierung, die zu dem Problem führt“, erklärt Schmalz.

Die US-Ökonomen Eric Posner und Glen Weyl haben als Reaktion auf die Studie vorgeschlagen, mehrfache Beteiligungen großer Fonds an Unternehmen derselben Branche zu beschränken. Das Beispiel zeigt, dass freier Wettbewerb nicht gleichbedeutend ist mit regelfreiem Kapitalismus. Und um den Wettbewerb zu schützen, sind an einigen Stellen Eingriffe in den Markt nötig.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%