Verwaltungskosten: Deutsche Bank setzt auf billige ETFs

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Verwaltungskosten: Deutsche Bank setzt auf billige ETFs

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Deutsche Bank wirbt mit Kampfkonditionen um Profi-Investoren.

Was die Vermögensverwaltung angeht, ist die Deutsche Bank im internationalen Vergleich ein eher kleines Licht. Mit günstigeren Gebühren für ETFs will das Institut jetzt an die Gelder von Versicherern und Pensionsfonds.

Die Deutsche Bank buhlt in der Vermögensverwaltung mit Kampfkonditionen um große Investoren wie Versicherungen und Pensionsfonds. Die Sparte für börsennotierte Indexfonds (ETFs) kündigte an, dass Investoren bei vier ETFs künftig nur noch 0,09 Prozent der angelegten Gelder als Verwaltungskosten an die Bank zahlen müssen. "Wir wollen damit besonders große institutionelle Investoren wie Pensionsfonds, Versicherungen und Staatsfonds als Kunden gewinnen, die ihr Geld bisher nicht oder nur in geringem Ausmaß in ETFs stecken", sagt Deutsche-Bank-Manager Simon Klein der Nachrichtenagentur Reuters.

Und das hat Deutschlands größte Bank auch nötig, wenn sie im internationalen Wettbewerb mithalten möchte: Vergangenes Jahr betreute die Vermögensverwaltung der Bank Gelder in Höhe von 931 Milliarden Euro - damit hinkt sie deutlich hinter Konkurrenten wie Bank of America, UBS und Credit Suisse hinterher. Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain will jedoch nicht, dass es dabei bleibt. "Wir erfüllen alle Voraussetzungen, um einen Platz unter den führenden Banken einzunehmen", sagte er kürzlich auf der Bilanzpressekonferenz. "Und wir sind entschlossen, das zu tun."

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Doch dafür braucht es professionelle Investoren. Und denen waren viele ETFs bislang zu teuer, wie Detlef Glow, Analyst bei dem zu Thomson Reuters gehörenden Analysehaus Lipper, sagt. Deeshalb dreht das Geldhaus bei den Verwaltungsgebühren nun an der Preisschraube - zumindest bei vier Produkten. Die vier ETFs bilden die Wertentwicklung des deutschen Leitindex Dax, des britischen FTSE 100, des EuroStoxx 50 und des amerikanischen MSCI ab. "Mit dem Angebot ist die Deutsche Bank bei den vier Indizes der billigste Anbieter am Markt", so Glow. "Das ist eine Kampfansage an Konkurrenten wie Blackrock, Vanguard und Lyxor." Mit ihrem Angebot komme die Deutsche Bank den Profi-Investoren entgegen. "Dieses Angebot wird dazu beitragen, dass der ETF-Markt als ganzes wächst", sagt Deutsche-Bank-Manager Klein. "Zudem soll die Initiative helfen, dass wir unseren Marktanteil im ETF-Geschäft in Deutschland von derzeit 12,5 Prozent bis Ende 2015 auf mindestens 20 Prozent ausbauen." Die Bank plant, künftig auch andere ETFs "besonders kostengünstig" anzubieten.

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ETFs erfreuen sich in Deutschland steigender Beliebtheit, da sie häufig besser abschneiden als aktiv gemanagte Fonds. Zudem sind die passiven Fonds günstiger - zum Abbilden eines Indexes werden schließlich keine gut bezahlten Fondsmanager benötigt. Bei den 230 bis 240 ETFs, die Deutschlands größtes Geldhaus derzeit auflegt, betragen die Verwaltungskosten im Schnitt circa 0,32 Prozent. "Durch das neue Angebot wird jedoch auch die durchschnittliche Gesamtkostenquote sinken", betonte Klein.

Die Deutsche Bank hat ihre Vermögensverwaltung zuletzt kräftig umgebaut. Das Geschäft mit aktiv gemanagten Fonds und passiven Produkten wie ETFs und Zertifikaten wird jetzt aus einer Hand angeboten und bedient gleichermaßen Kleinsparer, vermögende Privatleute und Profi-Investoren. Die Marke db x-trackers mit ihren ETFs wurde vom Investmentbanking abgetrennt und an die Vermögensverwaltung angedockt. Im vergangenen Jahr zogen Anleger aus den Deutsche-Bank-ETFs unter dem Strich allerdings 3,5 Milliarden Euro ab. "Das lag vor allem daran, dass wenige institutionelle Kunden 5,6 Milliarden Euro aus dem Dax-ETF abgezogen haben", sagte Klein.

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