Wald, Gold, Immobilien: Wie Millionäre gegen Vermögensschwund kämpfen

Wald, Gold, Immobilien: Wie Millionäre gegen Vermögensschwund kämpfen

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Mitglieder namhafter Unternehmerfamilien warten nicht an der Warteschleife eines Call-Centers und müssen die Experten nicht mit unbekannten Anlegern teilen.

von Heike Schwerdtfeger

Wie schaffen es reiche Familien, ihre über Generationen geschaffenen Vermögen zu erhalten? Wo finden sie jetzt ihre Fluchtburgen? Ein Blick auf die Anlagestrategie der verschwiegenen Family-Offices.

Den direkten Draht zum Chefanleger haben nur wenige: Als die Meldung über die Verstaatlichung der niederländischen SNS-Bank am 1. Februar die Runde machte, hatte Thorsten Querg, Chief Investment Officer beim Multi-Family-Office Focam gleich einen Mandaten am Telefon. Der Unternehmer wollte von ihm wissen, wie sich die Rettungsaktion auf seine Geldanlage auswirkt. Mit der Frage landete er direkt auf dem Apparat von Querg.

Dass sind die Privilegien der Anleger, die sich alles leisten können und sich auch für ihre Vermögensanlagen besondere Hilfe gönnen. Bei Focam haben Mitglieder namhafter Unternehmerfamilien eine gemeinsame Anlaufstelle für ihre Geldanlagen. Dort werden sie nicht in der Warteschleife eines Call-Centers vertröstet und müssen die Experten nicht mit unbekannten Anlegern teilen.

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Starke Unsicherheit auch unter den Reichen

Alle eint die Sorge um ihr Vermögen und darüber tauschen sie sich im vertrauten Kreis aus. Geldanlagethemen sind in den Zirkeln nicht tabu. Jeder hat einige Millionen, es gibt keinen Wettbewerb um die höchste Rendite, aber sie eint das Ziel, für kommende Generationen das Vermögen zu erhalten und noch genug für die karitativen Zwecke übrig zu haben, in denen sich die Reichen der Republik oft engagieren. Doch die politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen machen sie nicht froh: "Die Panik ist gewichen, aber es gibt eine starke Unsicherheit. Dabei ist es nicht mehr die Angst vor einem Bankenkollaps, die unsere Mandanten umtreibt", sagt Randolph Kempcke, geschäftsführender Gesellschafter beim Hamburger Family Office Spudy & Co. Viele glaubten, dass Preissteigerungen ihr Vermögen entwerten könnten. Sie wollen oder hätten die Vermögensallokation meist schon verändert, um sich vor dem schleichenden Geldverzehr durch die negativen Realzinsen zu schützen.

Dabei hat aber jeder Anleger andere Vorstellungen von den Risiken, die er eingehen will und da steht er heute vor einem Dilemma: "Die risikoverringernde Eigenschaft sicherer Anlagen ist zwar weiter vorhanden, wegen der tiefen Zinsen ist der Ergebnispuffer aber deutlich geringer als früher", sagt Ulrich Wernitz, Chefanleger beim Family Office Berlin & Co.. Dadurch werde auch die Vermögensstreuung schwieriger.

Anlagen verschieben sich Richtung Sachwerte

Verzinst angelegtes Vermögen schrumpft, weil die Zinsen der Bundesanleihen niedriger sind als die Inflationsrate– das ist das Top-Thema in allen Kreisen, ob Lebensversicherer, Erbengemeinschaft oder Unternehmensvermögen. Da letztere ohne gesetzliche Vorgaben anlegen können, verschieben sie ihre Geldanlagen stärker in Richtung Sachwerte – allerdings in unterschiedlichster Ausprägung.

Bei Focam, Spudy sowie Berlin & Co. reicht das Universum von den Aktien über Forstflächen, Gewerbeimmobilien, Gold, Infrastrukturinvestments bis zu Private Equity. Allerdings müssen sich Anleger dann auch mit neuen Gefahren auseinandersetzen. "Der Anleger muss bei vielen Sachwerten einkalkulieren, dass sein Vermögen nicht mehr so liquide ist und mitunter stärker schwankt als in der Vergangenheit, als es in sicheren Bundesanleihen geparkt werden konnte und noch Rendite abwarf", sagt Spudy-Mann Kempcke.

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2 Kommentare zu Wald, Gold, Immobilien: Wie Millionäre gegen Vermögensschwund kämpfen

  • Die Wahrheit sieht natürlich anders aus. Sie schaffen es nur durch weiteren Betrug, indem sie sich vor einer Enteignung gegenseitig warnen und nur die kleinen reinfallen lassen. Wäre es nämlich anders, gäbe es keinen Schutz. Es gibt auch das Mittel der Zwangshypothek, der Enteignung von Sachwerten (z. B. Gold etc.!), der Enteignung von Geldvermögen durch die Ausgabe von neuen scheinen, durch Reichensteuern und und und.

    Nur weil Politiker korrupt sind und korrupt und korrupt, werden nur die kleinen Vermögen dementsprechend eingezogen und die großen nicht. Auch in Zypern sollen die Russen das Geld während der Bankenschließung ausgebucht und -geflogen haben, der Präsident soll sogar über fünf Mill. Euro von Banken erhalten haben, damit alles so umgesetzt wird, wie die es haben wollen und die anderen reichen Zyprer haben angebl. gehandelt wie die Russen. Viel Geld soll nach Norwegen abgeflossen sein.

    So schau'n wa aus!

  • Selbst die Großen wissen nicht, wie sie Vermögen auf legale Weise schützen sollen, weil bekanntlich Anlagenotstand herrscht.

    Der angebliche Geheimtip der ‚Berater’ taugt daher sowieso nichts und wird in der Regel gegen viel Geld charakterschwachen Menschen angedreht, wobei ein wesentlicher Trick bei diesem Geschäft darin besteht, eine Exklusivität vorzuspiegeln: erst ab 1 Mio Euro und nur für einen kleinen, ausgewählten Personenkreis etc. etc.. In diesem Geschäft treffen sich dann naive Anleger mit gerissenen Verkäufern (oft nur mit Volksschulbildung, was dafür aber genügt), wobei der Verkäufer/Berater zuvor nicht selten einmal mit einem Handwerksberuf angefangen hatte und später aus seinem Blaumann in einen weißen Anzug umgestiegen ist. Für diesen Berufsweg ohne notwendige Vorbildung legen manche Vermögensberater sogar Prospekte aus, weil sie entsprechende Klinkenputzer suchen. Wie beim Hochzeitskleid ist dabei der weiße Anzug das Symbol für Unschuld und Seriosität, zumindest für naive Leute.

    Die Realität für Menschen mit etwas Vermögen ist anders und lautet: Hast Du viel Küh’, so hast Du viel Müh. Wer gar Millionen in Form von Aktien besitzt, hat wegen des ständig schwankenden Kurses täglich ein anderes Vermögen. Für dieses ‚Ungemach’ soll hier kein Mitleid geäußert werden, aber dennoch ist es so.

    Wer überhaupt Vermögen hat, ob viel oder wenig, hat generell das Problem, daß es viele Leute gibt, die es ihm abjagen wollen. Das beginnt schon in der Verwandtschaft, wenn ein Lottogewinn ins Haus kommt. Der kleine Sparer muß vor allem auf die Politiker achten, die in der Mittelschicht am meisten Geld finden, um damit Wahlgeschenke an die Wähler zu verteilen. Der Vermögende ist dabei ein genauso gerne gesehener ‚Geldgeber’ wie die breite Mittelschicht. Beim Vermögenden kommen aber noch alle Betrüger hinzu, die ihn wie Fliegengeschmeiß umschwirren, denn bei solchen Einzelpersonen gibt es ohne großen Aufwand viel zu holen.

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