Bild: APTurkmenistan, Januar 1992 - November 1993
Währung: Manat
Tägliche Inflationsrate: 5,71 Prozent
Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 12,7 Tage
Quelle: Institute for Applied Economics, John Hopkins University Baltimore
Bild: REUTERSArmenien, Oktober 1993 - Dezember 1994
Währung: Rubel
Tägliche Inflationsrate: 5,77 Prozent
Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 12,5 Tage
Bild: GemeinfreiFreie Stadt Danzig, August 1922 - Mitte Oktober 1923
Währung: Danziger Gulden
Tägliche Inflationsrate: 11,4 Prozent
Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 6,52 Tage

China, Oktober 1947 - Mitte Mai 1949
Währung: Yuan
Tägliche Inflationsrate: 14,1 Prozent
Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 5,34 Tage

Griechenland, Mai 1941 - Dezember 1945
Währung: Drachme
Tägliche Inflationsrate: 17,9 Prozent
Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 4,27 Tage

Deutschland, August 1922 - Dezember 1923
Währung: Papiermark
Tägliche Inflationsrate: 20,9 Prozent
Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 3,70 Tage

Republika Srpska, April 1992 - Januar 1994
Währung: Dinar
Tägliche Inflationsrate: 64,3 Prozent
Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 1,41 Tage
Bild: dpaJugoslawien, April 1992 - Januar 1994
Währung: Dinar
Tägliche Inflationsrate: 64,6 Prozent
Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 1,41 Tage

Simbabwe, März 2007 - Mitte November 2008
Währung: Dollar
Tägliche Inflationsrate: 98,0 Prozent
Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 24,7 Stunden
Bild: dpaUngarn, August 1945 - Juli 1946
Währung: Peng!
Tägliche Inflationsrate: 207 Prozent
Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 15 Stunden
Turkmenistan, Januar 1992 - November 1993
Währung: Manat
Tägliche Inflationsrate: 5,71 Prozent
Zeitraum, in dem sich die Preise verdoppelten: 12,7 Tage
Quelle: Institute for Applied Economics, John Hopkins University Baltimore
Die Deutschen fürchten sich vor der Inflation. Diese Angst ist weit älter als der Euro. Sie reicht bis in die 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück, in die Weimarer Republik. Damals lief die Inflation völlig aus dem Ruder. Die Kriegsschulden lasteten schwer auf Deutschland. Um diese zu finanzieren, warfen die Notenbanker die Druckerpresse an und druckten hemmungslos Mark.
In der Folge kletterten die Inflationsraten kräftig. Zwischen Oktober 1922 und Dezember 1923 betrug die Teuerung 50 Prozent – pro Woche wohlgemerkt. In den Bäckereien wurde Brot mit Schubkarren voller Geldscheine bezahlt. Was am Abend eine Million Reichsmark kostete, war tags darauf schon in Milliarden ausgepreist. Die Deutschen mussten mit ansehen, wie ihre Ersparnisse quasi über Nacht entwertet wurden.
Aus Angst flüchteten sie in Sachwerte, kauften Anteile an Unternehmen etwa. Im selben Zeitraum kletterte der damalige Aktienindex von 2062 auf unglaubliche 171.300.000.000 Punkte. Der österreichische Ökonom Ludwig von Mises (1881 bis 1973) sollte dieses Phänomen wenig später als „Katastrophenhausse“ beschreiben. Sie wird befeuert von der Angst der Anleger, ihr Geld könne an Wert verlieren.
Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde
Deutscher Aktienindex (Dax)
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro
Dow Jones
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro
EuroStoxx 50
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro
Nikkei
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro
Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro
MSCI Emerging Markets
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro
Gold
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro
Silber
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro
Öl
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro
Weizen
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro
Kaffee
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro
Staatsanleihen (Rexp)
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro
Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)
Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro
Sparbuch
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.092 Euro*
*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)
Tagesgeld
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.192 Euro*
*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent
Festgeld
Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.239 Euro*
*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent
Von Mises gilt als radikaler Liberaler und wichtiger Vertreter der Österreichischen Schule. Auch wenn die Zeitzeugen mittlerweile fast alle verstorben sind, die Inflationsangst hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Nation eingefressen.
Und mit dem Wissen, was vor beinahe 100 Jahren geschah, schauen die Deutschen in diesen Tagen nach Frankfurt, zur Europäischen Zentralbank. Im Sommer hatte der Chef des Institutes, der Italiener Mario Draghi, gesagt, man werde den Euro retten – um jeden Preis.
Bild: dpaDie Bevölkerung im Jemen fordert, ihren ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh zur Rechenschaft zu ziehen - für die getöteten Bürger während der Jasmin-Revolution. Das Land verzeichnet derweil eine Inflation in Höhe von 17,61 Prozent.
Quelle: IWF, Angaben in Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat
Bild: REUTERSSuriname: 17,71 Prozent. In der Hauptstadt Paramaribo protestieren politische Aktivisten gegen die kürzlich beschlossenen Amnestiegesetze. Diese gewähren dem Präsidenten Desi Bouterse Straffreiheit. Er und weitere Politiker werden beschuldigt, 1982 Oppositionelle während der damaligen Diktatur ermordet zu haben.
Bild: dpaSudan: Der Präsident Omar al-Bashir lässt sich für die Befreiung der Heglig Öl-Felder von Süd-Sudan feiern. Die Inflationsrate liegt bei 18,09 Prozent.
Bild: dpaChina hat der African Union einen Hauptsitz gespendet. Das neue Gebäude befindet sich in der Hauptstadt von Äthiopien, Addis Abeba. Die Inflation liegt hier bei 18,11 Prozent.
Bild: REUTERSIm ehemaligen Bürgerkriegsland Sierra Leone liegt die Inflation bei 18,46 Prozent.
Bild: REUTERSVietnam: 18,69 Prozent
Bild: dapdIran: 21,30 Prozent
Bild: REUTERSGuinea: 21,52 Prozent. Die Präsident von Guinea (in der Mitte) Alpha Condé auf einem Treffen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) in Abidjan, Republik Côte d'Ivoire.
Bild: REUTERSVenezuela: 28,19 Prozent
Bild: dpaWeißrussland: 53,22 Prozent. Die hohe Rubelentwertung von 65 Prozent und ein hohes Ausgabenprogramm der Regierung sind ein Grund für die galoppierende Inflation. Damit befindet sich das autokratisch geführte Land auf dem einsamen Platz Nummer eins.
Die Bevölkerung im Jemen fordert, ihren ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh zur Rechenschaft zu ziehen - für die getöteten Bürger während der Jasmin-Revolution. Das Land verzeichnet derweil eine Inflation in Höhe von 17,61 Prozent.
Quelle: IWF, Angaben in Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat
Und der Preis ist hoch. Um die Schuldenkrise in Europa zu lindern, verleugnen die Notenbanker gar ihr oberstes Gebot, nämlich für einen stabilen Geldwert innerhalb des Währungsraumes zu sorgen. Draghi wird stattdessen Anleihen von hochverschuldeten Staaten wie Italien oder Spanien kaufen, er wird also die Notenpresse anwerfen, um die Refinanzierungskosten der Schuldner künstlich zu drücken, damit die ihre Verbindlichkeiten begleichen können. So zumindest die Hoffnung.
Die Strategie der laxen Geldpolitik ist vermutlich ohne Alternativen, aber sie ist auch brandgefährlich. Denn die Währungshüter nehmen massive Risiken auf die eigenen Bücher und blähen ihre Bilanz auf. Die von den großen Zentralbanken gehaltenen Aktiva haben sich nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt und erreichten Ende 2011 rund 18 Billionen Dollar. Tendenz rasant steigend.
Das große Problem dieser Strategie sind die Nebenwirkungen. Denn die hemmungslose Ausweitung der Geldmenge ist die wichtigste Zutat für eine ausgeprägte Inflation. Sollte die Konjunktur in Europa mittelfristig wieder anspringen, drohen die Teuerungsraten aus dem Ruder zu laufen.
Davor fürchten sich die Deutschen – und suchen auch diesmal nach Alternativen zu ihrem Papiergeld. Handelsblatt Online hat einmal genauer geschaut, welche Sachwerte tatsächlich als Inflationsschutz taugen – und von was Sparer besser die Finger lassen sollten. Frei nach Danny Kaye, dem amerikanischen Schauspieler, der einst sagte, dass Geld allein nicht glücklich mache. „Es gehören auch noch Gold, Aktien und Grundstücke dazu.“
























