Weg von Emerging Markets: Diese Trends dominieren 2014 die Fondsbranche

ThemaFonds & ETFs

exklusivWeg von Emerging Markets: Diese Trends dominieren 2014 die Fondsbranche

von Kerstin Dämon

Wegen des aktuellen Zinsumfelds sind nicht nur Privatanleger unter Zugzwang. Auch die großen Fondsgesellschaften müssen ihre Strategie ändern. Für 2014 setzen die Investoren auf Aktien. Von den Emerging Markets lassen sie allerdings die Finger. Investitionsziele sind Deutschland, Europa und die USA.

Die Krise ist vorbei, es geht zurück zu den guten, alten europäischen und amerikanischen Werten: Im kommenden Jahr wollen sich die großen Fondsgesellschaften von den Emerging Markets und Asien fernhalten und statt dessen in deutsche, amerikanische und europäische Aktien investieren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Feri EuroRating Services AG, die WirtschaftsWoche Online exklusiv vorliegt. Feri, eines der führenden europäischen Häuser für Investmentresearch und Rating, hat 64 Fondsgesellschaften zu ihren Anlagezielen und Erwartungen für das kommende Jahr befragt.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

  • Aktienfonds

    Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

  • Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

    Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

  • Geldmarktfonds

    Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

  • Immobilienfonds

    Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

  • Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

    Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

  • Mischfonds

    Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Aktienkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

  • Rentenfonds

    Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Die Erwartungen für die Entwicklung bei Aktien sind sehr positiv, dafür eher gering auf der Rentenseite, wie Christian Michel von Feri EuroRating Services sagt. Auch von Geldmarkttiteln, also Schatzwechseln, Schuldscheinen oder Anleihen mit kurzer Laufzeit, erwarten die Profianleger im nächsten Jahr nicht allzu viel. Mehr als 90 Prozent der Fondsgesellschaften halten das Absatzpotenzial dieser Anlageklasse 2014 für schwach bis sehr schwach, bei den Renten sind es gut 50 Prozent. Bei Aktien sagten dagegen 70 Prozent der Befragten, dass sie mit einer guten Entwicklung rechnen, weitere 30 Prozent sprachen sogar von sehr guten Entwicklungen. In puncto Aktien sind "die meisten Fondsverwalter extrem bullish eingestellt", bestätigt der Teamleiter für Fonds & Zertifikate bei Feri. Bei dem aktuellen Zinsumfeld ist das sicher kein Wunder.

Anzeige

Deutsche trauen Aktienfonds nicht

Dennoch haben die Deutschen offenbar weiterhin Angst vor Aktien und Aktienfonds: Das legen zumindest die aktuellen Zahlen des Fondsverbandes BVI nahe. Allein im Oktober 2013 verzeichneten Aktienfonds demnach Mittelabflüsse in Höhe von 2,3 Milliarden Euro. Seit Januar entzogen Anleger den Fonds mehr als sechs Milliarden Euro. Das entspricht laut BVI rund drei Prozent des gesamten Fondsvolumens.

Allein Dekafonds verzeichnete Abflüsse in Höhe von 400 Millionen Euro. Bei DWS Investa, einem anderen Branchenriesen, holten sich die Investoren Anteile im Wert von 300 Millionen Euro zurück. Und das, obwohl die Börsenkurse derzeit nur eine Richtung kennen: nach oben. Und ein Ende der langen Rekordrally ist aus Sicht vieler Bankhäuser nicht in Sicht. Die Deutsche Bank traut dem Dax im Jahr 2014 einen Anstieg bis auf 11.000 Punkte zu.

Hoffnung macht das Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider. Demnach glauben nicht nur Profianleger, sondern auch kleine Investoren an steigende Börsenkurse (36 Prozent).

Mit fallenden Kursen rechnen 23 Prozent der Sparer. Die Gruppe der Optimisten setzt sich dabei zusammen aus zwei Prozent, die von stark steigenden Notierungen ausgehen und 34 Prozent, die an leicht steigende Aktienmärkte glauben. Diese Einschätzung deckt sich mit der Einschätzung der Experten von Union Investment: „Die Zentralbanken verfolgen immer noch eine Politik des billigen Geldes. Das internationale Wirtschaftswachstum verleiht den Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind." Wenn die Fondsgesellschaften Glück haben, können sie sich also im kommenden Jahr auf Mittelzuflüsse freuen.

Bei den geografischen Investitionszielen sind sich die Fondsgesellschaften einig: Die Mehrheit der Häuser setzt auf Papiere aus Deutschland, Nordamerika, und Europa. "Derzeit sind die entwickelten Märkte deutlich attraktiver, nach dem Boom auf den Emerging Markets kommt das Anlegeverhalten einfach wieder in Balance", sagt Michel von Feri EuroRating.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%