Whisky: Reichlich rentable Single Malts

Whisky: Reichlich rentable Single Malts

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Feiner Single Malt Whisky aus Schottland

von Stefan Hajek und Andreas Toller

Edler, sortenreiner Scotch liegt weltweit im Trend. Wer die richtigen kauft, kann auf hohe Wertsteigerungen hoffen.

Not macht erfinderisch. Als in der Pensionskasse des Getränkekonzerns Diageo 2010 ein 980 Millionen Euro tiefes Loch klaffte, besannen sich die Briten auf ihre ganz harten Assets: Sie transferierten 2,5 Millionen Fässer Whisky aus der eigenen Bilanz in die ihrer Pensionskasse. Die britische Finanzaufsicht segnete das auf zehn Jahre ausgelegte „Sanierungskonzept unter Einbezug von Sachwerten“ ohne Einwände ab; auf der Insel hat niemand Zweifel an der Werthaltigkeit des schottischen Nationalgetränks.

Zum Schaden der Pensionäre war der Deal nicht. Whisky boomt, die Preise steigen. Während bei anderen Hochpreis-Spirituosen wie Cognac die Nachfrage seit Jahren stagniert oder sinkt, steigt der Whisky-Absatz rasant. Vor allem in den Schwellenländern erfreut sich das Gerste-Destillat wachsender Beliebtheit, als Partygetränk der Erfolgreichen und als Statussymbol.

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In zehn Jahren verzwölffacht

Nach Daten des globalen Spirituosen-Verbandes International Wine and Spirits hat sich die Nachfrage nach schottischem Whisky etwa aus China von 2000 bis 2010 verzwölffacht. Dieses Jahr sollen die Exporte der Schotten nach China unveröffentlichten Daten zufolge um 40 Prozent zugelegt haben. Auch in Indien, Südamerika und Russland wächst die Whisky-Nachfrage mit zweistelligen Prozentraten. „In diesen Ländern verhilft vor allem der Wunsch der neuen Mittelschicht, sich von der Masse abzusetzen, dem Scotch zu diesem enormen Boom“, sagt David Pattison, Manager Emerging Markets bei Morrison Bowmore, „das Volk trinkt Reiswein, Bier, Wodka, Rum. Wer Erfolg demonstrieren will, greift in den Bars zum Single-Malt-Whisky, der in diesen Ländern nicht selten das Fünf- bis Zehnfache der eigenen Traditionsgetränke kostet.“

Davon profitieren vor allem Konzerne wie Diageo, Pernod Ricard, Campari und Bacardi, die in den Achtzigern fast alle kleinen schottischen Brennereien billig aufkauften, nachdem die Wirtschaftspolitik von Margaret Thatcher zuvor Hunderte Destillerien in die Insolvenz getrieben hatte. Dank Großkonzern-Logistik sind heute einstige Liebhabermarken wie Macallan, Lagavulin oder Oban weltweit in jedem gut sortierten Supermarkt zu haben.

Die wachsende Nachfrage trifft auf ein begrenztes Angebot aus Schottland. Dafür sorgen die strengen Regeln, denen die Produktion von Scotch unterliegt. Whisky ist im Prinzip billig; die Rohstoff- und Produktionskosten sind gering: Gerste wird zum Keimen gebracht, es entsteht Malz, das gemaischt und schließlich gebrannt wird. Aber: Guter Whisky muss mindestens 10, sehr guter 18 oder 21 Jahre reifen. Die rund 100 noch aktiven schottischen Brennereien können deshalb nur mit großer Verzögerung auf die steigende Nachfrage reagieren – die Preise werden also weiter steigen.

Entscheidend für das Preispotenzial ist aber nicht nur die Dauer, sondern auch die Art der Fassreifung. Denn das Fass ist für 60 bis 80 Prozent des späteren Geschmacks verantwortlich. Erst aus dem Fassholz zieht der Whisky seine unverwechselbaren Geschmacksmerkmale wie Harz und Teer. In den 10 bis 21 Jahren der Fassreifung finden zahlreiche langsame chemische Reaktionen statt. Der Alkohol zieht dabei Karamell, Vanillin und Tannine aus dem Holz; es entstehen Phenole und andere Stoffe, die in größerer Menge nicht gerade gesund sind – aber Geschmacksträger.

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