WirtschaftsWoche Investmentgipfel: Welche Trends treiben 2016 die Kurse an den Märkten?

WirtschaftsWoche Investmentgipfel: Welche Trends treiben 2016 die Kurse an den Märkten?

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Der WirtschaftsWoche-Investmentgipfel.

von Heike Schwerdtfeger

Die Trends an den Märkten wechseln immer schneller, politische Entwicklungen und die Notenbanken spielen eine wichtige Rolle, das Wachstum in China, Staatsschulden und Niedrigzinsen,  aber auch Terrorgefahren beeinflussen die Märkte. Wie können Anleger in dem Umfeld Chancen für ihre Investments nutzen? Lohnt es sich, auf steigende Zinsen zu warten, oder ist ein Einstieg in den Aktienmarkt  empfehlenswert? Darüber diskutieren die Experten auf dem WirtschaftsWoche-Investmentgipfel.

Im Rückblick läuft das Jahr 2015 am Aktienmarkt ganz gut. Über zweistellige Renditen an vielen Märkten kann sich niemand beschweren. Aber wie geht es jetzt weiter? Es liegen inzwischen sechs sehr gute Anlagejahre hinter den Aktionären und die Anleger fragen sich, hat sich inzwischen eine Kursblase entwickelt? Sind die Kurse der Konjunktur nicht längst davongeeilt? Lohnt es sich etwa, auch jetzt noch in den Aktienmarkt einzusteigen?

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Die Alternativen sind ansonsten niedrige oder sogar negative Zinsen, die etwa die Europäische Zentralbank schon bei den Banken kassiert. Bislang allerdings ist das Thema Minuszinsen noch nicht beim Sparer angekommen. „Sparkassen können und wollen diese negativen Zinsen nicht an ihre Kunden weitergeben“, sagt Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands auf dem WirtschaftsWoche Investmentgipfel.

Konfrontiert mit sehr mageren Ergebnissen auf dem Sparbuch und schwächeren Renditen bei Anleihen wird aber jeder Anleger. Wie sich die Zinsen entwickeln müssten, wohin die Notenbanken steuern und was das für die Geldanlage bedeutet, darüber sprachen neben Fahrenschon, die Mainzer Finanzprofessorin Isabel Schnabel, die Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist („Wirtschaftsweisen“), der globale Aktienchef der Deutsche Bank-Vermögensverwaltung DeAWM, Henning Gebhardt sowie Maximilian Bär, Leiter des Multi-Asset-Fondsmanagements bei der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka.

Die Wirtschaftsweisen würden die Zinsen erhöhen

Und da, wie Bär sagte, die „Notenbanken für Fondsmanager noch nie so entscheidend wie heute waren“, stimmte Isabel Schnabel die Anleger schon mal auf unruhige Zeiten ein. Denn ginge es nach den Wirtschaftsweisen, müsste die Europäische Zentralbank die Zinsen eher anziehen, als lockern. „Rechnet man die gefallenen Öl- und Energiepreise aus der Inflationsrate heraus, dann ziehen die Preise durchaus an."

Sparkassen Kritik an Hindernissen für Wertpapierkultur

Laut DSGV-Präsident Fahrenschon machen Steuern und strenge Vorschriften Anlegern Aktieninvestments madig. Das gelte insbesondere für die mögliche Abschaffung der Abgeltungsteuer. Eine Exklusivmeldung.

Georg Fahrenschon, Präsident des Sparkassenverbands DSGV. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche

Europa entwickle sich wirtschaftlich gut, aber eine Konsolidierung bei den Staatsfinanzen fände kaum noch statt, warnt Schnabel. Die niedrigen Renditen bei den Staatsanleihen seien nur eine Folge des Anleihenkaufprogramms der EZB - und nicht etwa eine Folge einer verbesserten Schuldensituation. "Anreize für eine Konsolidierung sinken durch das Anleihenkaufprogramm der EZB“, betont Schnabel.

Dass dies letztlich zu einer erneuten Finanz- und Schuldenkrise führen könne, schloss die Expertin nicht aus. Ein lange hinausgezögerter Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik könnte die Finanzstabilität bedrohen, meint Schnabel. Weil etwa Banken und Versicherer mit den Minuszinsen und niedrigen Renditen immer größere Probleme bekämen.

Dass der Aktienmarkt von den üppigen Liquiditätsspritzen der Notenbanken rund um den Globus profitiert hat, leugnet auch Henning Gebhardt nicht. Und er rechnet damit, dass alle Notenbanken weltweit auch 2016 weiterhin ihre expansive Politik fortsetzen werden.

Keine Blase am Aktienmarkt

Aber nach Ansicht des Aktienchefs und Fondsmanagers für deutsche Aktienfonds bei der Deutsche Asset&Wealth Management habe sich am Aktienmarkt keine Blase gebildet. „Die Bewertung der Unternehmen im Deutschen Aktienindex Dax ist auf ein 30-Jahres-Tief gefallen“, sagt Gebhardt. Er traut dem Dax für 2016 einen Anstieg auf rund 12.000 Punkte durchaus noch zu. Denn die Gewinnerwartungen an die Unternehmen seien jetzt bereits deutlich nach unten korrigiert worden. Das erleichtere den Start in das Aktienjahr 2016 und so könne es durchaus noch zu einem „spätzyklischen Boom“ kommen. 

Weil die USA nach der Finanzkrise effizient und aggressiv das Wachstum beschleunigt hätten, seien dort auch die Aktienkurse weiter vorgeprescht. Anleger die dort investiert sind, könnten vor allem durch die Stärke des Dollars noch Gewinne erwarten. Auch schon 2015 trägt die Währung zu rund 13 Prozent Kursplus bei US-Anlagen bei.

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