WiWo Club: Ohne Risiko Aktien kaufen

WiWo Club: Ohne Risiko Aktien kaufen

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An der Börse investieren, geht auch mit geringem Risiko.

von Niklas Hoyer

Die Börse gilt als Ort, wo Anleger hohe Renditen bei hohem Risiko bekommen. Es geht auch anders: Wir zeigen wie Anleger ohne Risiko mit Aktien verdienen.

Es klingt wie ein Widerspruch in sich: Börse ohne Risiko. Eigentlich soll es die Börse Unternehmen ermöglichen, Geld für ihre Geschäfte einzusammeln. Anders als bei Anleihen steht Aktionären kein fester Geldanspruch zu. Sie sind direkt am Unternehmen beteiligt und bekommen ihren Anteil von Gewinn oder Verlust. Unternehmerische Aktivitäten sind eben nicht risikolos, Gewinne schwanken - und können zu Verlusten werden. Insofern klingt es logisch, dass Aktien zwar rentabel, aber risikoreich sind.

Dass das nicht so sein muss, zeigte eine Veranstaltung des WirtschaftsWoche Clubs in Düsseldorf. In einem Vortrag bekamen die Clubmitglieder gezeigt, wie hoch die Risiken tatsächlich sind und, vor allem, wie sich die Risiken mindern lassen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Aktien ohne Risiko kaufen. Wie geht das?

Eigentlich einfach. Ein Ansatz ist, die gewünschte Anlagesumme in zwei Blöcke aufzuteilen. Ein Block kann chancenreich, aber riskant angelegt werden. Hier nehmen Anleger in Kauf, dass diese Summe im schlimmsten Fall verloren geht. Der andere Block muss das abfedern. Sprich: Die Erträge müssen hier ausreichen, um den im schlimmsten Fall befürchteten Verlust des riskanten Blocks auszugleichen. Damit dieses Konstrukt funktioniert, muss der sichere Block möglichst sicher und mit fest kalkulierbaren Erträgen angelegt werden. Das können eigentlich nur Festzinsanlagen leisten - und die sollten auch noch möglichst sicher sein, also von verlässlichen Schuldnern stammen.

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Früher ging das problemlos. Gehen wir von 10.000 Euro Anlagesumme aus. Wir wollen das Geld 20 Jahre lang anlegen und können, wie vor sieben Jahren noch durchaus möglich, den sicheren Teil fest zu fünf Prozent Zins anlegen. Wenn wir nun 3800 Euro davon zu fünf Prozent Festzins anlegen, reicht das, um am Ende sicher wieder 10.000 Euro herauszubekommen. 6200 Euro (also 62% der Anlagesumme) könnten riskant, also am Aktienmarkt, investiert werden. Selbst wenn sie zum Schluss verloren wären, hätten wir keinen Verlust erlitten. Denn die fünf Prozent Zins pro Jahr, würden sich über die 20 Jahre zu 165,3 Prozent Ertrag aufsummieren - 2,653 multipliziert mit 3800 Euro würden rund 10.000 Euro ergeben.

Geht man für den schlimmsten Fall sogar nur von 50 Prozent Verlustrisiko mit Aktien aus, könnten sogar 7700 Euro in Aktien fließen.

Diese Strategie nutzen auch viele Finanzanbieter, etwa bei Garantiezertifikaten oder Riester-Fondssparplänen. Heute allerdings funktioniert sie wegen der niedrigen Zinsen viel schlechter. Liegen die Zinsen über 20 Jahre nur bei zwei Prozent (so viel bieten Banksparbriefe mit deutscher Einlagensicherung derzeit ungefähr), darf die Aktienquote nur noch 33 Prozent betragen. 6700 Euro müssten sicher zu den zwei Prozent angelegt werden, damit sie im schlimmsten Fall auch den Totalverlust der 3300 Euro in Aktien abfedern könnten. Bei maximal angenommenen 50 Prozent Verlust, wären noch 49 Prozent Aktienquote machbar. Nicht so schlecht, aber eben längst nicht mehr so viel wie früher.

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Dazu kommt: Wenn nach 20 Jahren von 10.000 investierten Euro noch 10.000 erhalten sind, klingt das zwar okay. Setzt man aber zwei Prozent Inflation pro Jahr an, wäre die Kaufkraft um 33 Prozent gesunken. Die Anlagesumme hätte also deutlich an Wert verloren. Wer auch das noch mit den sicheren Festzins-Erträgen ausgleichen möchte, könnte bei zwei Prozent Inflation und zwei Prozent Zins logischerweise gar nichts in Aktien anlegen. Der Zins würde genau reichen, um nur die Inflation auszugleichen.

Im Ergebnis ist es heute keine vernünftige Strategie mehr, mit einem so simplen Zwei-Topf-Modell Risiken ausschalten zu wollen. Nach Jahren der Finanz- und Eurokrise ist zudem klar, wie schnell auch vermeintlich sichere Geldanlagen (wie Staatsanleihen aus Euro-Ländern) plötzlich riskant werden können. Wer Risiken also komplett meiden will, könnte damit tatsächlich ein besonders großes Risiko eingehen. Wir brauchen eine klügere Strategie.

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