Wohlstands- und Krisenmetall Gold: Worin der wahre Wert von Gold liegt

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KommentarWohlstands- und Krisenmetall Gold: Worin der wahre Wert von Gold liegt

von Frank Doll

Goldpreisprognosen sind unsinnig. Der Wert von Gold liegt nicht nur in seinem Preis. Mit Formeln der Finanzanalyse lässt sich überhaupt nicht berechnen, wie viel Gold eigentlich kosten müsste.

Auf den ersten Blick geizen die Goldanalysten der Australia & New Zealand Banking Group (ANZ)  nicht mit einer sportlichen Goldpreisprognose. Der Unzenpreis werde sich verdoppeln auf 2.400 Dollar. Das klingt spektakulär, sichert mediale Aufmerksamkeit, relativiert sich aber mit Blick auf den Zeithorizont der Prognose. Der liegt nämlich im Jahr 2030. Gut, Analysten müssen von Berufswegen Preisprognosen abgeben. Nur lässt sich mit Formeln der Finanzanalyse überhaupt nicht berechnen, wie viel Gold eigentlich kosten müsste.

"Wie kann man den Preis von etwas bestimmen, wenn man als Maß etwas benutzt, dessen Menge mit voller Absicht unehrlich reguliert wird?", fragt Anthony Deden.  An einer Preisbewegung teilnehmen sei nicht dasselbe, wie einen Anlagegegenstand zu besitzen, sagt der Chef der auf den Bermudas registrierten Investmentfirma Edelweiss Holdings. Für Deden liegt die Bedeutung von Gold ohnehin weniger in seinem Preis als in seinem Besitz.

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Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im zweiten Quartal 2014 betrug 963.8 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q2'13: 1,148.3) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im zweiten Quartal 2014 insgesamt 509.6 Tonnen und ist damit um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q2'13: 726.7) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im zweiten Quartal 2014 auf 101 Tonnen und blieb damit, verglichen mit den 103.8 Tonnen im zweiten Quartal 2013, nahezu unverändert.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen im zweiten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 275.3 Tonnen. Ein Minus von 56 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q2: 627.9).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold im zweiten Quartal 2014 um 16 Prozent zurückging, ist vor allem auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen, die sich auf insgesamt auf 39.9 Tonnen beliefen. 2013 waren das im zweiten Quartal noch 402.2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen 117.8 Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal (92.1 Tonnen).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im zweiten Quartal 2014 auf 235.4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 225.7 Tonnen.

Dieser Meinung schließen sich immer mehr Anleger an, gerade in Asien. An dieser Stelle schließt sich wieder der Kreis zur Goldstudie der ANZ. Die ANZ-Analysten Warren Hogan und Victor Thianpiriya gehen von einem anhaltenden Anstieg der physischen Goldnachfrage in Asien aus. Diese werde sich von heute 2.500 Tonnen bis 2030 auf 5.000 Tonnen verdoppeln. Das wären immerhin 175 Prozent der weltweiten Minenförderung. So gesehen wirkt das Preisziel noch weniger spektakulär.

Gold als Wohlstandsmetall

Asiaten liebten traditionell Gold, und durch die positive Wirtschaftsentwicklung und steigende Einkommen haben sie immer mehr Geld zum Goldkauf. Zusätzlich befeuert wird die Nachfrage, weil die Bevölkerung auch in Asien im Schnitt immer älter wird. Mit zunehmendem Alter investieren Anleger vermehrt in defensive Anlagen. Auch werden die Zentralbanken in den Schwellenländern ihre Währungsreserven weiter mit Gold auffüllen, um das Vertrauen in die eigenen Währungen zu stärken. 2014 stockten Zentralbanken ihre Goldreserven um rund 480 Tonnen auf. Das war der zweitgrößte Aufbau seit 50 Jahren. Seit nunmehr fünf Jahren treten Zentralbanken als Nettokäufer in Erscheinung. Dieser Trend werde sich fortsetzen. So rechnet das World Gold Council, die Lobbyorganisation der Goldminenindustrie, für 2015 mit Zentralbankkäufen von mindestens 400 Tonnen.

Viele Anleger fragen sich, wohin das Gold gewandert ist, das aus den börsennotierten Goldfonds abgeflossen ist. Deren Bestände schmolzen seit Ende 2012 um 32 Millionen Unzen auf zuletzt 52 Millionen Unzen zusammen. London ist das Zentrum des physischen Goldhandels. Dort lagert auch das Gold der meisten Goldfonds in Form von Standardbarren à 400 Unzen (12,44 Kilo). Von dort wandern immer wieder große Bestände in die Schweiz. Einige Barren landen in Schweizer Schließfächern, weil Investoren es dort besser vor staatlichem Zugriff geschützt wissen. Gold taucht schließlich in keinem Depotauszug mehr auf.

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