Ziele werden verfehlt: Niedrigzins bremst Sparlust der Deutschen

Ziele werden verfehlt: Niedrigzins bremst Sparlust der Deutschen

Die extrem niedrigen Zinsen bremsen die Sparanstrengungen der Deutschen. Das bedroht besonders die private Altersvorsorge. Auch nach eigenem Empfinden sparen die Bundesbürger aktuell nicht genug.

Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen lassen die Deutschen ihre Altersvorsorge schleifen. Sie legen nach eigenem Befinden nicht genug auf die hohe Kante, wie aus einer Infratest-Umfrage im Auftrag des Volks- und Raiffeisenbankenverbandes BVR hervorgeht. Demnach erreichen die Bürger ihre selbst gesteckten Sparziele in diesem Jahr durchschnittlich nur zu 64 Prozent, nachdem es 2012 noch 71 Prozent waren.

"Die Anreize zum langfristig ausgerichteten Vorsorgesparen sind momentan zu schwach", kritisierte BVR-Vorstand Andreas Martin. Die Zinsen für Anlagen in sichere, festverzinsliche Produkte wie Termingelder, Spareinlagen oder auch Bundesanleihen liegen infolge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich unter der Inflationsrate.

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Sparverhalten Warum Deutsche auch ohne Zinsen sparen

Trotz Mini-Zinsen und inflationsbereinigten Verlusten lassen sich die Deutschen das Sparen nicht vermiesen. Das Sparvermögen nimmt zu und auch der Konsum läuft ungebremst. Das ist sogar rational.

Egal, wie niedrig die Zinsen auch sein mögen: Das Sparbuch bleibt die beliebteste Sparform - selbst wenn die Preissteigerung die Kaufkraft der Ersparnisse schmälert Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Dadurch ist die reale Verzinsung, das heißt Zinsen minus Inflation, negativ - die Sparer verlieren Geld. Martin appelliert an die EZB, die rekordniedrigen Leitzinsen im Euro-Raum bei anziehender Konjunktur zügig zu erhöhen.

Mangels attraktiver Anlageformen haben viele Verbraucher in der Schuldenkrise mehr konsumiert und verstärkt in den Wohnungsmarkt investiert. "Dauerhaft niedrige Zinsen provozieren nicht nur die Entstehung von Immobilienpreisblasen, sondern führen auch zu ernstzunehmenden Belastungen bei der privaten Altersvorsorge", mahnte Martin.

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Der Umfrage zufolge halten die Bürger, um ihre Sparziele zu erfüllen, einen monatlichen Betrag von durchschnittlich 287 Euro für erforderlich. Tatsächlich legen sie aber nur 185 Euro zur Seite. Damit sei 2013 die Sparlücke der Bundesbürger - also die Differenz zwischen dem als erforderlich angesehenen Betrag und dem tatsächlichen Ersparten - deutlich von 69 Euro im Vorjahr auf 102 Euro gestiegen.

Dennoch sind die Deutschen nach Ansicht des BVR im internationalen Vergleich gute Sparer. "Gleichwohl dürften die leicht rückläufigen Sparanstrengungen in Deutschland als erste Anzeichen einer Erosion der bislang tief verwurzelten deutschen Sparkultur verstanden werden."

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