Zinspolitik: Die US-Zinsen sollen steigen! Wirklich?

GastbeitragZinspolitik: Die US-Zinsen sollen steigen! Wirklich?

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Janet Yellen, Präsidentin des Federal Reserve Board (FED)

Steigende Zinsen würden unser hoffnungslos überschuldetes Kreditgeldsystem schnell an jenen Punkt bringen, wo das ultimative Zahlungsmittel Gold die einzig wahre Währung sein wird.

„Wenn das anhält, was ich erwarte, dann wäre eine graduelle und vorsichtige Zinsanhebung angemessen“, verkündete die US-Notenbank-Chefin Janet Yellen im Mai, sieht sie doch sowohl das Wirtschaftswachstum in den USA weiter anziehen, als auch klare Anzeichen für eine weitere Verbesserung der Arbeitsmarktsituation.

Eine so optimistische Ansage der Fed-Chefin erstaunt, war doch das US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2016 trotz der neu eingeführten, alles besser erscheinen lassenden Berechnungsmethodik („Residual Seasonality“) mit zuletzt aufwärtsrevidierten 0,2 Prozent nicht nur eine klare Enttäuschung, sondern auch eine zweifelsfreie Bestätigung der nunmehr bereits seit dem Frühjahr 2015 anhaltenden Wachstumsverlangsamung.

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Gleiches attestiert auch der Chefökonom Chris Williamson des Finanzdatenanbieters Markit, ist dieser doch anhand der ermittelten US-Konjunkturdaten fest davon überzeugt, dass der Wirtschaft im zweiten Quartal keinesfalls ein Rebound gelingen dürfte. Schließlich zeigen nicht nur der stetig schwach und schwächer werdende U.S. Manifacturing PMI oder der U.S. Services PMI Business Activity Index keinerlei Erholungstendenzen, auch fällt das Frachtvolumen sowohl der Trucker als auch das der Eisenbahngesellschaften deutlich.

Zu den Autoren

  • Martin Mack

    Martin Mack, ist geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Vermögensverwaltung Mack & Weise, die in zwei vermögensverwaltenden Aktienfonds über 300 Millionen Euro Kundengelder verwaltet.

  • Herwig Weise

    Herwig Weise ist geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Vermögensverwaltung Mack & Weise.

Doch auch an dem für die Fed-Zinsentscheidungen so wichtigen US-Arbeitsmarkt ist der Abschwung bereits sichtbar, haben doch die US-Unternehmen beispielsweise im April eine gegenüber dem Vormonat um 35 Prozent gestiegene Zahl an Stellenstreichungen bekannt gegeben – insgesamt 65.141.

Quelle: Mack &Weise Quelle: Presse

Quelle: Mack &Weise

Bild: Presse

Auch wuchs im Land der kreativen Statistiken zuletzt das Heer der dem Arbeitsmarkt angeblich nicht (mehr) zur Verfügung stehenden US-Amerikaner binnen Monatsfrist um sagenhafte 562.000 auf aktuell 94,04 Millionen an, welches die Mär von der Vollbeschäftigung als reine (Statistik-)Propaganda entlarvt.

Ob die mit viel Verve avisierte US-Zinserhöhung tatsächlich gewagt wird, ist aber nicht nur angesichts der mauen Konjunkturrealität fraglich, auch kann kaum abgeschätzt werden, wie die bis zur Halskrause (und darüber hinaus) verschuldeten US-Konsumenten und Unternehmen auf eine (Mini-)Zinserhöhung reagieren werden.

Janet Yellen Fed-Chefin signalisiert Zinserhöhung

Trotz mauer Jobdaten bleiben Zinserhöhungen bei der Fed weiter auf der Agenda. Wenn die Wirtschaft wie erhofft anzieht, soll der Zins schrittweise angehoben werden.

Die US-Notenbank Fed. Quelle: dpa

Große Freudensprünge darf man kaum erwarten, denn schon im jetzigen Nullzins-Paradies fällt den mit 8,2 Billionen Dollar rekordhoch verschuldeten Unternehmen die Leichtigkeit des Seins zunehmend schwerer, ist doch nicht nur bereits das Volumen der sich im Zahlungsverzug befindlichen US-Unternehmensschulden über das 2008er Q3-Niveau angestiegen, auch sprang die Anzahl der kommerziellen Insolvenzen im Mai-Jahresvergleich um satte 32 Prozent an.

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