Zulauf, Gross und Co.: So bewerten Börsen-Gurus die Lage in den Schwellenländern

Zulauf, Gross und Co.: So bewerten Börsen-Gurus die Lage in den Schwellenländern

Die Wachstumsraten in Ländern wie Mexiko oder China sind zuletzt deutlich geschrumpft. Anlageexperten wie Felix Zulauf, Bill Gross oder Marc Faber erklären, wie sie die Lage in den Schwellenländern einschätzen.

Investieren Sie wieder in den Schwellenländern? Die Bewertungen sind ja in den letzten zwölf Monaten erheblich gefallen.

Abby Joseph Cohen: Manche mögen wir mehr als andere, zum Beispiel Mexiko. Wenn die US-Wirtschaft expandiert, profitieren unsere nordamerikanischen Handelspartner. Mexiko wuchs 2013 nur schwach. Die Währung wertete ab, und es gab Besorgnis im Hinblick auf die Aktienbewertungen. In diesem Jahr kann man auf Reformen bauen. Die Energiereform, die Investments von Privatunternehmen im Gas- und Ölsektor erlaubt, zeigt schon, dass die neue Regierung Energiereserven effizient nutzen will. Die Fiskalpolitik wird expansiver. Gegen Ende des Jahres könnte das Wachstum erstarken. Goldman Sachs erwartet 3,3 Prozent im Jahr 2014. Beim Dollar/Peso-Wechselkurs erwarten wir keine gravierende Veränderung.

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Felix Zulauf: Moment! Mexiko ist eine tolle Geschichte, aber es gab da zuletzt die bei Weitem höchsten Zuflüsse an ausländischem Kapital. Jedermann samt Verwandtschaft ist dort investiert, speziell US-Manager. Ich stelle die langfristigen Aussichten nicht infrage, aber wenn in der Welt irgendetwas Unerwartetes passiert, das Rückflüsse von Auslandskapital in die Ursprungsländer auslöst, trifft dies den mexikanischen Markt besonders hart. Wenn die Risikoaversion steigt, wird der Peso unter Druck kommen. Deshalb würde ich hier gegen Sie wetten. Wenn eine Kapitalflucht einsetzt, könnte die Währung zehn Prozent an Wert verlieren und den Anleihemarkt mitreißen. Und ich fürchte, dass wir in diesem Jahr die eine oder andere böse Überraschung erleben werden.

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Quelle: Brad Trent

Cohen: Viel Kapital, das nach Mexiko floss, waren ausländische Direktinvestitionen, stammte also von Unternehmen, die Betriebsstandorte in Mexiko aufbauen.

Bill Gross: Die Tequila-Krise in den Neunzigerjahren kostete Mexiko beinahe Kopf und Kragen, weil das Land so hohe Dollar-Schulden hatte. Derzeit handelt es sich bei 90 Prozent der Schulden um auf Peso lautende Verbindlichkeiten. Neben den von Abby angesprochenen Reformen hat sich das Land damit ein solideres Fundament geschaffen. Damit will ich nicht sagen, dass die Währung nicht unter Druck geraten könnte, aber Mexiko ist heute ein anderes Land als noch vor zehn Jahren.

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