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Kommentar Zwangsabgaben: Liquides Vermögen sucht das Weite

von Frank Doll

Vom Steuerzahler finanzierte Enteignungsforscher haben den Weg aus der Staatsschuldenkrise gefunden. Aber so einfach ist es nicht.

Die Krise in Europa ängstigt die Anleger. Eine Umfrage unter Privatanlegern* im Auftrag der britischen Vermögensverwaltung Schroders zeigt, dass viele die Euro-Krise als größte Gefahr für ihr Vermögen sehen. Auch steigende Steuern, Inflation und Turbulenzen an den Märkten verunsichern die Menschen.

Was sehen Sie als größte Gefahr für ihr Vermögen?

Euro-Krise: 43 Prozent

Steigende Steuern: 25 Prozent

Marktunsicherheit: 28 Prozent

Niedrigzinsumfeld: 15 Prozent

Höhere Inflation: 27 Prozent

Je nach Land fallen die Ergebnisse aber durchaus unterschiedlich aus. Ausgerechnet in den Ländern, die am stärksten dastehen, haben die Menschen die größte Angst - in Deutschland und Österreich.

*Umfrage unter rund 1.300 Privatanlegern in zwölf europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Niederlande, Belgien, Italien, Frankreich, Portugal, Israel und Großbritannien), durchgeführt von YouGov. Das Anlagevermögen der befragten Personen liegt bei 60.000 Euro (ohne Wohnimmobilien).  Der Umfragezeitraum war April-Mai 2012.

Bild: dapd

Die öffentliche Schuldenlast ließe sich in Europa bequem auf ein tragfähiges Niveau zurückführen. Dazu müssten sich die Regierungen von ihren Parlamenten nur erweiterte Zugriffsrechte auf die Privatvermögen ihrer Bürger einräumen lassen.

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Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin schlägt deshalb die Einführung von Zwangsanleihen und einmalige Vermögensabgaben auf Privatvermögen vor. Rund 230 Milliarden Euro kämen in Deutschland zusammen, wenn der Staat zehn Prozent des Wertes, der einem individuellen Nettovermögen von 250.000 Euro übersteigt, abzapfte.

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Einfach ist anders

Das haben die mit Steuergeldern entlohnten Berliner Enteignungsforscher berechnet. Gerade für die Krisenländer wäre das eine sinnvolle Option. Aha! Es könnte also alles so einfach sein – ist es aber nicht! Liquides Vermögen sucht das Weite – noch bevor der Kapitalverkehr eingeschränkt wäre. Das zeigt die ungebremste Kapitalflucht aus dem Club Med. Am Haken hätte der Staat vor allem Immobilienbesitzer. Zudem lösten Zwangsabgaben Liquidationen und somit Druck auf Vermögenspreise aus.

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Noch mehr Kredite würden faul. Das DIW meint gar, die Maßnahmen wirkten der Ungleichheit in der Vermögensverteilung entgegen. Wie wär’s mal mit Marktwirtschaft? Die funktioniert so: Wenn jemand überschuldet ist, dann muss man die Schulden restrukturieren, und Gläubiger verlieren einen Teil ihrer Forderungen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 19.07.2012, 22:56 UhrHelden

    Die Isländer haben sogar noch mehr getan! Statt die "Wohlhabenden" einfach zu enteignen, wie es bei uns das DIW und rot/grüne Spinner gerne hätten, haben Sie nicht nur die Gläubiger auflaufen lassen, sondern den Isländern sogar die Schulden gestrichen!

    Somit bleibt das noch vorhandene Kapital im Land und muss nicht flüchten! Geld, welches nicht flüchtet, wird auch wieder in etwas angelegt werden.

    Aber das verstehen Rot/Grüne sowieso nie! Jeder Imbissbudenbesitzer scheint mehr Ahnung von Ökonomie zu haben, als diese "Gutmenschen".

  • 19.07.2012, 14:10 UhrParzifal999

    Meine Helden sind ja zZ. die Isländer. Die haben ihre korrupte Regierung zum Teufel gejagt. Großbanken gnadenlos Pleite gehen lassen. Die verantwortlichen Banker verhaftet UND verurteilt. Der Rest der Brut verlässt gerade fluchtartig das Land. Zudem geben sie sich auch noch eine neue Verfassung damit so etwas nie wieder vorkommt und rudern bezüglich einer Mitgliedschaft in der EU kräftig zurück. - Skól ihr Isländer, auf euer Wohl. Möge euer Beispiel Schule machen.

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