Welche Karten sind betroffen?

Die Panne trifft rund 30 Millionen EC-Karten, die vor dem 1. Juli 2009 ausgegeben wurden, sowie Kreditkarten, die Kunden vor März 2009 bestellt haben. Schuld ist ein Programmierfehler im Karten-Chip des französischen Herstellers Gemalto, der dazu führte, dass die Zahl „2010“ nicht erkannt und die Karte als ungültig zurückgewiesen wurde. Nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands gab es bei 20 Millionen EC-Karten und 3,5 Millionen Kreditkarten seit Neujahr Schwierigkeiten. Bei den Privatbanken waren 2,4 Millionen EC-Karten und 150 000 Kreditkarten betroffen, die Volks- und Raiffeisenbanken meldeten Probleme bei vier Millionen EC-Karten.
Wie kommen kunden schnell an Bares?
Viele Geldautomaten funktionieren inzwischen wieder, weil sie so umprogrammiert wurden, dass sie auf den Magnetstreifen der Karten und nicht auf den Chip zugreifen. Wenn ein Automat kein Geld ausspuckt, können sich Kunden am nächsten Bankschalter mit der EC- oder Kreditkarte und gegen Vorlage des Personalausweises Bargeld auszahlen lassen. Das klappt auch bei fremden Banken, allerdings sind dort Gebühren fällig.
Was machen Reisende im Ausland?
Banken raten, ausreichend Bargeld oder Reiseschecks mitzunehmen. Allerdings ist es auch im Ausland in der Regel möglich, sich gegen Vorlage von Kreditkarte und Personalausweis am Bankschalter Bargeld auszahlen zu lassen. Die Kreditinstitute arbeiten derzeit daran, die Geldautomaten in den fünf wichtigsten Reiseländern Österreich, Frankreich, Spanien, Italien und Schweiz so umzustellen, dass diese im Zweifel statt auf den Chip auf den Magnetstreifen zugreifen. Wenn gar nichts mehr geht, sollten Reisende bei ihrer Bank anrufen – diese kann dann ein ausländisches Institut beauftragen, Bargeld auszuzahlen.
Welche Rechte haben betroffene Kartenbesitzer?
Wenn Kunden fürs Abheben bei einer fremden Bank Gebühren gezahlt haben, können sie den Betrag von ihrer Bank einfordern, meint Rechtsexperte Czeguhn. Viele Institute haben bereits angekündigt, die Kosten zu erstatten.
Müssen die Karten ausgetauscht werden?
Dass die EC-Automaten derzeit auf den Magnetstreifen zurückgreifen, bleibt eine Übergangslösung. Denn der Chip bietet gegenüber dem Magnetstreifen die höhere Datensicherheit. Deshalb werden die Institute früher oder später wieder auf eine Chiplösung drängen. Derzeit sieht es nicht so aus, als ob alle betroffenen Karten ausgetauscht werden müssten. Wahrscheinlich reiche es, die fehlerhaften Chips mit einer speziellen Software zu reparieren, heißt es in Bankenkreisen.








