
HB WIEN. Im ersten Quartal verdiente Erste Group nach eigenen Angaben vom Freitag unterm Strich 255 (Vorjahreszeitraum: 232) Mio. Euro. Analysten hatten dagegen einen Rückgang vorausgesagt. Eine Entspannung registriert das Management bei der Risikovorsorge.
Diese stieg zwar im Jahresvergleich um 43,5 Prozent auf 531 Mio. Euro, im Vergleich zum Vorquartal ging sie aber deutlich zurück. Das sei vor allem der guten Entwicklung in Rumänien zu verdanken, sagte Erste-Chef Andreas Treichl. Eine allmähliche Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds habe positive Auswirkungen auf die Kreditqualität. Einen deutlichen Rückgang der Risikokosten erwartet Treichl aber frühestens für das zweite Halbjahr. Die Zunahme an faulen Krediten habe sich weiter verlangsamt. Diese machten gemessen an den Kundenkrediten zuletzt 6,9 Prozent aus nach 6,6 Prozent Ende 2009.
Mit Ausnahme der Ukraine und Serbiens schrieb die Bank in allen Märkten schwarze Zahlen. Gestiegene Zinsspannen hätten im ersten Quartal zu einer Steigerung im Zinsgeschäft um acht Prozent auf 1,3 Mrd. Euro geführt. Das Kreditwachstum sei aber nach wie vor verhalten. Treichl rechnet nur mit einer allmählichen Verbesserung der Kreditnachfrage.
Der Abschwung in Mittel- und Osteuropa infolge der Finanzkrise hat die im Osten tätigen Banken schwer getroffen. Neben der Ersten mussten auch die UniCredit Bank Austria und Raiffeisen International hohe Vorsorge bilden.
Treichl sieht die Bank derzeit gut mit Eigenkapital versorgt. Im ersten Quartal wies sie eine Kernkapitalquote von 8,5 Prozent aus nach 8,3 Prozent Ende 2009. Mit der Entscheidung, das Staatskapital vorzeitig zurückzuzahlen, lässt Treichl sich noch Zeit. Zuerst will er die neuen Eigenkapitalvorschriften (Basel III) abwarten. 2009 holte sich die Bank 1,2 Mrd. Euro an Partizipationskapital vom Staat und eine halbe Milliarde Euro von Privaten.






















