GLS Bank: "Bankkunden wechseln in Krisen"

GLS Bank: "Bankkunden wechseln in Krisen"

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Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank

Der Vorstandssprecher der GLS Bank Thomas Jorberg über die Folgen der Fukushima-Katastrophe und die Projekte, in die das Geld der Sparer fließt.

WirtschaftsWoche: Herr Jorberg, seit den Ereignissen in Japan melden Anbieter von Ökostrom einen rasanten Kundenzuwachs. Wechseln die Menschen jetzt nicht nur den Stromanbieter, sondern auch die Bank?

Jorberg: Ja. Der März war für uns der beste Monat aller Zeiten. Wir haben rund 2000 Kunden gewonnen. Sonst sind es im Durchschnitt 1500 pro Monat, jedenfalls seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007. Vorher lagen wir leicht darunter.

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Wie erklären Sie sich, dass Ihnen bereits die Finanzkrise Zuwächse beschert hat?

Viele Menschen tragen sich jahrelang mit dem Gedanken, die Bank zu wechseln. Wenn es dann zu einer Krise kommt, sei es in Japan oder an den Finanzmärkten, ist das ein Auslöser, das Vorhaben auch umzusetzen.

Profitieren Sie dann davon, dass Sie auch als Alternative zu normalen Banken gelten, die sich mit US-Hypothekenpapieren verzocken und riskante Zertifikate in den Markt drücken?

Ich glaube, dass unser sozial-ökologischer Ansatz und unser breites Angebot die Menschen überzeugt.

Haben Sie angesichts der steigenden Mittelzuflüsse Probleme, das Geld zeitnah in ökologische und soziale Projekte zu investieren?

Es kommt dabei natürlich zu Verzögerungen, weil Einlagen schneller auf die Konten fließen, als wir Kredite vergeben können. Derzeit haben wir deshalb nur etwas mehr als 50 Prozent der Kundeneinlagen investiert. Wir werden aber bald wieder die übliche Quote von rund 70 Prozent erreichen.

Gibt es genügend kreditwürdige Öko- und Sozialprojekte?

Eindeutig ja. Wir finanzieren beispielsweise Windparks und Solaranlagen, und nach Japan wächst die Nachfrage hier noch stärker als bisher. Auch die Bereiche Biolandwirtschaft und Biohandel boomen.

Wie hoch ist der Anteil der Kredite, die in soziale Projekte fließen?

Etwa 35 bis 40 Prozent unseres Kreditvolumens fließt an gemeinnützige Einrichtungen, die etwa Kinderheime, Hospize, Behindertenwerkstätten oder Einrichtungen für betreutes Wohnen errichten. Hinzu kommen einige gewerbliche Kredite, die wir an Sozialunternehmer vergeben, also beispielsweise private Pflegedienstbetreiber. Wir streben an, dass sich soziale und ökologische Projekte ungefähr die Waage halten.

Im vergangenen Jahr hat die Pleite der Noa Bank, die ebenfalls mit einem nachhaltigen Konzept geworben hat, deutsche Sparer verunsichert. Wie sicher ist das Geld bei Ihnen?

Die GLS Bank gehört zum Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken und bietet damit denselben Schutz wie jede andere Volksbank. Sollte also eine Volksbank Probleme bekommen, springt der Verbund ein und rettet das Institut – und die Kundeneinlagen.

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