
„Was heute inmitten des Aufschreis verloren geht,“ schreibt Nicholas Dunbar, der Autor dieser Geschichte aus dem Jahr 2003, der heute für „Reuters Breakingviews“ arbeitet, „ist der wirkliche Kontext – ein über Jahrzehnte getanzter Tango zwischen Finanzinnovatoren bei Investmentbanken und institutionellen Investoren, Regierungen eingeschlossen, die darum bemüht waren, verschiedenste Restriktionen zu umgehen.“
Und die wichtigsten dieser Beschränkungen wären nun einmal Bilanzierungsregeln gewesen. Im Prinzip sind viele der Geschäfte, mit denen etwa deutsche Stadtkämmerer - von Politikern unterstützt - in den vergangenen Jahren Wasserwerke, Autobahnabschnitte oder Verkehrsbetriebe ebenfalls mit Hilfe von Investmentbanken an ausländische Investoren verkauft haben, ähnlich problematisch gestrickt.
Machen, was Kohle bringt
Klamme Körperschaften verschaffen sich so Luft, indem sie zukünftige Erträge vorab verkaufen. Auch der Begriff des Schattenhaushalts ist Politikern jeglicher Couleur nun wirklich nicht unbekannt. Es ist deshalb schon eine schwer erträgliche Heuchelei von Seiten der Politik, jetzt allein auf die Investmentbanker zu zeigen.
Und wer von den Goldmännern sogar verlangt, sie hätten den destabilisierenden Charakter solcher Griechenland-Versteckspiele erkennen und schon deshalb davon abraten müssen, ist naiv. Natürlich haben die Banker die potenziellen langfristigen Gefahren gesehen. Doch Moral ist nicht das Geschäftsmodell der Investmentbanken. Es geht allein darum, gute Deals zu machen, legale Deals, hoffentlich.
Machen, was Kohle bringt – das beherrscht die Denke. Ob diese Geschäfte irgendwann alles ins Wanken bringen, spielt keine Rolle. Das sollten wir spätestens seit der Finanzkrise alle verinnerlicht haben









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Alle Kommentare lesen01.03.2010, 00:31 UhrAnonymer Benutzer: Peter
Geld kennt keine Loyalität. Finanziers sind ohne Patriotismus und ohne Anstand. ihr einziges Ziel ist der Gewinn.
Napoleon bonaparte
Die perverse Gewinnmaximierung der Großbanken auf Kosten der
Gesellschaft hat schon groteske Züge angenommen und entwickelt sich zu einer ernsten bedrohung für die Frieden in unserem Vaterland. Auf ein Vorgehen unserer Politiker gegenüber den krimminellen bankstern kann man lange warten, da sich die Aristokraten und die möchtegern Vertreter des Volkes solange an der Macht halten werden bis die nächste bombe in den Staatsanleihen platzen wird. Es ist Zeit, dass die Menschen widerstand leisten, ansonsten kann man sich auf einen bürgerkrieg einstellen.
22.02.2010, 18:14 UhrAnonymer Benutzer: Unerträglich
Richtig, Heuchelei ist der begriff, der hier angebracht ist.
Wer immer solide nur das ausgibt, was er auch heranschaffen kann, hat keine Probleme mit Finanzakrobaten. Stattdessen Wohlgefallen erschleichen mit Geld, das man nicht hat, und nebenbei ein bisschen in die eigene Tasche (wie in L und bestimmt in GR und anderswo), als gäbe es kein morgen. Und das bei Rekordsteueraufkommen.
Und nicht nur beim Schuldenmachen und Verscheuern von Tafelsilber Spitze, sondern auch wieder bei der Aufsicht über die eigenen banken. Möchte wissen wer ausser der Depfa hier wieder die 'Risiken' versichert hat.
Europapolitiker, Obs und andere sollen sich endlich an die eigene Nase fassen. Die reflexhafte europaweite Empörung nimmt ihnen keiner, der noch bei Verstand ist, mehr ab.
21.02.2010, 12:18 UhrAnonymer Benutzer: Verwunderung
ich würde mich nicht wundern wenn neben Griechenland auch andere Länder mit Goldmann zusammengearbeitet haben. Wenn banken Geschäfte außerhalb der bilanz machen dürfen, dann gibt es auch Länder die Schulden außerhalb der Haushalte haben oder ?