Hedgefonds: "AKW-Abschaltung war ein Riesen-Schock"

Hedgefonds: "AKW-Abschaltung war ein Riesen-Schock"

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Peter Fritsche, Manager des Strom-Hedgefonds Neas Power Fund und Chef von NE Capital Management

von Yvonne Esterházy

Wie der Hedgefondsmanager Peter Fritsche mit Stromkontrakten handelt, welche Ereignisse den Strommarkt stark bewegen, warum er drei Meteorolgen beschäftigt und wie er von der Energiewende profitiert.

Herr Fritsche, was bedeutet die Energiewende für Ihr Geschäft?

Sie hilft. Bei der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien gibt es viel stärkere Schwankungen als bei Atomkraft – für uns ist das gut, wir profitieren generell von hoher Volatilität.

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Besonders hoch dürften die Schwankungen am 15. März gewesen sein. Am Tag davor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Abschaltung von sieben Atomkraftwerken verkündet...

Schon am Freitag nach dem Erdbeben, als die Reaktoren in Fukushima erste Probleme machten, haben wir im Energiemarkt große Bewegungen gesehen. Es kursierten Spekulationen, dass Frachter mit Flüssiggas nach Japan umgeleitet würden, statt nach Europa zu gehen. Der Strompreis wird stark vom Gas- und Kohlemarkt bewegt. Am Montag ging es dann richtig los. Wir haben den Terminkontrakt für das zweite Quartal gekauft, also Strom, der vom 1. April bis 30. Juni geliefert werden muss.

Den wollten vermutlich alle haben...

Klar, wir haben gekauft und gekauft, die Preise sind enorm gestiegen. Ähnlich begehrt war „Calendar 2012“, der am meisten gehandelte Kontrakt für Strom zur Lieferung 2012. Am Dienstag sind die Preise richtig durch die Decke gegangen. Dass sieben AKWs sofort abgeschaltet wurden, war ein Riesen-Schock.

Und was war am 6. Juni, als die Kanzlerin den endgültigen Ausstieg aus der Kernkraft verkündete?

Da ist nicht mehr viel passiert, der Ausstieg war schon erwartet worden.

Was unterscheidet Ihr Geschäft von dem anderer Hedgefonds?

Die Schwankungen sind stärker als in den meisten anderen Märkten. Es ist ein Nischengeschäft, für das man ein hoch spezialisiertes Wissen benötigt. Jeder Tag ist anders, einmal bewegt ein Aufstand in Arabien den Markt, dann Regen, dann Wind.

Wie wichtig sind Wetterprognosen?

Extrem wichtig. Wir beschäftigen drei hauptamtliche Meteorologen und abonnieren zwei externe Spezialdienste, die uns mit Daten versorgen.

Wozu dieser Aufwand?

Wir brauchen Wettervorhersagen für die kurzfristigeren Terminkontrakte. Denken Sie nur an die Dürre in diesem Jahr. Wir überprüfen zum Beispiel sehr genau die Flusspegel. Je niedriger der Pegel, desto schneller wird das Wasser warm, damit ist der Kühleffekt für die Kraftwerke geringer. Ist das verbrauchte Kühlwasser, das in die Flüsse geleitet wird, zu warm, muss die Stromproduktion heruntergefahren werden.

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